Jugendmedienwoche
«Arena»-Moderator Jonas Projer teilt seine Erfahrungen mit Jugendlichen

Wenige schaffen es, Politiker so charmant abzuklemmen, wie «Arena»-Moderator Jonas Projer. Den Jugendlichen erklärt er, wie man es schafft, den Politikern Antworten zu entlocken.

Stefania Telesca
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Jonas Projer gibt heute Abend das Zepter an die drei Gymnasiasten ab: Sara Beeli aus Meilen, Luis Baptista aus Bonaduz und Andrea Marti aus Gipf-Oberfrick.

Jonas Projer gibt heute Abend das Zepter an die drei Gymnasiasten ab: Sara Beeli aus Meilen, Luis Baptista aus Bonaduz und Andrea Marti aus Gipf-Oberfrick.

SRF/Oscar Alessio

«Egal, was ich frage oder was ich mache, er versucht es», sagt Jonas Projer zu den Jugendlichen und spricht über die Politiker im «Arena»-Studio. «Jeder will seine Botschaft platzieren, so lange und so ausführlich und so oft wie möglich». Projer moderiert die «Arena» seit 2014 und bereitet die drei Gymnasiasten auf den Umgang mit den Politgästen vor. «Ein bekannter nationaler Politiker sagte einmal zu mir, dass er innerhalb der ersten halben Stunde seine Botschaft fünf Mal raushaue. Wieso in der ersten halben Stunde? Weil er weiss, dass die Zuschauerzahlen dann am höchsten sind.»

Je besser sie die Fragen vorbereitet hätten, desto mehr könnten sie auf die Beantwortung insistieren, erklärt Projer den Schülern. «Wenn die Antwort nicht richtig kommt, dann könnt ihr höflich sagen: Gefragt habe ich Sie aber etwas anderes.» Sollte der Gast die Frage dennoch nicht beantworten, dürften die Schüler auch sagen: «Jetzt habe ich Sie bereits zwei Mal gefragt, wollen Sie einfach keine Antwort geben?»

Wichtig sei dabei, die Transparenz gegenüber dem Publikum zu wahren und dieses mit ins Boot zu holen. «Letzte Woche wollte ein Gast eine Frage wirklich nicht beantworten, dann musste ich sagen: ‹Hören Sie, das Publikum zu Hause möchte wirklich wissen, ob Sie für oder gegen die Sozialhilfesenkung sind.›»

Sollte gar nichts mehr helfen, stellt sich Projer neben einen Gast hin: «Wenn es ein sehr dominanter Gast ist, lege ich ihm auch einmal eine Hand auf die Schulter. Aber da müsst ihr schauen, was ihr euch traut und womit ihr euch wohlfühlt.»

Podien, Debatten, Jugendsession

Heute Freitag wird nicht nur in der «Arena» debattiert, auch im Aargau findet eine politische Diskussion statt: Kantischüler messen sich im regionalen Debattierfinal in Wohlen.

In der SRF-«Arena» heute Abend ist mit Cédric Wermuth (SP) ein Aargauer Nationalrat dabei, der sich schon sehr früh für Politik interessierte. 14 Jahre alt war Wermuth, als er 2000 mit zwei Kollegen die Juso Freiamt gründete. Inzwischen ist er Ständeratskandidat und national bekannt als Politiker, der die Debatte ausgesprochen liebt. Das gilt auch für 16 Jugendliche, die sich heute an der Kantonsschule Wohlen zum Regionalfinal von «Jugend debattiert» treffen. Der Anlass wird organisiert von Young Enterprise Switzerland, dabei sollen Jugendliche gemäss einer Mitteilung lernen, «komplexe Themen zu verstehen, Argumente zu bilden, sich wortgewandt auszudrücken und sich eine eigene Meinung zu bilden». Speziell ist bei «Jugend debattiert», dass die Teilnehmer nicht ihre eigene Meinung vertreten, sondern Pro- und Kontraseiten zu den jeweiligen Themen ausgelost werden.

Plattformen für politische Debatten bietet im Aargau auch das Jugendparlament. An zwei «Speed Debating»-Anlässen kürten die jungen Zuhörer ihre Favoriten unter den teilnehmenden Politikern. Die bisherigen Sieger: Jonas Fricker (Grüne), Uriel Seibert (EVP) und René Bodmer (SVP).

Jährlich findet im Grossratssaal die kantonale Jugendsession statt. Dabei werden Anliegen der Teilnehmer in konkrete politische Vorstösse umgesetzt und später von Grossräten im Kantonsparlament eingereicht.

Im Wahlkampf für den National- und Ständerat organisiert das Jugendparlament vier Podien. Bei den ersten drei treten Jungpolitiker auf, beim letzten Podium am 26. September in der Alten Kanti Aarau «laden wir die Profis ein», sagt Samuel Hasler, Co-Präsident des Jugendparlaments Aargau. (FH)

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