Aargauer des Jahres
Der NAB-Award zieht um und öffnet sich fürs Publikum

Von der Lokführerin bis zum Kunstturner – eine Jury hat sieben Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum «Aargauer des Jahres» nominiert. Nun entscheidet die Bevölkerung, welche drei Chancen auf den Titel haben sollen. Klar ist schon jetzt: Bei der achten Ausgabe des «NAB-Award» wird vieles anders.

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Posieren am neuen Veranstaltungsort (von links): Die Jurymitglieder Sandro Burki (Sportchef FC Aarau), Corina Eichenberger (FDP-Nationalrätin) und Judith Wernli (Moderatorin SRF 3) geben mit Roland Herrmann, CEO der Neuen Aargauer Bank, im Badener Trafo die sieben Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum «Aargauer des Jahres» bekannt.

Posieren am neuen Veranstaltungsort (von links): Die Jurymitglieder Sandro Burki (Sportchef FC Aarau), Corina Eichenberger (FDP-Nationalrätin) und Judith Wernli (Moderatorin SRF 3) geben mit Roland Herrmann, CEO der Neuen Aargauer Bank, im Badener Trafo die sieben Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum «Aargauer des Jahres» bekannt.

Chris Iseli

Trafo in Baden statt Umweltarena in Spreitenbach: Die Preisverleihung erhält eine neue Heimat. Das ist eine von mehreren Neuerungen im Hinblick auf die achte Ausgabe der Wahl zum «Aargauer des Jahres». Ein Titel, der seit 2011 an Personen verliehen wird, die Ausser-gewöhnliches geleistet haben.

Erstmals können nicht mehr nur geladene Gäste die Übergabe des «NAB-Award» vor Ort mitverfolgen, der Anlass wird für die Bevölkerung geöffnet – zumindest teilweise. Bei einer Verlosung gibt es Tickets zu gewinnen. «Wir wollen mehr zu den Leuten gehen»,
erklärt Roland Herrmann, CEO der Neuen Aargauer Bank (NAB), diesen Schritt. Die festlichen Galaabende der letzten Jahre seien zwar sehr schön, aber auch sehr lang gewesen.

Auf Stehdinner und gekürzten Teil mit Preisverleihung und Showacts folgt eine «ungezwungene After-Show-Party», wie es in der Medienmitteilung heisst. Anders als im letzten Jahr wird der Anlass nicht mehr live von Tele M1 übertragen. Gleich bleibt hingegen: Die Gewinnerin oder der Gewinner wird je zur Hälfte vom Saalpublikum und von den Teilnehmern des Online- und SMS-Votings bestimmt. Wer am 1. Dezember zur Wahl stehen wird, entscheidet sich im Verlauf der kommenden Wochen.

Drei Frauen, vier Männer

Eine Vorauswahl hat die zehnköpfige Jury bereits getroffen. An der Medienkonferenz vom Freitagnachmittag verrieten CEO Roland Herrmann zusammen mit Jurypräsidentin und Nationalrätin Corina Eichenberger und den weiteren Jurymitgliedern Judith Wernli
(Radiomoderatorin SRF 3) und Sandro Burki (Sportchef FC Aarau) die Namen der sieben Kandidatinnen und Kandidaten. Die erste Hürde geschafft haben drei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Bereichen. 25 ist der jüngste Kandidat (Kunstturner Oliver Hegi), 63 die älteste Kandidatin (Netzwerk-Asyl-Präsidentin Patrizia Bertschi). FDP-Nationalrätin
Eichenberger sprach von einem «tollen Strauss an Kandidaten». Und auch Herrmann ist überzeugt von der Auswahl der Jury: «Die sieben nominierten Persönlichkeiten zeigen eindrücklich, wie vielfältig die ausserordentlichen Leistungen sind, die Aargauerinnen und Aargauer Jahr für Jahr erbringen.»

Die Kandidaten im Video

Hier stellen sich die Kandidatinnen und Kandidaten in persönlichen Videos vor.

Neu gestaltet wird auch der Charity-Teil, der nach Aussage von Roland Herrmann genauso wichtig sei wie die Wahl selbst: Zum ersten Mal werden die gemeinnützigen Projekte, für die Geld gesammelt wird, der Öffentlichkeit im Vorfeld schon vorgestellt. Wer spenden will, kann dies gezielt für seinen Favoriten tun. NAB-Chef Herrmann sprach bei der Pressekonferenz im Badener Trafo von drei «wunderbaren Projekten».

  • Die Igel-Notpflegestation im Seetal ist im Frühling geschlossen worden. Die Stiftung Satis in Seon will nun dieses Angebot weiterführen. Erstes Ziel: 20 Notpflegeplätze für Igel. 25 000 Franken wären dazu nötig. Die Stiftung, die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen einen Platz zum Wohnen und Arbeiten anbietet, erhofft sich eine «sinnstiftende und nachhaltige Tätigkeit für ihre Klienten».
  • Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer von «4africa» aus Vordemwald wollen Kindern und Jugendlichen in Malawi eine Perspektive fürs Leben bieten. Dafür unterstützen sie eine private Schule mit 300 Schülern. 20 000 Franken wären nötig, um den Grossteil des neuen Schulgebäudes mit vier Klassenzimmern zu finanzieren.
  • Im nächsten Jahr plant die «AGJA – Jugendarbeit Aargau» einen Mädchen- und Bubenkulturtag. In Workshops sollen die 11- bis 16-Jährigen aus dem ganzen Kanton und allen Bevölkerungsschichten spannende Erfahrungen sammeln können. Das Spendenziel für dieses Projekt: 15 000 Franken.

Welcher Betrag zusammenkommt, wird am 1. Dezember bei der Übergabe der Checks enthüllt. Fest steht schon jetzt: Jeder gespendete Franken fliesst an das ausgewählte Projekt und wird von der NAB verdoppelt.

Das sind die bisherigen Preisträger

2011: Claire Hoerdt wurde allererste «Aargauerin des Jahres». In Othmarsingen gab sie über 100 Kindern und Jugendlichen, meist aus schwierigen Verhältnissen, Geborgenheit und Struktur.

2012: Auch Hans-Peter Lang wurde für sein langjähriges soziales Engagement geehrt: Er hatte die nach christlichen Grundsätzen arbeitende und heute aus dem Aargau nicht mehr wegzudenkende Stiftung Wendepunkt
gegründet.

2013: Trotz Epilepsie gewann Kunstturner Lucas Fischer Silber an der EM. 2015 trat er zurück. Heute hat er die Krankheit im Griff und tritt unter anderem in Musicals auf.

2014: Die im April verstorbene Irma Koch war so etwas wie die legendärste Wirtin im Kanton. Im «Chäber» in Wohlen bot sie Randständigen Platz am Stammtisch.

2015: Rocco Umbescheidt aus Rombach leitete während zweier Jahrzehnte erfolgreich Hilfsprojekte in Nepal, unter anderem nach dem schweren Erdbeben von 2015.

2016: Flüchtlingshelferin Marit Neukomm gewann den Preis für ihren Einsatz mit ihrem Verein «Volunteers for Humanity», der Kleidersammlungen und Hilfstransporte organisiert.

2017: Kinderarzt Markus Wopmann wird für sein jahrzehntelanges Engagement für misshandelte Kinder ausgezeichnet. (AZ)

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