Coronamassnahmen
Verkürzte Quarantäne: Warum sich das neue Regime im Aargau nicht von heute auf morgen umsetzen lässt

Wer einen negativen Coronatest vorlegen kann, darf künftig die Quarantäne nach sieben statt nach zehn Tagen verlassen. Bis das im Aargau aber vollends umgesetzt werden kann, wird es noch dauern.

Raphael Karpf
Drucken
Teilen
Wer einen negativen Test vorweisen kann, kann künftig nach sieben Tagen die Quarantäne verlassen.

Wer einen negativen Test vorweisen kann, kann künftig nach sieben Tagen die Quarantäne verlassen.

Gian Ehrenzeller

Wer mit einer infizierten Person Kontakt hatte oder aus einem Risikoland einreist, muss in Quarantäne. Daran hat sich nichts geändert. Was ab dem 8. Januar neu ist: Wer nach sieben Quarantänetagen einen negativen Coronatest vorweisen kann, darf die Quarantäne vorzeitig verlassen. Er muss in den nächsten drei Tagen aber zwingend immer einer Maske tragen und den Abstand einhalten. Der Test muss zudem aus dem eigenen Sack bezahlt werden.

Das hat der Bund am Mittwoch entschieden. Die Aargauer Regierung hatte sich in der Vernehmlassung dagegen gewehrt. Eine verkürzte Quarantäne würde zu einem Anstieg der Infektionen führen, befürchtete Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati. Das könne das Gesundheitswesen aktuell nicht verkraften.

Regierungsrat findet die Lösung «akzeptabel»

Nach dem Bundesbeschluss klingt die Aargauer Regierung deutlich diplomatischer: Die Verkürzung der Quarantäne sei «eine akzeptable Lösung», solange am siebten Tag getestet werde und anschliessend weiter Masken getragen werden, heisst es in der Mitteilung der Regierung.

Damit das neue Regime umgesetzt werden könne, brauche es vom Kanton nun einige logistische und organisatorische Arbeiten, teilt der Regierungsrat weiter mit. Zum einen müssen Personen in Quarantäne getestet werden. Dann müssen die Personen mit negativem Test frühzeitig aus der Quarantäne entlassen werden. Und schliesslich muss das Ganze noch kontrolliert werden. Der Kanton sei erst in vier bis sechs Wochen in der Lage, die Kontrollen durchzuführen, sagte Gallati am Montag in der AZ.

Keine Verschärfung für Grenzgänger

Der Bundesrat hat am Mittwoch auch die Auflagen für Einreisende erhöht. Wer aus einem Risikoland einreist, muss neu einen negativen Test vorlegen (oder sich innert 48 Stunden nach der Rückkehr testen lassen). Ausserdem müssen Einreisende ihre Kontaktdaten angeben und sich in Quarantäne begeben. Wer aus einem Nicht-Risikoland einreist, muss einzig seine Kontaktdaten angeben. Allerdings nur, wer per Bus, Zug, Flugzeug oder Schiff einreist. Wer mit dem Auto kommt, nicht.

Grenzgänger können weiterhin ohne Auflagen in die Schweiz arbeiten kommen. Sehr zur Freude von Beat Bechtold, dem Direktor der Aargauischen Industrie- und Handelskammer. Er sagt: «Wir sind sehr froh, dass der Bund die Bedingungen für Grenzgängerinnen und Grenzgänger nicht verschärft hat und es nicht zu Behinderungen und Staus kommen wird.» Die aktuelle epidemiologische Lage würde es zulassen, dass die Kontrollen im Moment nicht verschärft werden müssen, so Bechtold weiter. Auch die Aargauer Regierung begrüsst in einer Mitteilung, dass die Regeln für Grenzgänger nicht verschärft werden. Rund 14'000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger pendeln jeden Tag in den Aargau.

Aktuelle Nachrichten