Kommentar
Glarner oder ein Gemässigter: Wie soll es an der Spitze der SVP Aargau weitergehen?

Nach dem schlechten Ergebnis der SVP Aargau bei den Gemeindewahlen vom Wochenende steht Kantonalpräsident Andreas Glarner in der Kritik. Wenn es seinen Gegnern ernst ist mit der Absicht, einen neuen Präsidenten zu installieren, müssen sie sich zwei Fragen stellen – der Kommentar zum Richtungsstreit in der SVP.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Andreas Glarner steht parteiintern in der Kritik - wurde am letzten Parteitag aber einstimmig als Präsident im Amt bestätigt.

Andreas Glarner steht parteiintern in der Kritik - wurde am letzten Parteitag aber einstimmig als Präsident im Amt bestätigt.

Alex Spichale

Seit Anfang 2020 präsidiert Andreas Glarner die Aargauer SVP. Schon vor der Wahl betonte er, für die Grossratswahlen im selben Jahr übernehme er keine Verantwortung. Dies nach den Nationalratswahlen 2019, bei denen die SVP rund 6,5 Prozent eingebüsst hatte. Doch die SVP konnte den Schaden bei den Wahlen ins Kantonsparlament im Herbst 2020 überraschend begrenzen und verlor nur 1,6 Prozent Wähleranteile.

Anders ist die Situation nach den Gemeindewahlen vom Sonntag: Die SVP verlor mehr als ein Dutzend Sitze und steht vor allem in den Städten auf verlorenem Posten. Prompt werden Stimmen aus der Partei laut, die Glarner verantwortlich machen. Der polemische Stil und die Kritik am eigenen Regierungsrat gingen zu weit. Die Strategie der ständigen Provokation und Attacken funktioniere für Glarners eigene Karriere, sie schade aber der Partei, sagen seine SVP-internen Gegner.

Glarner selber kritisiert mangelndes Engagement der Ortsparteien im Wahlkampf. Diese wehren sich gegen den Vorwurf – und der ehemalige Kantonalpräsident Hansueli Mathys wünscht sich gar einen neuen Präsidenten. Ob ein gemässigter Politiker an der Spitze der SVP Aargau den Erfolg zurückbringen würde, ist offen. Wenn seine Gegner davon überzeugt sind, müssen sie sich zwei Fragen stellen: Warum hat die SVP-Basis Glarner zum Präsidenten gewählt? Und wer soll die Person sein, die Glarner ablösen könnte?

Andreas Glarner äusserte sich am Dienstagabend im «TalkTäglich» ausführlich zu der Kritik an seiner Person:

Glarner: «Vielleicht muss ich im Ton eine Stufe zurückfahren, wenn das unseren Politikern in den Gemeinden hilft.»

Tele M1

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