Regierungsrats-Kandidatur

In der Frauenfrage versagt? SP-Präsidentin Gabriela Suter kontert: «Insgesamt sind wir gut unterwegs»

Gabriela Suter: «Die Delegierten entscheiden, nicht die Geschäftsleitung.»

Gabriela Suter: «Die Delegierten entscheiden, nicht die Geschäftsleitung.»

Nach dem Scheitern von Franziska Graf bei der Nominierung zu den Regierungsratswahlen kam die SP-Spitze aus den eigenen Reihen unter Beschuss: Sie habe versagt in der Frauenfrage. SP-Präsidentin Gabriela Suter kontert die Vorwürfe.

Die SP-Delegierten gaben im ersten Wahlgang Dieter Egli klar die meisten Stimmen. Franziska Graf zog sich nach dem ersten Wahlgang deshalb zurück. Damit steigt die SP mit einem Mann in die Regierungsratswahlen im Herbst. SP-Co-Fraktionschefin Claudia Rohrer ärgerte sich in einem AZ-Interview über die Parteileitung und sah in deren Verhalten die Hauptschuld darin, dass die SP weiterhin keine Frau in der Regierung stellen wird.

SP-Präsidentin Gabriela Suter nimmt hier Stellung zu drei zentralen Punkten.

Vorwurf 1: Die Geschäftsleitung habe sich bei der Frauenfrage gedrückt und versagt.

Gabriela Suter: Die SP funktioniert basisdemokratisch. Die Delegierten entscheiden, wer nominiert wird, nicht die Parteileitung. Die Geschäftsleitung hatte die Aufgabe, einen fairen und transparenten Nominationsprozess zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass alle wesentlichen Kriterien diskutiert werden. Der Geschäftsleitung war wichtig, dass die Diskussion zur Frauenfrage unter den Delegierten geführt wird, was an den Online-Hearings offen und differenziert geschah.

Vorwurf 2: Die Rolle der Findungskommission und deren Bericht seien intransparent. 

Suter: Die Einsetzung der Findungskommission als beratendes Organ der Geschäftsleitung sowie deren Aufgaben wurde allen Mitgliedern kommuniziert. Die Findungskommission kam zum Schluss, dass alle Kandidierenden motiviert und fähig seien für das Amt und hielt dies im Bericht an die Geschäftsleitung fest.

Vorwurf 3: Die SP fordert von anderen, was sie selber nicht halte in der Frauenfrage.

Suter: Wir sind insgesamt gut unterwegs. Aber für ein Exekutivamt mit nur einem SP-Sitz müssen auch wir eine Wahl treffen. Bei den letzten beiden Regierungsratswahlen hat die SP jeweils eine Frau portiert. Im Grossen Rat haben wir mit 45% einen deutlich höheren Frauenanteil als der Durchschnitt (36%). Zwei unserer drei Nationalratssitze sind von Frauen besetzt, und wir treten mit jeweils paritätischen Listen bei Parlamentswahlen an.

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