Demokratiekonferenz
Diskussionen und Workshops zum Thema «Frauen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft»

Was hat die Schweiz seit der Einführung des Frauenstimmrechts vor 50 Jahren erreicht und wo gibt es Defizite? Die zehnte Ausgabe der Demokratiekonferenz in Aarau beschäftigte sich an zwei Tagen mit diesen Fragen.

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Ursula Mauch war die erste Aargauerin im Bundeshaus. 1979 – acht Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts – wurde sie in den Nationalrat gewählt. Am Donnerstag eröffnete sie die zehnte Demokratiekonferenz im Kultur- und Kongresszentrum in Aarau. Organisiert wurde der zweitägige Anlass von der Staatskanzlei des Kantons Aargau in Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium Baden-Württemberg und der Stadt Aarau.

Ursula Mauch eröffnete die Demokratiekonferenz in Aarau.

Ursula Mauch eröffnete die Demokratiekonferenz in Aarau.

zvg

Landammann Stephan Attiger bezeichnete den Kanton Aargau mit seinen Veranstaltungen und Akteuren zum Thema Demokratie als «Demokratiehub der Schweiz». Barbara Bosch, Staatsrätin in Baden Württemberg betonte ihrerseits die Wichtigkeit der Demokratiekonferenzen als Plattform des Austausches.

Die Demokratiekonferenz beschäftige sich – 50 Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts – mit dem Thema «Frauen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft». Ursula Mauch erinnerte sich in ihrem Eröffnungsreferat und im Gespräch mit Moderatorin Nadine Jürgensen zurück an die zahlreichen, heute teilweise überwundenen Herausforderungen für mehr Mitsprache und Beteiligung von Frauen.

Chancengleichheit von Frauen und Männern ist noch nicht erreicht

In verschiedenen Diskussionen und Workshops wurde das seit 1971 Erreichte gewürdigt und eine Standortbestimmung vorgenommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz waren sich laut Mitteilung des Kantons grossmehrheitlich einig, dass es weiterhin Handlungsbedarf gebe, um die effektive Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Politik zu erreichen. Bei der Frage, wie diese Chancengleichheit erreicht werden soll und ob es dafür Frauenquoten braucht, gingen die Meinungen hingegen auseinander.

Nach einem Vortrag der deutschen Wissenschafterin Petra Ahrens kreuzten alt Ständerätin Christine Egerszegi und Kathrin Bertschy, GLP-Nationalrätin und Co-Präsidentin der Organisation «Alliance F», die Klingen.

Grossratspräsident Pascal Furer (SVP) und Grünen-Nationalrätin Irène Käline wiederum diskutierten mit dem Demokratieforscher Daniel Kübler und der neu gewählten Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger über den Regulierungsbedarf und die unterschiedlichen Hebelmöglichkeiten der Politik auf Bundes- und Kantonsebene.

Alt Ständerätin und Unternehmerin Pascale Bruderer.

Alt Ständerätin und Unternehmerin Pascale Bruderer.

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Am Freitag, dem zweiten Konferenztag, stand der Themenbereich Frauen in der Wirtschaft im Zentrum. Pascale Bruderer, alt Ständerätin (SP) und Start-up-Unternehmerin, hielt ein Referat zum Thema «Voraussetzungen für ein gutes Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft zu Gunsten von mehr Diversität».

Moderatorin Nadine Jürgensen leitet die Diskussion mit Doris Aebi, Margarete Voll und Valentin Vogt (v.l.).

Moderatorin Nadine Jürgensen leitet die Diskussion mit Doris Aebi, Margarete Voll und Valentin Vogt (v.l.).

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Anschliessend diskutierten Arbeitgeberpräsident Valtentin Vogt, Margarete Voll, langjährige Personalleiterin der Allianz Versicherung in Deutschland, und Headhunterin und ehemalige Regierungsratskandidatin Doris Aebi die Frage, wie die Wirtschaft mit gutem Beispiel in der Frauenförderung voranschreiten kann und wo die Politik mittels Leitplanken Vorgaben geben soll. (az)

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