Zeiningen
Nach jahrelangem Hin und Her: So will Zeiningen seine Schulraum-Probleme lösen

Ein Dreifachkindergarten und ein Mehrzweckgebäude für Sport und Kultur – so sieht die neue Schulraumplanung aus. Der Zeitplan ist straff: Im August sollen die Stimmberechtigten den Planungskredit bewilligen und bereits 2024 soll der Kindergarten fertig sein, ein Jahr später das Mehrzweckgebäude.

Nadine Böni
Merken
Drucken
Teilen
In den bestehenden Schulhäusern Brugglismatt soll mehr Schulraum geschaffen werden.

In den bestehenden Schulhäusern Brugglismatt soll mehr Schulraum geschaffen werden.

Claudio Thoma (23. November 2018)

Der Gemeinde Zeiningen steht ein spannender Sommer bevor. Nach monatelangen Planungen und Abklärungen – und einigen Wirrungen – könnten in den kommenden Monaten nämlich die Weichen gestellt werden für die künftige Schulraumgestaltung und das neue Mehrzweckgebäude.

Das Thema beschäftigt die Gemeinde seit Jahren. Im vergangenen Jahr lag bereits ein fast spruchreifes Projekt für einen Schulhausneubau mit Anbau einer Mehrzweckhalle an die bestehende Turnhalle vor – es wurde dann aber gestoppt, weil es Widerstand aus den Vereinen gab. Daraufhin wurde für die weitere Planung eine Arbeitsgruppe eingesetzt. In zwei Untergruppen kümmerte sie sich in den vergangenen Wochen um Abklärungen zum Schulraum/Kindergarten und zum Mehrzweckgebäude. Nun hat die Arbeitsgruppe die Resultate vorgelegt.

Arbeitsgruppe legt Resultate vor

Und: Die präsentierte Lösung sieht komplett anders aus, als vor einem Jahr angedacht. Statt eines Neubaus für drei Kindergartenabteilungen sowie die 1. und 2. Primarschulklasse sollen die vorhandenen Räume in den Schulhäusern Brugglismatt 1 und 2 besser genutzt werden. In einer Mitteilung heisst es:

«Die Arbeitsgruppe kam zum Schluss, dass bis zu vier zusätzliche Schulzimmer mit entsprechenden Gruppenräumen untergebracht werden können.»

So werde in den nächsten Jahren kein zusätzlicher Schulraum benötigt. Einen neuen Dreifachkindergarten hält die Arbeitsgruppe jedoch nach wie vor für «unverzichtbar».

Kindergartengebäude im Gebiet Brugglismatt

Bereits heute sind in Zeiningen drei Abteilungen in Betrieb, eine davon in einem Provisorium. «Es ist unbestritten, dass langfristig eine dritte Kindergartenabteilung benötigt wird», schreibt die Arbeitsgruppe dazu. Schulorganisatorisch sei es nicht sinnvoll, wenn zwei Abteilungen am jetzigen Standort im Mitteldorf untergebracht würden und ein neuer Standort im Brugglismatt erstellt würde: «Ein gemeinsamer Standort ist daher klar.»

Zwei Kindergartenabteilungen sind bisher im alten Schulhaus im Mitteldorf untergebracht.

Zwei Kindergartenabteilungen sind bisher im alten Schulhaus im Mitteldorf untergebracht.

Claudio Thoma (23. November 2018)

Geprüft werden soll nun eine Integration des Kindergartens in das geplante Mehrzweckgebäude – wobei die Arbeitsgruppe aber klar ein separates Kindergartengebäude im Gebiet Brugglismatt favorisiere, wie es heisst. Vorgesehen wäre dafür die Parzelle 143 am Brugglismattweg.

Mehrzweckgebäude mit Raum für Kultur und Sport

Das neue Mehrzweckgebäude ist derweil im Gebiet Aennermatt geplant. Bereits im Workshop mit den Vereinen im Herbst wurde beschlossen, dass ein neues Gebäude entstehen soll und kein Anbau an die Turnhalle Brugglismatt. Die Arbeitsgruppe schreibt:

«Das neue Mehrzweckgebäude soll wie bis anhin sowohl für sportliche als auch für kulturelle Anlässe genutzt werden können.»

Unter anderem soll die neue Halle mit 420 Quadratmetern deutlich grösser als die bisherige Halle im Mitteldorf (220 Quadratmeter) werden. Ausserdem sind unter anderem eine Bühne, ein Foyer, eine Küche sowie auch von aussen zugängliche Garderoben vorgesehen. Ob auch für die Spielgruppe und die Musikschule Räume geschaffen werden, soll noch evaluiert werden.

Straffer Zeitplan: Bis 2024 soll gebaut sein

Die beiden Projekte – Kindergarten und Mehrzweckgebäude – wurden inzwischen verfahrenstechnisch getrennt. «Das heisst jedoch nicht, dass ein Projekt zurückgestellt werden soll. Beide Projekte sollen planerisch parallel weiterverfolgt werden», schreibt die Arbeitsgruppe. Die Kosten werden in der nächsten Phase im Rahmen der Machbarkeitsstudie berechnet. Gemeindepräsidentin Gisela Taufer sagt:

«Wir sind überzeugt, mit den beiden vorliegenden Projekten nachhaltige und zukunftsorientierte Projekte vorliegen zu haben.»

Der Zeitplan indes ist straff. Im August 2021 soll der Planungskredit, bereits im Juni 2022 dann der Baukredit, beantragt werden. 2024 ist die Fertigstellung des Kindergartens, ein Jahr später jene des Mehrzweckgebäudes geplant. Es handle sich dabei um den angestrebten «Optimum-Plan», schreibt die Arbeitsgruppe. Darin enthalten seien keinerlei Puffer für Unvorhergesehenes wie etwa Einsprachen.