Kommentar
Landkauf des Kantons: Wird das Sisslerfeld zum Silicon Valley des Aargaus?

Der Kanton kauft für rund 26 Millionen Franken ein grosses Landstück auf dem Sisslerfeld im unteren Fricktal. Er will es erschliessen und später an eine Firma verkaufen, die Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze bringt. Der Kommentar zum grossen Landkauf.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Das Sisslerfeld, das die Aargauer Regierung als strategische Landreserve gekauft hat.

Das Sisslerfeld, das die Aargauer Regierung als strategische Landreserve gekauft hat.

Valentin Hehli / ARG

Vor den Toren Basels im Fricktal sind viele hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen worden. Im Sisslerfeld sind heute internationale Firmen aus der Life-Science-Industrie und verwandten Branchen tätig: DSM Nutritional Products, Novartis, Syngenta oder Lonza. Dazu sind zahlreiche KMU oft als Zulieferer für die «Grossen» aktiv. Diese Unternehmen bieten laut Rechnung der Aargauer Regierung bereits rund 5000 Arbeitsplätze an.

Nun ist das Sisslerfeld 200 Hektaren gross, rund 80 sind noch zu haben. Allerdings sind die Parzellen sehr zersplittert. Sollte ein grosser Player herkommen wollen, stünde er vor zahlreichen Hürden, zumal sich das Sisslerfeld auch noch über vier Gemeinden erstreckt.

Was tun? Die Solothurner Regierung konnte vor Jahren das Gelände der ehemaligen Cellulose Attisholz in Luterbach der Firma Biogen vermitteln. Biogen packte zu, das Ergebnis sind 600 hochqualifizierte Arbeitsplätze. Ein Lucky Punch für Solothurn.

Jetzt will auch der Aargau die Chance nutzen, die sich ihm auf dem Sisslerfeld bietet. Der Grosse Rat hat am Dienstag richtig entschieden, dass der Kanton hier Land kaufen, es erschliessen und dann möglichst wertschöpfungsintensiven Firmen verkaufen darf.

Indem der Kanton Parzellen zusammenfasst und erschliesst, wird das Gebiet deutlich attraktiver. Hoffentlich wird daraus ein Aargauer Silicon Valley. Der Grundstein dafür ist jetzt gelegt.