Im vergangenen Jahr gab es in der Schweiz insgesamt 1998 Tierschutzverfahren, wie eine Statistik der Stiftung «Tier im Recht» zeigt – so viele wie noch nie. Innerhalb von 15 Jahren hat sich diese Zahl mehr als verdreifacht, zählte das Jahr 2000 doch lediglich 500 Fälle.

Nora Flückiger der Stiftung «Tier im Recht» wertet diese Entwicklung als ein positives Zeichen. «Es heisst nicht, dass mehr Tiere gequält wurden, sondern dass mehr Delikte verfolgt und deshalb auch mehr Verfahren erfasst werden», sagt sie gegenüber «Tele M1».

Während jedoch in den Kantonen Zürich und St. Gallen – letzterer liegt mit 4,65 Verfahren pro 10'000 Einwohner weit über dem schweizweiten Durchschnitt von 2,76 – besonders viele Tierschutzfälle strafrechtlich verfolgt wurden, hinkt der Kanton Aargau hinterher: Mit lediglich 1,82 Verfahren besteht für Flückiger erhebliches Verbesserungspotenzial.

Busse von 400 Franken

Demgegenüber kann der Aargau aber in einem anderen Bereich punkten: Nirgendwo sonst werden Tierquäler so hart bestraft wie hier. Seit Jahren hält der Kanton den Spitzenplatz inne, denn sowohl im Mittel als auch im Durchschnitt verteilt er die höchsten Bussen. Während der schweizweite Durchschnitt bei 300 Franken liegt, werden hier Übertretungen gegen das Tierschutzgesetz mit 400 Franken gebüsst. 

Dieser Trend dürfte sich auch 2016 fortsetzen, denn für dieses Jahr kommen gleich zwei Fälle mit sehr hohem Strafmass hinzu: die überfahrene Wildschwein-Familie in Böttstein und der im Wald ausgesetzte Hundewelpe Diego.

Tierquälerin von Welpe Diego vor Gericht

Tierquälerin von Welpe Diego vor Gericht

Nur dank Glück überlebt. Seine damalige Besitzerin soll ihn in Niederwil in einem Baumstrunk ausgesetzt haben. Dafür muss sie sich verantworten.