Hochwassergefahr
Am Rhein ist der Höchststand erreicht – der Hochwasserschutz bleibt übers Wochenende stehen

Für Freitag ist Regenpause angekündigt. Doch die Gefahr ist nicht vorbei. Am Rhein in Wallbach werden mobile Hochwasserschutzsperren eingebaut. Und in Othmarsingen werden die Wasserdämme noch nicht vollständig entfernt.

Jürg Krebs
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So präsentiert sich ein Feld in der Bischmatt am Freitagmorgen nach 24 Stunden Regen
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Die Aare tritt in Döttingen übers Ufer, überschwemmt wird hier aber nur ein Fussweg am Fluss. Links hinten das Häuschen des Fischereivereins.
Ein Fussweg an der Aare in Döttingen.
Das Häuschen des Fischereivereins Döttingen an der Aare - hinten ist der überschwemmte Spaziergang zu sehen.
Beaver-Schutzsysteme in Othmarsingen
Hochwassergefahr in Wallbach im Fricktal: Zivilschützer stehen am Freitagmorgen im Einsatz und erstellen auf 150 Metern eine Hochwassersperre mit sogenannten Beaver-Schläuchen.
Hochwassergefahr in Wallbach im Fricktal: Zivilschützer stehen am Freitagmorgen im Einsatz und erstellen auf 150 Metern eine Hochwassersperre mit sogenannten Beaver-Schläuchen.
Hochwassergefahr in Wallbach im Fricktal: Zivilschützer stehen am Freitagmorgen im Einsatz und erstellen auf 150 Metern eine Hochwassersperre mit sogenannten Beaver-Schläuchen.
Hochwassergefahr in Wallbach im Fricktal: Zivilschützer stehen am Freitagmorgen im Einsatz und erstellen auf 150 Metern eine Hochwassersperre mit sogenannten Beaver-Schläuchen.
Hochwassergefahr in Wallbach im Fricktal: Zivilschützer stehen am Freitagmorgen im Einsatz und erstellen auf 150 Metern eine Hochwassersperre mit sogenannten Beaver-Schläuchen.
Hochwassergefahr in Wallbach im Fricktal: Zivilschützer stehen am Freitagmorgen im Einsatz und erstellen auf 150 Metern eine Hochwassersperre mit sogenannten Beaver-Schläuchen.
Am Rhein bei Wallbach ist der Brugger Zivilschutz im Einsatz: Beaver-Schläuche gegen die erwarteten Fluten.
Die Feuerwehr hat in Othmarsingen Beaver-Schutzsysteme aufgestellt, um sich vor einer Überschwemmung zu schützen
Die Feuerwehr hat in Othmarsingen Beaver-Schutzsysteme aufgestellt, um sich vor einer Überschwemmung zu schützen
Die Feuerwehr hat in Othmarsingen Beaver-Schutzsysteme aufgestellt, um sich vor einer Überschwemmung zu schützen

So präsentiert sich ein Feld in der Bischmatt am Freitagmorgen nach 24 Stunden Regen

Markus Dietschi

Der Aargauer Krisenstab hat nach der Lagebeurteilung vom Freitagmorgen reagiert. Zwar war an Aare, Limmat und Reuss mit der Gefahrenstufe 2 noch immer mässige Gefahr angezeigt. Aber am Rhein spitzte sich die Situation zu: Gefahrstufe 3 - "erhebliche Gefahr". Die Regenpause täuschte nämlich. Das Hochwasser würde erst noch kommen.

Gemäss dem Sprecher des Krisenstabs, Michel Hassler, wurden am Freitagmorgen bei Wallbach mobile Hochwasserschutzsprerren eingebaut, sogenannte Beaver-Schläuche, und zwar auf einer Länge von 150 Metern. Beaver-Schläuche sind grosse, mit Wasser gefüllte Schläuche, die einen Wall bilden.

Bei Wallbach am Rhein bestand vor Mittag nur noch eine Reserve von 10 Zentimetern, bis der Fluss über das Ufer treten sollte. Die Prognosen rechneten für die Mittagsstunden mit dem Höchststand des Rheins.

Ein Einsatz standen und stehen in Wallbach die Feuerwehr Unteres Fischingertal, der regionale Krisenstab Unteres Fricktal und eine Einheit des Zivilschutzes Brugg, das sich gerade im Wiederholungskurs befindet. Aber auch das Aargauer Katastrophen Einsatzelement.

Die Zivilschützer wurden am Nachmittag aber nach Birr verlegt, um die dort ebenfalls verlegten Schläuche abzubauen, weil sich die Situation dort beruhigt hatte.

Um 16 Uhr erklärte der Kommandant des Kantonalen Katastrophenelements, David Bürge, dass der Rhein wohl den Höchstand erreicht hat - knapp 6 Zentimeter unterhalb der Beaver-Schläuche. Diese bleiben bis Montag stehen. Dann wird laut Bürge eine neue Lagebesprechung vorgenommen. Seiner Einschätzung nach, wird es nicht zu einer Überschwemmung kommen.

Grosse Gefahr herrscht derzeit entlang des Rheins in der Region Bodensee, wie die nationale Gefahrenkarte aufzeigt. Der Rheinfall bietet wegen Hochwassers ein Spektakel.

Der Regen der letzten Tage brachte den Flüssen Hochwasser und am Rheinfall ein Naturschauspiel der Extraklasse.
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Der Regen der letzten Tage brachte den Flüssen Hochwasser und am Rheinfall ein Naturschauspiel der Extraklasse.
Der Regen der letzten Tage brachte den Flüssen Hochwasser und am Rheinfall ein Naturschauspiel der Extraklasse.
Der Regen der letzten Tage brachte den Flüssen Hochwasser und am Rheinfall ein Naturschauspiel der Extraklasse.
Der Regen der letzten Tage brachte den Flüssen Hochwasser und am Rheinfall ein Naturschauspiel der Extraklasse.

Der Regen der letzten Tage brachte den Flüssen Hochwasser und am Rheinfall ein Naturschauspiel der Extraklasse.

Keystone

Beaver-Schläuche in Birr bleiben

In Othmarsingen waren gegen flutwellenartiges Oberflächenwasser die grossen, orangen Beaver-Schläuche aufgebaut worden. Sie sollten in der Nacht auf Freitag Häuser, Keller und Strassen schützen. Das Wasser ist dann tatsächlich wie erwartet geflossen, nachdem es gestern Abend ununterbrochen geregnet hatte. Dies erklärt Thomas Spinner, Kommandant der regionalen Feuerwehr Maiengrün am Freitagmorgen auf Anfrage.

Im Gegensatz zum Mittwoch vor einer Woche als sich der gewittrige Regen Flutwellenartig über Othmarsingen und die Region ergoss, blieb er am Donnerstagabend konstant. Spinner: "Dadurch konnte das Wasser kontinuierlich abfliessen." Für den Feuerwehrkommandanten ist klar: "Die Schutzmassnahmen haben sich bewährt." Trotzdem blieb die Feuerwehr die Nacht über vor Ort, um die Situation zu beobachten.

Trotz Regenunterbruchs, die Gefahr ist nicht vorbei. Für die nächsten Tage ist weiterer Regen angekündigt. Deshalb bleiben gewisse Schutzmassnahmen bestehen. Laut Spinner werden die Beaverschläuche aus dem Ortsbild verschwinden, um die Strassen wieder freizugeben.

Die Sandsäcke am Hang jedoch, die das Wasser in gewünschte Bahnen lenken, bleiben liegen, so Spinner. Was für Othmarsingen gilt, gilt auch für Hendschiken. In Birr bleiben die Beaver-Schläuche liegen, das teilt die Gemeinde über Facebook mit.

Den Feuerwehren im Kanton Aargau blieb eine vergleichsweise ruhige Nacht beschert. Wie der Sprecher der Kantonspolizei, Roland Pfister, auf Anfrage erklärt, waren nächtens insgesamt 26 Feuerwehren zu 28 Einsätzen ausgerückt. Am stärksten betroffen war der Remetschwil mit 9 Einsätzen. Überflutet waren Keller sowie Strassen und auch umgestürzte Bäume mussten beseitigt werden.

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