Klingnau
Kraftwerk-Konzession bedarf diverser Umweltmassnahmen

Der Kanton Aargau startet die Anhörung zu ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen für das Kraftwerk Klingnau, für dessen Konzession sich die neugegründete Aarekraftwerk Klingnau AG bewirbt.

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145 Millionen aus der neuen Konzession für das Kraftwerk Klingnau fliessen in die laufende Rechnung.

145 Millionen aus der neuen Konzession für das Kraftwerk Klingnau fliessen in die laufende Rechnung.

Angelo Zambelli

Anfang Juli 2015 endete nach 80 Jahren die Konzession für das Kraftwerk Klingnau. Der Kanton Aargau schrieb die Konzession neu aus. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium bestehend aus Axpo Power AG und AEW Energie AG, wie das Departement für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) mitteilt. Mit dem Ertrag aus der Konzession von 145 Millionen Franken sorgt der Aargau für einen kleinen Überschuss im Budget 2018.

Die neu gegründete Aarekraftwerk Klingnau AG (AKA) mit Beteiligung der Axpo Power AG (60 Prozent) und der AEW Energie AG (40 Prozent) betreibt das Kraftwerk seit Anfang Juli 2015. Die Neukonzessionierung ist unter anderem an die Umsetzung von ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen gebunden.

An der Kraftwerksanlage selber sind, mit Ausnahme der vollständigen Sanierung der Fischaufstiegsanlagen, vorerst keine baulichen Massnahmen vorgesehen. Die Stromproduktion wird im bisherigen Umfang weiterbetrieben.

Das BVU bescheinigt dem Vorhaben die Umweltverträglichkeit. Von den im Verfahren zur Neukonzessionierung anzuhörenden Bundesämtern, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Energie (BFE), sind ebenfalls zustimmende Rückmeldungen eingegangen.

Neukonzessionierung KWKlingnau – Übersichtsplan

Neukonzessionierung KWKlingnau – Übersichtsplan

Kanton Aargau

Die mit der Neukonzessionierung des Kraftwerks Klingnau verbundenen ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen werden von der Gesuchstellerin finanziert. Es handelt sich um eine Reihe von Massnahmen in der unmittelbaren Umgebung des Klingnauer Stausees:

• Ufergestaltung Ifang: Gestaltung eines neuen Nebenarms der Aare

• Beobachtungsplattformen: Bau von drei neuen Beobachtungsbuchten am linken Seeufer

• Einrichten einer Nistwand für Uferschwalben • Vitalisierung des linken und des rechten Sickergrabens sowie des untersten Abschnitts des Binnenkanals: Verbesserung der Längsvernetzung (Wiederherstellung der Durchgängigkeit für die Fischwanderung) und Aufwertung des Lebensraums

• Vitalisierung des Leuggernbachs: Neugestaltung des Mündungsbereichs zur Verbesserung der Längsvernetzung und Aufwertung des Lebensraums

• Neue Watfläche im Stausee auf einer Fläche von rund 80 x 100 Meter

• Uferstrukturierung Giriz: Abschnittweise Entfernung von harten Uferverbauungen, Schaffung von Buchten und Blocksteinbuhnen, Aufwertung des Lebensraums

Während der öffentlichen Auflage, vom 4. Dezember 2017 bis am 16. Januar 2018, können die entsprechenden Unterlagen zu den ökologischen Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen in den betroffenen Gemeinden sowie beim BVU in Aarau eingesehen werden.

Auflage bis Mitte Januar 2018 Ausserhalb des Konzessionsgesuchs und nicht Bestandteil der öffentlichen Auflage sind die Sanierungsmassnahmen, die vom Gewässerschutzgesetz vorgeschrieben sind und sich derzeit in Planung befinden.

So wird der Fischaufstieg beim Kraftwerk verbessert und der Geschiebehaushalt saniert. Die Massnahme zur Geschiebesanierung ist notwendig, weil sämtliches Geschiebe wie Sand und Kies, das natürlicherweise im Fluss transportiert wird, durch die Stauhaltung des Kraftwerks zurückgehalten wird. Ohne Kies fehlen jedoch die wichtigen Laichhabitate für viele Fischarten.

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