ATU
Kunden können aufatmen: Pneu Egger und Adam Touring springen nach Konkurs von Auto-Technik Unger ein

Auto-Technik Unger (ATU) zieht sich aus der Schweiz zurück. Alle sechs Filialen wurden geschlossen. Damit Kunden wieder an ihre eingelagerten Pneus kommen, organisieren nun Pneu Egger und Adam Touring die Rückgabe.

Drucken
Auto-Technik Unger in Spreitenbach.

Auto-Technik Unger in Spreitenbach.

Screenshot Google Street View

Nach dem Konkurs der Autowerkstatt-Kette Auto-Technik Unger (ATU) im April kamen viele Kunden in der Schweiz nicht mehr an ihre Sommerräder heran, die in den ATU-Filialen eingelagert waren. «Winterpneus sind bei den aktuellen Temperaturen nicht mehr sinnvoll. Ich hoffe, dass rasch etwas passiert», meldete sich ein Aargauer Kunde gegenüber der AZ. Nun, einen Monat später, wurde eine Lösung gefunden: Pneu Egger und Adam Touring wurden von Konkursamt Oberwinterthur beauftragt, landesweit die knapp 6500 Räder in den geschlossenen ATU-Werkstätten einzusammeln und den über 1500 betroffenen Kunden weiter zu geben. «Wir werden alles daran setzen, dass betroffene Fahrzeugbesitzer nach der längeren Zeit der Ungewissheit so schnell wie möglich wieder im Besitze ihrer Räder sind», sagt Marketing-Leiter Simon Müller. Alle betroffenen ATU-Kunden würden nun direkt von einem eigens dafür eingerichteten Service-Center kontaktiert.

Die Kosten fürs Zusammenführen, Katalogisieren und Weitergeben der Räder tragen Pneu Egger/Adam Touring auf eigenem Risiko. «Wir hoffen, ein Grossteil der Kunden lässt ihre Sommerräder gleich bei uns montieren, sonst geht die Rechnung nicht auf», sagt Simon Müller auf Anfrage.

Ausschlaggebend für die Vergabe des Auftrags an die beiden Firmen sei deren breites Filialennetz gewesen. ATU führte in der Schweiz sechs Standorte, darunter drei im Aargau. In der Nähe finden die betroffenen Kunden jeweils eine Filiale der seit Jahren zusammenarbeitenden Firmen Pneu Egger oder Adam Touring.

Laut Simon Müller ist keine Übernahme von ehemaligen ATU-Werkstätten vorgesehen. Die deutsche Firma hatte im April das Ende ihrer Aktivitäten in der Schweiz bekannt gegeben, 100 Mitarbeitende sind betroffen. Grund für den Rückzug sei nicht die Coronakrise, sondern dass die ATU in der Schweiz ihre Wachstumsziele nicht erreicht hatte, um profitabel zu werden. In Deutschland gehört ATU weiterhin zu den Marktführern mit rund 10'000 Mitarbeitern in 600 Garagen. Zuvor hatte das Unternehmen aber bereits ihre Filialen in den Niederlanden und in Tschechien aufgegeben.