Geht es nach dem Kanton, dann sollen zum Fahrplanwechsel vom 9. Dezember auf der Buslinie 50.141, Laufenburg–Sulz–Obersulz, zehn Postautokurse gestrichen werden. Darüber informierte Stadtammann Herbert Weiss an der Gemeindeversammlung von Laufenburg. Für grosse Aufruhr im Plenum sorgte dies allerdings nicht: «Die Stimmbürger nahmen es lediglich zur Kenntnis», sagt Weiss.

Der Grund dafür, dass dies das Plenum nicht sonderlich tangierte, ist jener, mit dem auch das Departement für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) die geplante Streichung der Kurse begründet: die mangelnde Nutzung. «Bei den betreffenden Kursen betragen die durchschnittlichen Fahrgastzahlen zwischen null und drei Personen», sagt Jürg Bitterli, Projektleiter für öffentlichen Verkehr des Kantons. Die Erfassung der Fahrgäste erfolgt dabei elektronisch mittels Sensoren, die an den Türen angebracht sind.

Gestrichen werden sollen die Postautokurse von Montag bis Donnerstag um 21.38 und 23.38 Uhr ab Laufenburg sowie diejenigen um 22.05 und 0.05 Uhr ab Obersulz. Am Sonntag sollen die ersten Kurse ab Laufenburg – 7.38 und 8.30 Uhr – und die letzten – 20.38 und 22.28 Uhr – wegfallen. Ab Obersulz sind sonntags die beiden ersten Kurse – 7.05 und 8.05 Uhr – von der geplanten Streichung betroffen. «Kurse zu Randzeiten oder am Wochenende, die so tiefe Werte aufweisen, machen weder ökonomisch noch ökologisch Sinn», sagt Bitterli.

Zwei Eingaben sind eingegangen

Bis diesen Sonntag läuft noch die Fahrplanvernehmlassung, bei der Bürger und Behörden ihre Stellungnahme beim BVU abgeben können. «Bis jetzt haben uns zwei Eingaben erreicht», sagt Bitterli. Eine von einer Person aus Sulz, welche die Streichung der Kurse bedauere und eine Weiterführung fordere.

Die zweite Eingabe ist vom Laufenburger Stadtrat eingegangen. Zwar kann Weiss die geplante Streichung wirtschaftlich nachvollziehen, sagt aber auch, dass durch das Wegfallen der Postauto-Kurse ein Stück an Standortattraktivität verloren ginge. «Wenn einer dann im Dezember nachts in Laufenburg vergeblich auf das Postauto wartet, das er für gewöhnlich nimmt, um nach Hause zu kommen, kann ich seinen Unmut verstehen», sagt er.

Weiss ist sich bewusst, dass es schwierig werden wird, die Streichung der Kurse zu verhindern, dennoch wolle man gegen das Vorhaben Gegenwehr leisten. «Jeder Postauto-Kurs, der verloren geht, ist einer zu viel», sagt er.