Contact Tracing
Freiämter Volleyballer sollte vor zwei Monaten in Quarantäne – und erfährt erst jetzt davon

Weil das Contact Tracing im Kanton Aargau überlastet ist, sind ab sofort zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz. Das ist auch dringend nötig, wie das Beispiel eines Freiämter Volleyball-Teams zeigt.

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Er möge sich bitte in Quarantäne begeben, heisst es in einem Brief, den Rouven Häusler aus Dottikon vom Aargauer Gesundheitsdepartment erhielt. Einziges Problem: Das Schreiben kommt rund zwei Monate zu spät. Die Quarantänezeit wäre eigentlich vom 14. bis zum 24. Oktober gewesen.

Nach einem Volleyball-Match anfangs Oktober teilte ein Mitspieler mit, positiv auf Corona getestet worden zu sein, wie der Regionalsender Tele M1 berichtet. Die ganze Mannschaft sei daraufhin auch ohne offizielle Weisung des Kantons in Quarantäne. Ein entsprechendes Schreiben habe keiner der Volleyballer erhalten.

«Man macht das freiwillig», sagt Rouven Häusler. Er sei pflichtbewusst und habe das für die Allgemeinheit getan. Dass der Brief so spät komme, habe privat auch zu Schwierigkeiten geführt. So habe dem Studenten die Universität immer wieder Druck gemacht und eine offizielle Bestätigung verlangt. Seine berufstätigen Kollegen hätten mit ihren Arbeitgebern allerdings noch ganz andere Probleme gehabt, so Häusler.

Das sei sicher nicht optimal gelaufen, bestätigt Kantonsärztin Yvonne Hummel gegenüber Tele M1. Mit rund 10'000 Ansteckungen von Oktober bis Dezember sei das Contact Tracing an seine Grenzen gekommen. «Die jetzt erstellten Verfügungen sind Pendenzen», so Hummel. Etwa 50'000 Verfügungen bedeuteten einen sehr grossen logistischen Aufwand, der nur in Zusammenarbeit mit einer externen Firma bewältigt werden könne. Bis Ende des Jahres soll dies jedoch erledigt sein, damit auch diejenigen ein Schreiben erhalten, bei denen beispielsweise der Arbeitgeber noch auf eine Bestätigung wartet.