Industriegebiet
Gewerbeverband ist gegen Pläne des Kantons: «Landerwerb Sisslerfeld nicht zielführend»

Der Aargauer Regierungsrat will eine der grössten noch unüberbauten Industrieflächen des Kantons erwerben und deren Potenzial nutzen. Der Gewerbeverband ist gegen die Pläne im Sisslerfeld.

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Blick auf das Sisslerfeld.

Blick auf das Sisslerfeld.

Gerry Thönen

Rund 67'500 Quadratmeter wurden dem Kanton Aargau zum Kauf angeboten. 21,5 Millionen Franken sollen die Grundstücke auf dem Sisslerfeld kosten, dem grössten zusammenhängenden und eingezonten Industriegebiet in der Nordwestschweiz. Für die Arealentwicklung und Erschliessung rechnet der Regierungsrat mit zusätzlichen Kosten von insgesamt sieben Millionen Franken. Danach soll das baureife Land wieder dem Markt und der Wirtschaft zugeführt werden.

Der Aargauische Gewerbeverband (AGV) ist von dieser Idee jedoch wenig begeistert. Der Landerwerb Sisslerfeld sei weder zielführend noch erforderlich, um das Ressourcenpotenzial des Kantons zu steigern. So heisst es in einer Mitteilung des AGV am Mittwoch.

Landerwerb und Wiederverkauf nicht Aufgabe des Kantons

Dass das Steuersubstrat im Kanton verbessert werden soll, sei zwar zu begrüssen. Dies könnte erreicht werden, indem das Areal wertschöpfungs- und gewinnstarken Unternehmen zur Ansiedlung angeboten wird. Allerdings, so kritisiert der AGV, sei dieses Pilotprojekt nur eine kurzfristige Massnahme. Es fördere die Standortattraktivität nicht generell.

Kanton Aargau

Ohnehin gehöre der Erwerb und Wiederverkauf von entwickeltem Land nicht zu den Aufgaben des Kantons; die Erschliessung des Sisslerfelds sei Aufgabe des Gemeinwesens. Laut AGV gebe es auch Alternativen, um das strategische Ziel dieses Landerwerbs zu erreichen, wie etwa Landumlegungen, Bodenverbesserungen und nutzungsplanerische Feststellungen. Dies alles erfordere weniger Aktivität von Seiten des Kantons und stelle weniger einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar.

Auf Gemeindeseite begrüsste man zuletzt das Engagement des Kantons. So sagte der Sissler Gemeindeammann Rainer Schaub im Mai: «Mit dem strategischen Landerwerb setzt er ein positives Zeichen zur Gebietsentwicklung und Unterstützung der Region.»

Die Anhörung dauert noch bis am 13. August. Über den Kauf wird dann der Grosse Rat entscheiden.

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