«Aarburg solidarisch»
Gegenstimme zu Aarburgs Protestgrillierern schreibt der Regierung

In Aarburg hat sich die Gruppe «Aarburg solidarisch» formiert. Sie wendet sich mit einem Schreiben an die Aargauer Regierung. Es geht darin um die Deckung der Sozialhilfekosten - und um die Integration von Asylsuchenden.

Nora Bader
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In diesem Block in Aarburg sind syrische Familien untergebracht.

In diesem Block in Aarburg sind syrische Familien untergebracht.

Keystone

Aarburg war diesen Sommer schweizweit in aller Munde. Grund dafür war, dass der Kanton ankündigte, an der Lindengutstrasse rund 90 Asylsuchende unterzubringen und sich dagegen eine Protestbewegung bildete.

Diese veranstaltete Grill-Partys, um ihrem Unbehagen über das Vorgehen des Kantons Ausdruck zu verleihen. Unter dem Namen «Aarburg Solidarisch» erhebt sich nun eine Gegenstimme, die sich gestern erstmals an die Medien wandte. Rund 15 Personen sind dabei. Unterzeichnet haben das Communiqué Beat Ringger und Ewald Wullschleger.

Aarburg habe den prozentual höchsten Anteil an Ausländern aller Aargauer Gemeinden, schreibt «Aarburg Solidarisch» in ihrer Medienmitteilung. «Wir Aarburger können stolz darauf sein, dass wir täglich und mit Erfolg die nötige Verständigungsarbeit leisten, um das Zusammenleben vieler Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen zu ermöglichen».

Reiche Gemeinden drücken sich

Auf der anderen Seite sei es unverständlich, dass die Lasten für soziale Aufgaben im Aargau auf diejenigen Gemeinden abgewälzt würden, die günstigen Wohnraum aufweisen und Unterkünfte für Flüchtlinge bereit stellen würden. «Wir finden es beschämend, dass sich reiche Gemeinden vor diesen Aufgaben drücken, den Abbruch von günstigen Wohnungen fördern und Liegenschaftsbesitzer auffordern, keine Bezüger von Sozialhilfe zur Miete zu nehmen. Dadurch geraten ärmere Gemeinden finanziell in Bedrängnis.»

Für diese Probleme müssten rasch angemessene Lösungen gefunden werden. Eine Möglichkeit sieht «Aarburg Solidarisch» darin, einen kantonalen Ausgleichsfonds einzurichten, der zur Deckung der Kosten der Sozialhilfe und der Integration von Asylsuchenden dient. «Dieser Fonds würde von allen Gemeinden gemäss ihrer Steuerkraft mitfinanziert.»

Die Gruppe gelangt denn mit einem entsprechenden Schreiben an die Regierung und an die Parteien des Kantons Aargau. Sie erwartet Antworten bis Ende Februar und wird danach über ihre weiteren Aktivitäten entscheiden.

Eine syrische Familie posiert für den Fotografen in der Asylunterkunft Aarburg.
18 Bilder
Diese syrische Familie lebt seit ein paar Wochen in Aarburg.
Asylunterkunft in Aarburg.
Am Tag der offenen Tür konnte sich die intressierte Bevölkerung ein eigenes Bild von der Asylunterkunft machen, welche im Frühling zu landesweiten Schlagzeilen führte.
So leben die Flüchtlinge in der Asylunterkunft in Aarburg.
Eine syrische Familie vor dem Wohnblock in Aarburg.
Ein Bild des Dalai Lama steht vor einem Fenster der Asylunterkunft Aarburg.
Ein Mariabildnis steht in einer Ecke in der Asylunterkunft Aarburg.
Ein Kalender hängt an einem Bett in der Asylunterkunft Aarburg.
Sie leben wie ganz normale Familien: Einblick in die Flüchtlingsunterkunft in Aarburg.
Blick in eine Glasvitrine in der Asylunterkunft Aarburg.
Tibetische Flüchtlinge bereiten eine Spezialität aus ihrer Heimat zu.
Frauen aus Tibet kochen eine Spezalität aus Tibet in der Asylunterkunft Aarburg.
Im oberen Stockwerk des Wohnblocks in Aarburg, wo Asylbewerber leben.
Ein Kinderzimmer wie jedes andere auch.
Mädchen in der Asylunterkunft in Aarburg.
Blick aus dem Fenster der Asylunterkunft Aarburg am Samstag, 25. Oktober 2014. Am Tag der offenen Tür konnte sich die interessierte Bevölkerung ein eigenes Bild von der Asylunterkunft machen, welche im Frühling zu landesweiten Schlagzeilen führte.
Grosses Medieninteresse an der Aarburger Asylunterkunft.

Eine syrische Familie posiert für den Fotografen in der Asylunterkunft Aarburg.

Keystone

«Weltweit waren noch nie so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Elend und Tod. Die Flüchtlingsströme gelangen hauptsächlich in die Nachbarregionen von Konfliktgebieten. Wir anerkennen, dass die Schweiz vor Ort in den betroffenen Gebieten und Staaten mithilft, die Not zu lindern», schreibt «Aarburg Solidarisch».

Zusätzlich sei es eine Selbstverständlichkeit, dass die Schweiz Flüchtlinge aufnehme. «Wir begrüssen es deshalb, dass auch Aarburg ein namhaftes Kontingent Flüchtlinge beherbergt. Die einquartierten Flüchtlinge sollen spüren, dass wir ihre Not verstehen, dass wir ihnen beistehen.»