Jahresrückblick
12 Gründe, warum 2016 für den Aargau ein gutes Jahr war

Politik, Sport, Kultur, Wirtschaft – wo der Kanton Erfolge feiern konnte. Ein Jahresrückblick fernab von negativen Schlagzeilen.

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Der berühmteste Baum des Kantosn: Die Linner Linde – in Szene gesetzt von Profi-Fotograf Michel Jaussi

Der berühmteste Baum des Kantosn: Die Linner Linde – in Szene gesetzt von Profi-Fotograf Michel Jaussi

Michel Jaussi
Die Aargauer Band Al Pride und Turnerin Giulia Steingruber

Die Aargauer Band Al Pride und Turnerin Giulia Steingruber

Zur Verfügung gestellt

«Mit Aargauer Sound zu Olympiagold?» fragte die az vor den Spielen in Rio. Der Grund: Giulia Steingruber turnte ihre Bodenübung zur Musik der Aargauer Band Al Pride. Für Gold hats dann nicht ganz gereicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

An mangelnder Auswahl soll es jedenfalls nicht scheitern, denn 2016 machte eine neue Generation von jungen Aargauer Pop- und Rockmusikern auf sich aufmerksam: Al Pride eben, aber auch Frank Powers, Yokko, OneSentence.Supervisor, Pedestrians oder Ricky Harsh.

Ein Gemälde aus der Ausstellung «Kopf und Herz»

Ein Gemälde aus der Ausstellung «Kopf und Herz»

AZ

Der gebürtige Aarauer Karl Ballmer (1891–1958) war in den 1930er-Jahren einer der wichtigsten Vertreter der Hamburger Sezession, einer Verbindung von Avantgarde-Künstlern. Zu den Bewunderern Ballmers gehörte der Schriftsteller Samuel Beckett.

Er lernte den Künstler 1936 kennen und bezeichnete ihn später als einen «grossen unbekannten Maler». Das Kunsthaus Aarau hat diesem Befund entgegengewirkt und Ballmer in der zweiten Jahreshälfte die grosszügig dimensionierte Ausstellung «Kopf und Herz» gewidmet.

Michelle Steinbeck wurde mit ihrem Debüt-Buch für den Schweizer Buchpreis nominiert. (Archivbild)

Michelle Steinbeck wurde mit ihrem Debüt-Buch für den Schweizer Buchpreis nominiert. (Archivbild)

Keystone/GAETAN BALLY

Der diesjährige Schweizer Buchpreis ging an Christian Kracht für den Roman «Die Toten». Über noch mehr mediale Aufmerksamkeit durfte sich jedoch die ebenfalls nominierte Aargauer Schriftstellerin Michelle Steinbeck freuen.

Ihr Debüt «Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch» wurde im SRF-«Literaturclub» von Elke Heidenreich zerrissen («Die Autorin hat eine ernsthafte Störung»). Sie sei «weder normaler noch gestörter als andere Menschen», gab Steinbeck danach dem Tages Anzeiger zu Protokoll.

Silvan Dillier (vorne) führt den Bahnvierer auf den Diplomplatz. Zufrieden ist der Schneisinger damit nicht. Peter Klaunzer/Key

Silvan Dillier (vorne) führt den Bahnvierer auf den Diplomplatz. Zufrieden ist der Schneisinger damit nicht. Peter Klaunzer/Key

KEYSTONE

Fünf Athleten vertraten den Aargau bei den Olympischen Spielen in Rio: Judoka Ciril Grossklaus, Veloprofi Silvan Dillier, Schwimmer Yannik Käser und die beiden Kunstturner Christian Baumann und Oliver Hegi.

Der 26-jährige Dillier aus Ehrendingen holte mit dem Bahnvierer ein olympisches Diplom, wertvolle Erfahrungen haben aber natürlich alle gesammelt. Den Karriere-Zenit hat noch keiner der fünf erreicht, man wird sie also wohl noch bei weiteren Olympischen Spielen sehen. Nächste Chance: Tokio 2020.

Der Aargauer Kranzgewinner Nick Alpiger.

Der Aargauer Kranzgewinner Nick Alpiger.

Für einige war ja das Sportereignis des Jahres trotz Fussball-EM und Olympischer Spiele das «Eidgenössische» in Estavayer.

Schliesslich wurde nur dort ein König gekrönt. Den Titel trägt für die nächsten drei Jahre zwar kein Aargauer, Highlights aus hiesiger Sicht gab es aber trotzdem: Die «jungen Wilden» Nick Alpiger (19, im Bild), Patrick Räbmatter (24) und David Schmid (26) holten ihren ersten Kranz und dürfen sich nun «Eidgenossen» nennen. Der in den letzten Jahren schmerzlich vermisste Nachwuchs ist also da.

Wahlfeier für Doris Leuthard als Bundespräsidentin im Aargauer Kunsthaus in Aarau.

Wahlfeier für Doris Leuthard als Bundespräsidentin im Aargauer Kunsthaus in Aarau.

Sie ist zwar nur «Prima inter pares», also Erste unter Gleichen. Freuen darf man sich im Aargau natürlich trotzdem, dass Doris Leuthard nach 2010 turnusgemäss zum zweiten Mal zur Bundespräsidentin gewählt wurde.

Der erste Aargauer Bundesrat Emil Welti hat dies gleich sechs Mal geschafft - was auch ihr Ziel sei, wie die Freiämterin an der Bundespräsidentinnenfeier in Aarau scherzte. Matthias Müller würde es sicher freuen: Sein 2006 komponierter «Doris Leuthard Marsch» wird schliesslich nicht alle Tage gespielt.

Roland Brogli wurde als Regierungsrat verabschiedet.

Roland Brogli wurde als Regierungsrat verabschiedet.

Raphael Hünerfauth

Es war für Finanzdirektor Roland Brogli auch schon einfacher, dem Grossen Rat ein ausgeglichenes Budget vorzulegen. Sogar davor, den Blumenstrauss für 100-Jährige zu streichen, schreckte die Regierung bekanntlich nicht zurück.

Die Grossräte haben diese und weitere Massnahmen wieder zurückgenommen – und trotzdem ein ausgeglichenes Budget verabschiedet. Nicht dank einer Steuererhöhung, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern in freudiger Erwartung einer doppelten Gewinnausschüttung der Nationalbank.

Stefan Kurt alias Papa Moll am Filmset in Bad Zurzach.

Stefan Kurt alias Papa Moll am Filmset in Bad Zurzach.

Bad Zurzach reitet auf der Papa- Moll-Welle: Seit 2011 gibt es im Thermalbad Zurzach ein Papa-Moll-Land. Ein Jahr später folgte ein Papa-Moll-Band mit Bezug zur Gemeinde und in diesem Jahr nun die Krönung: Bad Zurzach war im August und September Hauptdrehort eines 5,5 Millionen Franken teuren Kinofilms über den tollpatschigen Familienvater.

Für die Studiodreharbeiten ist die Crew unterdessen nach Deutschland weitergezogen. Aber Bad Zurzach kommt zurück: Im Dezember 2017 auf die Leinwand.

Sieger in der Kategorie Technik: InterAx mit Aurélien Rizk, Martin Ostermaier und Luca Zenone (von links).Alex Spichale

Sieger in der Kategorie Technik: InterAx mit Aurélien Rizk, Martin Ostermaier und Luca Zenone (von links).Alex Spichale

Alex Spichale

Der Kanton Aargau kann auch international: Der Franzose Aurélien Rizk, der Deutsche Martin Ostermaier und der Tessiner Luca Zenone (im Bild von links) haben mit ihrem Start-up Inter-
Ax Biotech AG die diesjährige «Swiss Up-start Challenge» der Fachhochschule Nordwestschweiz in der Kategorie Technik gewonnen.

Die drei Jungunternehmer aus dem Umfeld des Paul-Scherrer-Instituts entwickeln eine Technik, mit der Nebenwirkungen von Medikamenten in einem früheren Stadium erkannt werden können.

Stefan Schraner (links) und Geri Hirt haben sich mit Leidenschaft dafür eingesetzt, den Stollen wieder zugänglich zu machen.

Stefan Schraner (links) und Geri Hirt haben sich mit Leidenschaft dafür eingesetzt, den Stollen wieder zugänglich zu machen.

Mario Heller

32 Kilometer Stollen führen bei Herznach in den Berg, aus dem bis 1967 Eisenerz gefördert wurde. Stefan Schraner (links) und Geri Hirt haben sich mit Leidenschaft dafür eingesetzt, diesen wieder zugänglich zu machen.

Die Eröffnung wurde im September gefeiert, fürs Erste mit 80 Meter Stollenabenteuer. Dies soll jedoch erst der Anfang sein. Schraner und Hirt planen, den Stollen noch weiter zu öffnen, mit einer Bergwerkbahn ins Innere. Dort, so eine von vielen Ideen, könnten künftig auch Trauungen vollzogen werden.

Profifotograf Michel Jaussi fotografierte für den Aargau Tourismus.

Profifotograf Michel Jaussi fotografierte für den Aargau Tourismus.

Mario Fuchs

Die Aufgabe von Aargau Tourismus ist es ja, den Kanton ins beste Licht zu rücken. Mit begrenztem Budget natürlich. Dass der Linner Profifotograf Michel Jaussi, der sonst für ABB oder Porsche arbeitet, seinem Heimatkanton etwas zurückgeben wollte und auf eigene Kosten das Konzept «Bildwelt Aargau» erarbeitete, war für die Kantons-Vermarkter deshalb ein Glücksfall.

Entstanden sind 30 traumhafte Imagebilder, unter anderem vom Schloss Lenzburg oder der in die weichen Hügel eingebetteten Gemeinde Frick.

Award-Kandidatin Johanna Gündel kam mit ihren Eltern Lena und Roger Gündel und ihrem Freund Richard Schmidt.

Award-Kandidatin Johanna Gündel kam mit ihren Eltern Lena und Roger Gündel und ihrem Freund Richard Schmidt.

KARL-HEINZ HUG

Gleich drei Aargauer waren dieses Jahr für den «Prix Courage» nominiert. Damit werden Menschen ausgezeichnet, die sich selbstlos für andere einsetzen. Zeqir Rexhaj aus Wohlen half, als ein Kleinflugzeug abstürzte. René Gloor aus Oberkulm rettete einer Frau das Leben, die von ihrem Mann niedergestochen wurde.

Und die Studentin Johanna Gündel (im Bild mit Familie) aus Oberwil-Lieli wehrte sich dagegen, dass ihre Gemeinde keine Flüchtlinge aufnehmen sollte. Dafür wurde sie auch als «Aargauerin des Jahres» nominiert.

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