Der letzte Gong in der Kreisschule Eiken-Münchwilen-Stein (EMS) wird in rund einem Jahr schlagen: Zum Schuljahr 2019/2020 wird der EMS-Schulverband aufgelöst. Grund hierfür ist, dass er mit der gesetzlichen Mindestgrösse an Schülern zu kämpfen hat. Während Stein seine Oberstufenschüler ab dem Sommer 2019 nach Rheinfelden schickt, haben sich die Münchwiler für den Standort Frick entschieden (die AZ berichtete).

Unklar ist hingegen, was mit den Oberstufenschülern aus Eiken passiert. Zwar stimmte die Gemeindeversammlung im Juni 2017 dem Anschluss an die Oberstufe in Frick zu, doch nur ein halbes Jahr später stellte der Souverän seine Entscheidung hinten an. Mit einem Überweisungsantrag verpflichtete er den Gemeinderat, den Anschluss an die Oberstufe in Gipf-Oberfrick zu prüfen.

Dies tat der Eiker Gemeinderat, indem er die beiden Oberstufenstandorte anhand pädagogischer, verkehrstechnischer und finanzieller Kriterien gegenüberstellte. «Wir sehen keinen Grund, wieso die Eiker Oberstufenschüler an einer gut funktionierenden Schule vorbei nach Gipf-Oberfrick fahren sollten», fasste Vizeammann Markus Zwahlen die Ergebnisse des Vergleichs an einer Informationsveranstaltung vor rund 60 Anwesenden zusammen.

Gemeinderat präferiert Frick

Nicht nur der 1,3 Kilometer kürzere Schulweg spricht für Frick, sondern auch, dass «die Oberstufenschüler die Stufe innerhalb des selben Standortes wechseln können, das grössere Freifachangebot und der durchgängige Mittagstisch an fünf Tagen», zählt Zwahlen auf. Auch mit Blick auf die Nachhaltigkeit habe Frick die Nase vorne. «Wir wissen, dass dort im Gegensatz zu Gipf-Oberfrick der Oberstufenstandort auf lange Sicht gesichert ist», so Zwahlen. Für Gipf-Oberfrick spräche lediglich, «dass die Schule kleiner und das Schulgeld derzeit ein wenig tiefer ist».

An der Veranstaltung wird deutlich, dass einige der Anwesenden eine andere Meinung als der Gemeinderat vertreten haben. Eine Mutter eines Sekundarschülers führt als grossen Vorteil der Oberstufe in Gipf-Oberfrick an, dass «dort noch das Klassenlehrer-System gelebt werde, die Schüler zu rund 70 Prozent vom selben Lehrer unterrichtet werden und dadurch eine Bezugsperson haben». Dies sei in der Fricker Oberstufe nicht der Fall. Eine andere Person aus dem Plenum findet es einen grossen Vorteil der Schule Gipf-Oberfrick, dass durch den zugrundeliegenden Regos-Vertrag eine Person der Gemeinde die Interessen von Eiken in der Schulversammlung vertreten kann. Dies sei in Frick nicht so, da dort «Schulpflege und Schulleitung bestimmen würden».

Hingegen kritisiert eine andere Person am Standort Gipf-Oberfrick, dass es dort nur zweimal in der Woche einen Mittagstisch gebe. «Wo sollen unsere Kinder an den anderen Tagen dann bitteschön etwas essen? Um nach Hause zu gehen, ist die Zeit jedenfalls zu knapp.»

An der Gemeindeversammlung vom 29.  Juni wird der Gemeinderat den Anschluss an die Oberstufe in Frick erneut traktandieren. «Lehnt die Gemeinde diesen Anschluss ab, werden wir die Vorbereitungen für den Anschluss mit der Oberstufe in Gipf-Oberfrick beginnen», sagt Zwahlen.