Schule für Gestaltung
Kantonale Sparmassnahmen: Widerstand gegen die Streichung des Vorkurses wächst

Der gestalterische Vorkurs an der Schule für Gestaltung Aargau soll aus Spargründen abgeschafft werden. Doch der Widerstand gegen die Streichung des Kurses wächst.

Jörg Meier
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Schule für Gestaltung gegen Sparpläne des Kantons Aargau

Schule für Gestaltung gegen Sparpläne des Kantons Aargau

Mario Heller
Kampf ums Überleben: Die Schule für Gestaltung nahm zum ersten Mal am Bachfischet teil - um auf sich aufmerksam zu machen.

Kampf ums Überleben: Die Schule für Gestaltung nahm zum ersten Mal am Bachfischet teil - um auf sich aufmerksam zu machen.

André Albrecht

Die Schule für Gestaltung Aargau ist das einzige Kompetenzzentrum für Medien und Gestaltung im Kanton. Der gestalterische Vorkurs bietet begabten Volksschulabgängerinnen und -abgängern eine solide Vorbildung im künstlerisch-gestalterischen Bereich und dient damit auch als ideale Vorbereitung für Ausbildungen etwa als Grafiker, Polygraf oder Mediendesigner. Der Vorkurs wird von den entsprechenden Berufssparten nicht nur erwünscht, sondern in der Regel gefordert.

Doch nun will der Regierungsrat im Rahmen der Sanierungsmassnahmen AFP 2017–2020 dem Kurs die finanzielle Unterstützung streichen. Das wiederum würde mit grosse Wahrscheinlichkeit das Ende des beliebten einjährigen Ausbildungsgangs bedeuten.

«Das kann kaum ein durchdachter Akt gewesen sein», kritisiert Gabriele Stemmer, Präsidentin des Schulvorstandes der Schule für Gestaltung. Und sie liefert auch gleich Argumente für ihre Behauptung: Es sei ein Irrtum zu glauben, der «Return of Investment» einer einjährigen gestalterischen Vorbildung sei zu vernachlässigen. Innovation sei ohne Kreativität nicht möglich.

Petition mit 7000 Unterschriften

«Der Aargau braucht künftig mehr Medienkompetenz und Design-Know-how und nicht weniger», sagt Stemmer. Gerade die Aargauer KMU seien auf gut ausgebildete Berufsleute angewiesen. Auch was das Sparpotenzial betrifft, hat der Schulvorstand eine dezidierte Meinung: Geht die Regierung von einem Potenzial von 300 000 Franken ab 2018 aus, kommt der Schulvorstand in seiner Berechnung zu einer Summe von bloss 69 000 Franken.

Vor allem aber nimmt die Chancengerechtigkeit Schaden: Bei einem realistischen Schulgeld in der Höhe von 15 000 Franken, das nach der Streichung der Beiträge und einer allfälligen Weiterführung des Kurses verlangt werden müsste, könnten sich begabte Lernende aus finanziell schwachen Verhältnissen den Vorkurs schlicht nicht mehr leisten. «Das wäre höchst ungerecht», sagt Gabriele Stemmer.

Deshalb setzt sich die Schule für Gestaltung gegen die Streichung des Vorkurses zur Wehr. Eine Petition wurde lanciert, bisher haben sie 7000 Personen unterzeichnet. Am 22. November wird das Begehren Grossratspräsident Marco Hardmeier vor dem Grossratsgebäude überreicht.

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