Aargau/Solothurn

Besorgte Leser fürchten um den Luchs: Könnte er abgeschossen werden?

In der Nacht vom 10. auf den 11. August 2016 Luchs tappte dieser Luchs in eine Fotofalle im Revier Lostorf-Wartenfels.

Läuft der Pelzträger Gefahr, abgeschossen zu werden, sollte er Schafe und Hühner reissen oder dem Menschen zu nahe kommen?

In der Nacht vom 10. auf den 11. August 2016 Luchs tappte dieser Luchs in eine Fotofalle im Revier Lostorf-Wartenfels.

Der Luchs, der entlang der Kantonsgrenze Aargau/Solothurn in eine Fotofalle getappt war, erfreute viele az-Leser. Doch der Schnappschuss nährte auch die Befürchtungen, das prächtige Tier könnte abgeschossen werden, sollte es dem Menschen zu nah kommen. Die az hat nachgefragt.

«Ein wunderschönes Kätzchen», freut sich ein az-Leser über den Luchs, der im Revier Lostorf-Wartenfels auf frischer Tat in die Fotofalle getappt war. «Tolle Aufnahme, ein sehr schönes Exemplar», findet ein weiterer Leser. 

Das Bild des seltenen Tiers sorgte aber nicht nur für Freude. Auch die Sorge um die Wildkatze war in den Leserkommentaren allgegenwärtig. «Fragt sich, wie lange er lebt», schreibt eine junge Frau auf Facebook und fügt an: «Der Mensch will immer alles abschiessen!»

Doch läuft der Pelzträger tatsächlich Gefahr, abgeschossen zu werden, sollte er Schafe und Hühner reissen oder dem Menschen zu nahe kommen? 

«Der Luchs ist schon zwischen 15 und 20 Jahren in unseren Wäldern unterwegs», erklärt Thomas Stucki auf Anfrage der az. Der Jagdverwalter des Kantons Aargau weiss: «Bislang gab es nie Probleme mit dem Tier.» 

Für den Menschen stelle das Tier sowieso keine Gefahr dar, erklärt Stucki weiter. Vielmehr müsse man den Anblick geniessen, sollte man im Wald zufällig auf einen Luchs treffen. Das Tier weicht dem Menschen aus und würde von allein wieder das Weite suchen.  

Bei der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons gehen immer wieder Meldungen über gerissene Nutztiere ein. «Alle Fälle werden durch unsere Rissexperten begutachtet», so Stucki. «Meist stellt sich jedoch heraus, dass ein Hund der Übeltäter war. Ein Luchsriss wurde im Kanton bis jetzt noch nie festgestellt.»

Luchs tappt in Fotofalle

Luchs tappt in Fotofalle

Für Jäger Charles Fehlmann ist es wie ein Sechser im Lotto: Das Foto, das die Fotofalle im Lostorfer Wald knipste, hat schon fast Seltenheitswert.

Weil der Luchs in der Schweiz geschützt ist, taucht er auch nicht in der Jagdstatistik des Kantons auf. Zumindest nicht bei den Abschüssen. Beim Fallwild – also bei Tieren, die durch nicht-jagdliche Einwirkung des Menschen gestorben sind – gibt es allerdings einen Eintrag aus dem Jahr 2012. «Damals wurde im Fricktal ein Jungluchs überfahren», erinnert sich Stucki. 

Über Luchssichtungen aus der Region ist die Aargauer Sektion Jagd und Fischerei immer froh. Besonders natürlich über Fotos der hübschen Kätzchen. Die Bilder würden dann jeweils mit der schweizerischen Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) in Bern abgeglich, wie Stucki erklärt. «Anhand der Fellmuster können wir Rückschlüsse auf Geschlecht, Alter und Jagdgebiet der Luchse machen.» 

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