«Jugend Debattiert»
Diese vier Aargauerinnen und Aargauer sind die besten Debattierenden des Kantons

Im Regionalfinal von «Jugend Debattiert» haben sich vier Aargauer Kantischülerinnen und Kantischüler gegen alle anderen durchgesetzt. Sieger Luca Moser qualifiziert sich damit schon zum zweiten Mal für das nationale Final in Bern.

Andrea Marti
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Die Finalteilnehmenden des Aargauer Finals von «Jugend debattiert»: Luca Moser, Sina Jauch, Lena Gerressen und Paloma Spiess.

Die Finalteilnehmenden des Aargauer Finals von «Jugend debattiert»: Luca Moser, Sina Jauch, Lena Gerressen und Paloma Spiess.

zvg

Nach mehreren Debattenrunden und intensiven Diskussionen hat sich Luca Moser von der Kanti Zofingen im kantonalen Final von «Jugend Debattiert» durchgesetzt. Moser steht damit bereits zum zweiten Mal im Final des nationalen Wettbewerbs, nachdem er sich im Jahr 2020 zum ersten Mal qualifiziert hat.

Neben Luca Moser debattierten Sina Jauch von der Alten Kanti Aarau, Paloma Spiess von der Kanti Baden und Lena Gerressen von der Neuen Kanti Aarau im kantonalen Final. Alle vier qualifizierten sich damit auch für das nationale Final von «Jugend Debattiert» in Bern.

Mehrere Ausscheidungen bis zum Final

Der Sieger oder die Siegerin von «Jugend Debattiert» wird jeweils über mehrere Debattenrunden ermittelt. Die ersten Debatten werden an den einzelnen Kantonsschulen durchgeführt. Danach folgen zwei Debattenrunden im Zuge des kantonalen Wettbewerbs, in denen sich noch gesamthaft zwanzig Teilnehmende messen. Diese gipfeln schliesslich im kantonalen Final, wofür sich die besten vier qualifizieren. Wer es bis hierhin schafft, darf auch am nationalen Wettbewerb in Bern teilnehmen.

Die Entscheidung darüber, wer ins Final einziehen durfte und wer nicht, trafen zwölf Jurorinnen und Juroren aus Politik, Wirtschaft, Medien und Bildung, darunter Nationalrätin Maja Riniker und mehrere Grossrätinnen und Grossräte.

Debatten zu Unisex-Toiletten, Atomkraftwerken und EU-Beitritt

Die ersten zwei Runden des kantonalen Wettbewerbs wurden zu den Fragen «Sollten in Schulen in der Schweiz Unisex-Toiletten eingeführt werden müssen?» und «Sollen in der Schweiz neue Atomkraftwerke gebaut werden dürfen?» geführt. Die vier Finalisten und Finalistinnen debattierten in der letzten Runde die Frage, ob die Schweiz der EU beitreten solle.

Der Ablauf der einzelnen Debatten ist klar strukturiert: Zuerst fassen alle Teilnehmenden ihre Positionen in kurzen Eröffnungsstatements zusammen, darauf folgt die eigentliche Debatte. Schliesslich bedanken sich alle Teilnehmenden bei den jeweils andern für die Diskussion und fassen noch einmal ihre Position zusammen.

Keine Unterbrechungen, keine langen Monologe

Die drei Finalistinnen und der Finalist debattierten mit grosser Detailkenntnis und sehr engagiert, wobei auffiel, dass die Debatte ruhiger verlief als die Diskussionen unter manchen gestandenen Politikern: Die Teilnehmenden liessen einander ausreden, debattierten respektvoll und nahmen stets Bezug auf das zuvor Gesagte.

Endlose Redeschwalle, wie sie Sandro Brotz jeweils in der «Arena» so mühsam zu unterbrechen versucht, gab es keine. Die Debattierenden legten ihre Argumente Punkt für Punkt dar – und überliessen die Bühne dann den anderen.

Die Position entscheidet das Los

Doch nicht nur der Ton unterscheidet die Diskussionen im Zuge von «Jugend Debattiert» von den Debatten gestandener Politiker. Sie heben sich auch dadurch ab, dass die Debattierenden die Position, die sie verteidigen müssen, bis kurz vor Anfang der Diskussion nicht kennen.

Zwar erfahren sie die Themen bereits im Voraus, damit sie sich entsprechend vorbereiten können. Die zu vertretende Position wird den Teilnehmenden aber erst kurz vor der Diskussion zugeteilt – per Los. Ob sie also ihre eigene Meinung oder eine Position vertreten müssen, die ihnen widerspricht, ist reiner Zufall.

Juroren zeigen sich beeindruckt von den Jugendlichen

Die Debattierkünste der Jugendlichen haben auch die Jury des Wettbewerbs beeindruckt. Grossrat Severin Lüscher (Grüne), der als Juror fungierte, erzählt: «Ich habe die Debatten sehr genossen, die Jugendlichen haben sich grossartig geschlagen. Es war sehr viel Freude zu spüren.»

FDP-Nationalrätin Maja Riniker, die ebenfalls Teil der Jury war, sagt, dass während der Finaldebatten die vielfältigen Fähigkeiten der Debattierenden zur Geltung kamen. Sie wünscht sich, dass sich das Engagement der Jugendlichen nicht auf «Jugend Debattiert» beschränken wird: «Es ist zu hoffen, dass ganz viele Jugendliche durch diese Teilnahme an ‹Jugend debattiert› sich auch in Zukunft mit Sachfragen beschäftigen und vertieft auseinandersetzen werden», so die Nationalrätin.