Exekutivgremium

Wittnau, Münchwilen oder Gansingen: Es harzt bei der Findung von Gemeinderatskandidaten

In der Gemeinde Wittnau macht sich Ammann Andreas von Mentlen nun selbst auf die Suche nach Kandidaten.

In der Gemeinde Wittnau macht sich Ammann Andreas von Mentlen nun selbst auf die Suche nach Kandidaten.

Mehrere Fricktaler Exekutivgremien müssen kompletiert werden. Freiwillig meldete sich bisher niemand. Nun werden die Gemeinderäte aktiv.

Das Warten war vergeblich, der Wittnauer Gemeinderat muss handeln: Aus der Bevölkerung hat sich niemand für die Gemeinderatersatzwahlen vom 27. September gemeldet. Noch bis zum 14. August läuft die Frist. Nun gehen die Gemeinderatsmitglieder selbst aktiv auf die Suche. Ammann Andreas von Mentlen wird geeigneten Personen einen Besuch abstatten, um «zu horchen», ob für sie das Gemeinderatsamt vorstellbar ist.

Enttäuscht darüber, dass sich bisher niemand freiwillig gemeldet hat, ist von Mentlen nicht. «Ich habe gewusst, dass die Kandidatenfindung nicht leicht wird.» Hierfür gebe es drei Gründe. Erstens sei dies der berufliche Druck, der zugenommen habe. «Viele wollen nach der Arbeit entspannen; und sich nicht noch mit Geschäften der Gemeinde auseinandersetzten. Hinzu käme zweitens, dass vonseiten mancher Arbeitgeber die Anerkennung für die Ausübung eines öffentlichen Amtes eines Angestellten nachgelassen habe. «Gerade KMU und Kleinbetriebe können es sich kaum leisten, auf die Beschäftigten zeitweise zu verzichten.»

Ein Kürzertreten im Beruf ist jedoch für die Arbeit im Gemeinderat unumgänglich. «Dies ist oftmals mit finanziellen Abstrichen verbunden, was für viele potenzielle Interessierte abschreckend ist», nennt von Mentlen als dritten Grund. Er rechnet vor: Bei einem Gehalt von 90'000 Franken bei einem Arbeitspensum von 100 Prozent entspricht der Verdienstausfall bei einer Pensumskürzung von 20 Prozent 18'000 Franken. Bei einem Aufwand von 20 bis 25 Prozent für das Gemeinderatamt beträgt die Pauschalentschädigung jedoch nur lediglich rund 11'000 Franken.

Auch in Münchwilen und Gansingen fehlen Freiwillige

Komplettiert wird am 27.September ebenso das Exekutivgremium von Münchwilen durch die Wahl eines neuen Mitglieds. Auch hier haben sich bisher keine Kandidaten freiwillig gemeldet. «Viele haben Vorbehalte gegenüber dem Amt», erklärt sich dies Ammann Bruno Tüscher. In persönlichen Gesprächen mit aus der Sicht des Gemeinderates für das Amt geeigneten Personen, wolle man diese Vorbehalte aus dem Weg räumen. «Das Fachwissen kann man sich ja mit der Zeit aufbauen», so Tüscher. Wichtiger sei, dass der potenzielle Kandidat mit den anderen Mitgliedern vom Charakter harmoniere.

In Gansingen waren noch bis vor einigen Jahren die Ortsparteien der CVP und SVP darum bemüht, Kandidaten für den Gemeinderat zu portieren. Weil die Ortsparteien aber kaum noch aktiv sind, nimmt der Gemeinderat für die Ersatzwahlen die Suche selbst in die Hand. Weil mit Hanni Jappert die einzige Frau aus dem Gremium demissioniert, ist man darum bemüht, auch wieder eine Nachfolgerin zu finden, so Ammann Mario Hüsler. Freiwillig gemeldet hat sich bisher auch in Gansingen niemand.

Autor

Dennis Kalt

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