Finanzielle Lage
Kanton Aargau unverändert mit AA+ – Finanzdirektor Dieth: «Auf diesem Pfad müssen wir weitergehen»

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat das Rating für den Kanton Aargau mit AA+ bestätigt. In der Analyse der finanziellen Lage wird das schweizweit sehr starke Jahresergebnis 2020 hervorgehoben.

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Finanzdirektor Markus Dieth.

Finanzdirektor Markus Dieth.

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Trotz der Covid-19-Pandemie konnte der Kanton Aargau im 2020 einen seiner höchsten Überschüsse erzielen und damit seine Verschuldung weiter reduzieren. Auch für das laufende Jahr erwartet die international renommierte Ratingagentur Standard & Poor's ein robustes Ergebnis. In der Erwartung eines weiterhin stabilen Finanzhaushalts erhöht die Ratingagentur ihren Ausblick für den Kanton Aargau von stabil auf positiv, wie aus einer Mitteilung des Kantons hervorgeht.

Finanzdirektor Markus Dieth: «Standard & Poor's stellt dem Kanton für die wiederholt guten Rechnungsabschlüsse seit 2017 ein sehr gutes Zeugnis aus. Dank einer sehr starken Ertragsentwicklung und einer straffen Ausgaben- und Budgetdisziplin konnte der Aargau seine finanzielle Lage deutlich verbessern.»

Weniger stark von Pandemie-Auswirkungen betroffen

Hinzu komme, dass der Aargau wirtschaftlich und finanziell weniger stark von negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen sei als viele andere Kantone. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen aus der Bewältigung der Pandemie erwartet die Ratingagentur auch für das laufende Jahr ein besseres Ergebnis als budgetiert.

Die hohen Überschüsse der letzten Jahre dürften sich gemäss Einschätzung aufgrund der geplanten Investitionen nicht mehr wiederholen. Dennoch gehen die Analysten von einem weitgehend ausgeglichenen Finanzhaushalt aus und erhöhen daher den Ausblick von stabil auf positiv.

Damit steige die Wahrscheinlichkeit einer Ratingverbesserung in den nächsten Jahren, so der Kanton. «Diese gute Beurteilung von Standard & Poor's nehme ich mit Freude zur Kenntnis», meint Finanzdirektor Markus Dieth. «Sie bestätigt den Erfolg der Haushaltssanierung und das verbesserte Finanzmanagement der letzten Jahre. Auf diesem Pfad müssen wir weitergehen.»

Zwei Szenarien

In ihrem upside scenario stellt die Ratingagentur eine Verbesserung in Aussicht, sofern in den nächsten Jahren trotz der geplanten strategischen Investitionen in die Entwicklung des Kantons die Ausgaben und Einnahmen im Gleichgewicht bleiben und die tiefe Verschuldung noch etwas weiter gesenkt werden kann.

Das downside szenario hingegen beschreibt eine Entwicklung mit strukturellen Defiziten, wie sie vor 2017 angefallen sind. Für diesen Fall müsste mit einer Rückstufung des positiven Ausblicks gerechnet werden. Dies wäre auch der Fall, wenn die Neubauvorhaben der Kantonsspitäler unerwartet Investitionshilfen des Kantons nach sich ziehen würden.

Finanzdirektor Markus Dieth:

«Unser Ziel ist klar. Wir wollen unser Rating verbessern und wieder die AAA-Bestnote erreichen»

Dies erfordere eine weiterhin umsichtige Finanzpolitik und ein straffes Finanzmanagement. «Das bedeutet auch, dass die geplanten strategischen Vorhaben zur Stärkung des Wohn- und Wirtschaftsstandorts Aargau finanzierbar sein müssen.»

Tiefere Zinsen dank positivem Rating

Dank der zweitbesten Ratingstufe von AA+ verfügt der Kanton Aargau über eine sehr hohe Schuldnerbonität. Diese er-möglicht dem Kanton, Geld zu tiefen Zinsen aufzunehmen. Bei kurzfristigen Geldaufnahmen können zurzeit Negativzin-sen vereinnahmt werden.

Von einem guten Rating profitieren grundsätzlich auch die Beteiligungen des Kantons bei ihren eigenen Finanzgeschäften. Von den heute in der Schweiz durch Standard & Poor's direkt bewerteten acht Kantonen weisen drei Kantone (BS, VD, ZH) ein Rating von AAA aus. Die anderen Kantone (BL, GE, SG, SO) verfügen wie der Kanton Aargau über ein AA-Rating. (az)

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