Vierfachmord Rupperswil
Irritiert über Kritik aus Zürich: Aargauer Anwaltsverband nimmt Pflichtverteidigerin in Schutz

Der Zürcher Strafanwalt Thomas Fingerhuth kritisierte Kollegin Renate Senn scharf wegen ihren Äusserungen zu ihrem Mandanten Thomas N., dem Vierfachmörder von Rupperswil. Nun dreht der Aargauische Anwaltsverband den Spiess um und kritisiert ihrerseits den Zürcher Juristen.

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Renate Senn und ihr Anwaltskollege Thomas Fingerhuth

Renate Senn und ihr Anwaltskollege Thomas Fingerhuth

AZ

Die Kritik des Zürcher Strafanwalts Thomas Fingerhuth an der Pflichtverteidigerin des Vierfachmörders von Rupperswil ruft den Aargauischen Anwaltsverband auf den Plan.

Fingerhuth hatte Renate Senn vorgehalten, es gehe nicht, dass sie sich als Anwältin von ihrem Mandanten öffentlich distanziere und nicht als dessen «Sprachrohr» dienen wolle. «Wer, wenn nicht der Verteidiger, ist das Sprachrohr eines Täters?» so Fingerhuth.

Der Aargauische Anwaltsverband zeigt sich nun «irritiert, dass ein (ausserkantonaler) Kollege, welcher den Fall nur aus den Medien kennt, die amtliche Verteidigerin und ihre Strategie öffentlich angreift und sie kritisiert, ohne dass er deren Beweggründe kennt», schreibt Verbandspräsidentin Brigitte Bitterli in einer Stellungnahme gegenüber der az.

«Es ist Sache der amtlichen Verteidigerin zu beurteilen, welche Verteidigungsstrategie die beste ist. Sie hat diese dann nach Absprache mit ihrem Mandanten konsequent durchzuziehen», findet Bitterli.

Renate Senn aus der Badener Anwaltskanzlei "Küng Metzler Senn Rechtsanwältinnen" hat bei der Bekanntgabe, die Pflichtverteidigung von Thomas N. zu übernehmen, betont, der geständige Tatverdächtige habe das Anrecht auf einen korrekt durchgeführten Strafprozess. Gleichzeitig werde sie ihre Arbeit «mit allem Respekt und mit Würde gegenüber den Opfern und Hinterbliebenen wahrnehmen». (roc)

Medienkonferenz Rupperswil
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Medienkonferenz Rupperswil

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