Integration
Eine Unterkunft für 300 Flüchtlinge in Aarau – doch wer realisiert das 30-Millionen-Zentrum?

An der Rohrerstrasse in Aarau soll bis 2028 eine Unterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge entstehen. Der Kanton rechnet mit Kosten von knapp 30 Millionen Franken. Das Parlament behandelt den Projektierungskredit im Herbst 2022.

Noemi Lea Landolt
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Auf der rund 2500 Quadratmeter grossen Parzelle neben dem Zeughaus soll ein Integrationszentrum gebaut werden: Das ehemalige Kantonsschülerhaus wird abgerissen.

Auf der rund 2500 Quadratmeter grossen Parzelle neben dem Zeughaus soll ein Integrationszentrum gebaut werden: Das ehemalige Kantonsschülerhaus wird abgerissen.

Michael Küng

Das ehemalige Kantonsschülerhaus an der Rohrerstrasse in Aarau, das aktuell als Asylunterkunft genutzt wird, wird abgerissen. Auf der 2530 Quadratmeter grossen Parzelle neben dem Eidgenössischen Zeughaus soll bis 2028 ein neues Integrationszentrum für bis zu 300 Flüchtlinge gebaut werden. Die Menschen sollen maximal zwölf Monate in der Unterkunft bleiben und während dieser Zeit auf das Leben in der Schweiz vorbereitet werden.

Das heisst: Jugendliche sollen auf eine Ausbildung vorbereitet werden, ältere Geflüchtete auf den Arbeitsmarkt. Bei jenen Menschen, die beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden können, liegt der Fokus auf der sozialen Integration. Sie sollen lernen, sich in der Schweiz zu verständigen und im Alltag zurechtzufinden.

Kanton hat bereits eine klare Vorstellung

Der Kanton sucht nun einen Generalplaner, der die Unterkunft realisiert. Am Montag hat er die Ausschreibungsunterlagen auf dem Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz (Simap) publiziert.

Daraus geht hervor, dass bereits ziemlich klar ist, wie die Unterkunft dereinst aussehen soll. Als Grundlage für die Weiterplanung dient eine Machbarkeitsstudie von Walker Architekten AG mit Sitz in Brugg. Diese Entwürfe soll der Generalplaner zu einem Bauprojekt weiterentwickeln und anschliessend ausführen.

Vorgesehen ist ein fünfgeschossiges Gebäude mit Innenhof und abgesenktem Gartenbereich:

Die Visualisierung aus der Machbarkeitsstudie zeigt, wie das Integrationszentrum aussehen soll. (Stand: 31. Mai 2021.)

Die Visualisierung aus der Machbarkeitsstudie zeigt, wie das Integrationszentrum aussehen soll. (Stand: 31. Mai 2021.)

zvg

Im Innern sind Wohnungen mit Küchen für je sechs bis zehn Personen vorgesehen. Jede Wohnung besteht aus drei bis vier Räumen mit Küche und Nasszellen. Weiter sind einzelne Spezialzimmer mit Kleinküche für zwei Personen geplant. Zudem sollen Schulungs- und Gemeinschaftsräume sowie Büros für die Mitarbeitenden realisiert werden.

Betreuung und Sicherheit rund um die Uhr gewährleistet

Die Sicherheit werde durch eine enge Betreuung sowie durch eine sinnvolle Tagesstruktur gewährleistet, heisst es in den Unterlagen. Durch einen «permanent besetzen Logenbetrieb» habe die Tag- oder Nachtbetreuung vor Ort immer einen guten Überblick, wer das Zentrum betrete. Besucherinnen und Besucher haben lediglich Zutritt zu den öffentlichen Zonen, der Zugang zu den Wohnbereichen wird durch ein Schliesssystem gesteuert.

Die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen, die im Integrationszentrum wohnen werden, sollen in eigenen Klassen beschult und auf den Übertritt in die Regelklasse vorbereitet werden. Geplant ist, die bestehenden Schulräume im kantonalen Zeughaus zu erweitern, um die rund 50 zusätzlichen Kinder aus dem Integrationszentrum aufnehmen zu können.

Vier Generalplanerteams können ein Angebot einreichen

Der Kanton rechnet mit Kosten von 29,8 Millionen Franken. Nach dem Präqualifikationsverfahren will der Kanton vier Generalplanerteams auswählen, welche in der zweiten Phase ein Angebot einreichen können.

Im zweiten Quartal 2022 soll der Sieger gekürt werden. Im Herbst 2022 kommt der Projektierungskredit in den Grossen Rat. Gebaut werden soll das Zentrum dann in den Jahren 2026/27.

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