Irrfahrten
Drei Polizeimeldungen aus dem Aargau, die uns dieses Jahr zum Schmunzeln brachten

Sandra Meier
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Eine Seniorin fuhr auf der Suche nach dem Einkaufszentrum in Lenzburg fälschlicherweise eine Treppe runter.
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Eigentlich suchte sie die Parkhauseinfahrt.
Eine ähnliche Begebenheit ereignete sich nicht einmal einen Monat später in Aarau. Auf der Suche nach dem Bahnhofparking fuhr eine Frau bis auf die Gleise vor.
Verletzt wurde niemand, nur eine Stange auf Gleis 1 kam zu Schaden.

Eine Seniorin fuhr auf der Suche nach dem Einkaufszentrum in Lenzburg fälschlicherweise eine Treppe runter.

Kapo AG

Lustig sind Polizeimeldungen in der Regel selten. So kommt es auch nicht oft vor, dass eine Medienmitteilung der Aargauer Kantonspolizei auf der Redaktion für Erheiterung sorgt. Anders an einem Freitagmorgen Ende November. Zirka 9.30 Uhr. Die Verfasserin dieses Textes hatte ihre Arbeit gerade erst aufgenommen. Ein unfreiwilliger Umweg über Frick führte dazu, dass sie mit einer geschlagenen Stunde Verspätung im Aarauer Newsroom ankam. Irrtümlich hatte sie im frühmorgendlichen Schlafestaumel den falschen Zug bestiegen.

Irrtümlich war gemäss Meldung der Kantonspolizei Aargau auch eine ältere Frau in Aarau unterwegs. Auf der Suche nach dem Bahnhofsparking fuhr die Frau in ihrem Ford bis zu den Gleisen vor. Halt machte sie erst vor der Treppe auf Gleis 1.

Die Parkhauseinfahrt verpasste auch eine Autofahrerin Anfang November in Lenzburg. Stattdessen bog die Schweizerin auf den Fussweg ab und fuhr die Treppe herunter. Wo ihr Auto steckenblieb. In beiden Fällen gab es keine Verletzten und kein oder nur geringer Sachschaden – weshalb wir uns erlauben, über die beiden Fauxpas zu schmunzeln.

Bis heute ungelöst

Die dritte Meldung dürfte dem einen oder anderen AZ-Leser bestens bekannt sein. Sorgte sie doch für einen ganzen Schwall von Nachfolgegeschichten und beschäftigte nicht nur einen unserer Redaktorinnen und Redaktoren über den Sommer hinweg. «Hallwilersee: Mutmasslichen Kaiman gesichtet» lautete der Titel. Ein Fischer wollte im Juli beobachtet haben, wie ein etwa anderthalb Meter grosses Reptil plötzlich an der Wasseroberfläche erschien und nach einer schwimmenden Jung-Ente schnappte. Fachleute glaubten, dass es sich beim fraglichen Reptil um einen Kaiman handeln könnte.

Am Sonntagabend, 14. Juli 2019, hat ein Fischer einen Kaiman im Hallwilersee beobachtet. Ein Bild des Reptils existiert nicht. (Symbolbild)
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An der Grenze zwischen Mosen und Beinwil am See will der Fischer den Kaiman beobachtet haben, wie er nach einer jungen Ente geschnappt hat.
Das Reptil ist gemäss den glaubhaften Schilderungen des Fischers zirka 1,5 Meter gross. (Symbolbild)
Am 11. Juli 2019 meldet die «SonntagsZeitung», ein Fischer habe wenige Tage nach der Kaiman-Sichtung einen Wels aus dem Hallwilersee gezogen.
Der Fischer hat im Wels – halb im Rachen, halb im Magen – einen Haubentaucher gefunden – ein Tier, das man mit einer jungen Ente verwechseln kann. (Archiv)
Ein Beitrag von «TeleM1» zeigt, wie ein Wels Jagd auf Vögel macht. Der Wels ist der grösste Raubfisch in der Schweiz und kommt im Hallwilersee häufig vor.
Beizer am Hallwilersee machten sich den Hype um den Kaiman zunutze: Am Strandbad Seerose wurden Krokodilburger serviert.
Auch die Leserreaktionen blieben nicht aus: Auf Facebook kursierten schon nach kurzer Zeit lustige Bildcollagen und Kommentare...
Hauptsache, regionale Produkte.
Der Kaiman erfrischt sich im Sommerloch.
«Erlebnis Hallwilersee!»
«Mein Mann dachte, als ich es ihm erzählte, ein Porsche Cayman sei im Hallwilersee gelandet.»
Geld machen mit Crocodile Watching – gute Idee!
Die Cayman Islands liegen jetzt im Aargau, Seengen ist vorübergehend von der Landkarte verschwunden.
Nach dem Kaiman ist nun er die neue Sensation am Hallwilersee!
Beinwil am See hat schon sein Wappen angepasst.
Aufgepasst!
Diesen Baby-Kaiman entdeckte im August 2016 eine Medizinstudentin auf einer Strasse in Rümlang.
Sie übergab ihn der Polizei. Tierpfleger kümmerten sich um das Tier und nannten es "Julius".
Ein Mann hatte Julius ohne Bewilligung gehalten. Polizei und Veterinäramt konnten ihn ausfindig machen. Julius erhielt später ein neues Zuhause.
Kaimane werden oft mit Krokodilen verwechselt. Sie sind aber kleiner und weniger gefährlich. Dies hier ist ein Kaiman. (Symbolbild)
Ein Alligator: Der Kaiman gehört zur Unterfamilie der Alligatoren, innerhalb der Krokodile.

Am Sonntagabend, 14. Juli 2019, hat ein Fischer einen Kaiman im Hallwilersee beobachtet. Ein Bild des Reptils existiert nicht. (Symbolbild)

imago

Es war nicht nur für die Presse ein gefundenes Fressen. Auf Facebook kursierten schon nach kurzer Zeit lustige Bildcollagen und Kommentare. «Frau findet Kaiman in Sommerloch» war beispielsweise zu lesen. Im Strandbad Seerose in Meisterschwanden konnten sich Badegäste neu mit Krokodil-Burgern verköstigen. Und ein 17-jähriger Junge lancierte eine Petition, um den mutmasslichen Kaiman vor dem tödlichen Abschuss zu bewahren – sollte er jemals gefunden werden. Was bis heute nicht passiert ist. Ob es sich beim Reptil in Wahrheit nur um einen Wels handelte, wie eine Theorie lautete, ist nicht geklärt. «Wir haben keine Beweise für die Existenz eines Kaimans im Hallwilersee, dass es ihn nicht gibt, kann aber auch niemand mit Sicherheit sagen», sagte Polizeisprecher Roland Pfister gegenüber der AZ.

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