Kommentar
Weil sie das Virus durch ihren Bewegungsdrang verbreiten: Auch Teenager sollten sich impfen lassen

Es geht um den persönlichen Schutz der jungen Menschen, die sich gegen das Coronavirus immunisieren lassen möchten. Der Nutzen ist aber auch sonst gross. Ein Kommentar.

Bruno Knellwolf
Bruno Knellwolf
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Bald könnte es auch in der Schweiz möglich sein, dass sich Jugendliche impfen lassen können.

Bald könnte es auch in der Schweiz möglich sein, dass sich Jugendliche impfen lassen können.

Sandra Ardizzone

Wahrscheinlich wird man bald auch in der Schweiz mit der Impfung von Teenagern beginnen können, wie das in Deutschland seit Montag möglich ist. Wenn nach Swissmedic auch die Eidgenössische Impfkommission grünes Licht gibt, erhalten die Teenager die gleichen Schutzmöglichkeiten, von denen jetzt schon über zwanzig Prozent der Erwachsenen profitieren. Das Risiko einer Erkrankung bei Jugendlichen ist zwar klein, aber trotzdem ist es nicht gleich null und Long-Covid-Fälle sind auch bei Teenagern beobachtet worden.

In erster Linie geht es um den persönlichen Schutz von Jugendlichen, die sich impfen wollen. Dabei tritt auch der wünschenswerte Nebeneffekt ein, dass die Teenager damit beitragen, die Verbreitung des Virus zu stoppen. Denn damit wird der aktive Teil der Bevölkerung immunisiert, der zwar selbst nicht stark an Covid-19 leidet, aber mit seinem Bewegungsdrang das Virus stark verbreiten kann. Der Akt der Solidarität greift auch hier.

Natürlich werden auch die Jugendlichen mit den gleichen Nebenwirkungen konfrontiert wie Erwachsene. Die Nutzen-Risiko-Abwägung erlaubt aber eine Teenagerimpfung. Die Zulassungsstudien der Pharmafirmen hatten zudem den gleichen Ablauf wie die klinischen Studien für die Erwachsenen, die sich in der Realität bestätigt haben. Zu verwechseln ist die Zulassung für Jugendliche nicht mit derjenigen für Kleinkinder. Dafür braucht es grössere und längere Studien.