Zeiningen
Kindergarten und Mehrzweckgebäude kosten 12 Millionen Franken – und sollen schon 2024 und 2025 stehen

Die Gemeinde Zeiningen treibt nach einigen Rückschlägen die Schulraumplanung voran. Nach den Sommerferien entscheiden die Stimmberechtigten über Planungskredite für einen Kindergarten und ein Mehrzweckgebäude. Nun hat die Gemeinde die detaillierten Pläne vorgestellt.

Nadine Böni
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Der Kindergarten – heute im obersten Stockwerk des alten Schulhauses Mitteldorf untergebracht – soll zum Schulhaus Brugglismatt zügeln.

Der Kindergarten – heute im obersten Stockwerk des alten Schulhauses Mitteldorf untergebracht – soll zum Schulhaus Brugglismatt zügeln.

Claudio Thoma
(23. November 2018)

Am 25. August geht es in Zeiningen um viel: Dann entscheiden die Stimmberechtigten an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung über die künftige Schulraumgestaltung und das neue Mehrzweckgebäude. Knapp zwei Monate zuvor hat der Gemeinderat diese Woche an einer Informationsveranstaltung einen detaillierten Einblick in die Planungen dazu gegeben.

Das Thema beschäftigt Zeiningen schon seit Jahren. So sagte Gemeindepräsidentin Gisela Taufer denn auch:

«Hinter uns liegt eine lange Planungsphase mit vielen Diskussionen. Der Gemeinderat ist nun der Ansicht, dass die vorliegenden Projekte den künftigen Bedürfnissen entsprechen.»

Die Planung sieht ein separates Mehrzweckgebäude sowie einen frei stehenden Dreifachkindergarten vor. Angedacht ist ausserdem eine Umnutzung im Schulhaus Brugglismatt I, um mehr Schulraum zu schaffen. Dieses Projekt aber wird separat bearbeitet.

Neuer Kindergarten ist «unumgänglich»

Die bestehende Mehrzweckhalle im Mitteldorf sei in einem schlechten Zustand – für eine Instandstellung müsse mit Kosten in Höhe von drei Millionen Franken gerechnet werden, so Taufer. Und: «Da würde viel Geld in ein altes Gebäude investiert, dass aber trotzdem nicht den Ansprüchen an ein neues Gebäude entspricht.»

Gisela Taufer.

Gisela Taufer.

zvg/FDP

Den Dreifachkindergarten erachtet der Gemeinderat angesichts der seit Jahren steigenden Schülerzahlen als «unumgänglich», so Taufer. Bereits heute sind in Zeiningen drei Abteilungen in Betrieb, eine davon in einem Provisorium. Zeiningen werde ausserdem weiter wachsen, gab Taufer zu bedenken.

Integration in Mehrzweckgebäude geprüft

Zwei Arbeitsgruppen hatten in den vergangenen Monaten auch andere Möglichkeiten geprüft, etwa die Integration des Kindergartens in das neue Mehrzweckgebäude – diese aber hätte diverse Nachteile gebracht. «Nebenraum und Garderobe hätten kein Tageslicht und der Aussenraum nur eine niedrige Qualität», sagte Gemeinderat Ralf Wunderlin.

«Der Kindergarten als alleinstehendes Gebäude macht mehr Sinn.»

Geplant ist ein Gebäude bei der Schulanlage Brugglismatt mit drei sogenannten Unterrichtseinheiten bestehend aus jeweils Haupt- und Nebenraum sowie Garderoben. Daneben gibt es eine Begegnungszone, sanitäre Anlagen, eine Küche sowie einen Aufenthaltsbereich für die Lehrpersonen und verschiedene Nebenräume.

Im Aussenbereich ist neben einem gedeckten Vorplatz und Eingangsbereich unter anderem auch ein Spielplatz sowie eine Sandanlage mit Wasserstelle angedacht. Die Gemeinde rechnet, «Stand heute», mit rund 3,4 Millionen Franken für den Kindergarten, so Wunderlin.

Musikschule im Mehrzweckgebäude

Knapp 8,3 Millionen Franken soll das neue Mehrzweckgebäude kosten, das im Gebiet Aennermatt in unmittelbarer Nähe der Schulanlage Brugglismatt angedacht ist. Das Gebäude soll Platz für einen grossen Saal mit Bühne bieten, eine Küche, sanitäre Anlagen, Garderoben, ein Foyer sowie einen gedeckten Aussenraum. Ein Hartplatz soll bei Anlässen zudem als Parkfläche dienen. Ebenfalls im neuen Mehrzweckgebäude untergebracht ist die Musikschule.

Das neue Mehrzweckgebäude ist im Gebiet Aennermatt nahe der Schulanlage Brugglismatt geplant.

Das neue Mehrzweckgebäude ist im Gebiet Aennermatt nahe der Schulanlage Brugglismatt geplant.

FRI (22. Mai 2009)

Bei den Kostenangaben handle es sich um Schätzungen, betonte der Gemeinderat. Im August entscheiden die Stimmberechtigten über die entsprechenden Planungskredite. Eine Erhöhung des Steuerfusses sei nicht angedacht: «Unser Anspruch ist es, dass die Summe der Investitionen mit dem Steuerfuss von 112 Prozent durchgeführt werden kann», sagte Gemeinderat Fredy Studer.

Verschuldung steigt kurzfristig

Mit den Investitionen steige die Pro-Kopf-Verschuldung vorübergehend an, bis auf maximal 4054 Franken im Jahr 2025, sinke danach aber bis 2031 wieder auf 1872 Franken. Studer:

«Der Gemeinderat sieht kein Problem bei der Verschuldung. Diese kann als tragbar betrachtet werden.»

Der Terminplan sieht vor, dass an der Wintergemeinde im Dezember 2022 die Baukredite sowohl für den Dreifachkindergarten wie auch für das Mehrzweckgebäude vorgelegt werden können. Danach sollen die Projekte leicht gestaffelt umgesetzt werden: Beim Kindergarten rechnet die Gemeinde mit einem Bauende im Juni 2024, beim Mehrzweckgebäude im Juni 2025.

Die Fragen der Anwesenden – die Infoveranstaltung fand in der Turnhalle statt und wurde online live übertragen – drehten sich unter anderem um die Wärmeversorgung der Gebäude. Derzeit werde die Versorgung über Fernwärme geprüft, so der Gemeinderat.

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