Es ist ein grosses Match, zu dem der Tennisclub Frick (TCF) aufschlagen will: Auf der gut 40-jährigen Anlage am Juraweg will der Club eine Tennishalle mit drei Courts erstellen und gleichzeitig die vier Aussenplätze erneuern. Zudem soll das Klubhaus um einen dritten Squash-Court erweitert werden. TCF und Squash Club Fricktal nutzen die Anlage seit 2005 gemeinsam. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Franken. Daran beteiligt sich der Squash Club mit 400'000 Franken.

«Das Projekt ist auf Kurs», freut sich TCF-Präsident Massimo Fini. Nach dem überdeutlichen Ja der Generalversammlung von Mitte April läuft derzeit die Detailplanung. Fragen nach Fenstern, Farbe, Beleuchtung und Bodenbelägen beschäftigen die zehnköpfige Projektgruppe. «Eine grosse Herausforderung ist es, innerhalb des Budgets zu bleiben», sagt Fini. Denn Wünschbares gibt es vieles. «Aber eine ATP-Tour-Anlage muss es ja nicht werden», meint Fini schmunzelnd. Es gelte deshalb, das Wünschbare vom Machbaren zu trennen, und dort, wo es Sinn mache, mit kleinerer Kelle anzurichten.

Baurechtsvertrag über 50 Jahre

Angerichtet werden kann aber nur, wenn die Gemeindeversammlung an diesem Freitag dem neuen Baurechtsvertrag mit dem Club zustimmt. Dieser ist auf 50 Jahre ausgelegt mit der Option auf weitere 20 Jahre. «Der Gemeinderat unterstützt das Vorhaben», schreibt er in der Botschaft an die Stimmberechtigten. «In beiden Vereinen wird engagierte, aktive und erfolgreiche Jugendarbeit geleistet.» Auch deshalb – und weil beide Clubs nicht gewinnorientiert sind – will er den bisherigen «symbolischen Baurechtszins» von 1200 Franken pro Jahr beibehalten. Diesen erlässt er dem Club jeweils «im Sinne eines Vereinsbeitrags».

Massimo Fini ist «guten Mutes», dass die Stimmberechtigten am Freitag Ja zu «diesem Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte» sagen werden. «Frick als Zentrumsgemeinde verdient eine Tennishalle», ist er überzeugt und hebt die Bedeutung der beiden Clubs für den Breitensport hervor. «Wir brauchen die Halle auch für die Jugendarbeit», erklärt er. Denn im TCF sind neben 150 Erwachsenen auch gut 100 Junioren aktiv dabei. Bislang müssen sie im Winter in die Hallen nach Stein oder Bad Säckingen ausweichen. «Mit einer eigenen Halle erleichtern wir die Jugendarbeit und können sie weiter ausbauen», sagt Fini. Clubs wie der TCF oder auch der FC seien zudem wichtige Integrationsplattformen. «Sport verbindet eben», so Fini, der überzeugt ist: «Mit der Halle können wir dem Tennissport in der Region einen Schub verleihen.»

Diesen Schub will man im guten Einvernehmen mit den Anwohnern geben. Man gehe bei der Planung auf ihre Bedürfnisse ein, sagt Fini. So wird die Halle etwas weniger hoch und so stellt der Club in diesen Tagen grossflächige Plakate auf dem Parkplatz auf, die dazu anhalten sollen, ab 22 Uhr leise zu sein und ebenso vom Kiesplatz wegzufahren.

Baueingabe in nächsten Wochen

Der Parkplatz soll ebenfalls neu gestaltet sowie um 9 auf 35 Parkplätze erweitert werden. Nicht tangiert wird mit dem Umbau der Wiesenparkplatz, der dem Freizeitzentrum Vitamare an Spitzentagen – wie wir sie wohl diese Woche noch erleben werden – zur Verfügung steht. Dieser bleibt frei von Bauten.

Sagt der Souverän am Freitag Ja, will der TCF das Baugesuch bereits in den nächsten Wochen eingeben. «Unser Ziel ist es, dass wir im Herbst mit dem Bau beginnen können.» Die neuen Aussenplätze sollen dabei bis zum Saisonstart im Frühling 2020 fertig sein, für den Bau der Halle bleibt etwas mehr Zeit – sie soll auf die Wintersaison 2020 hin bezugsbereit sein.

Massimo Fini ist sich bewusst, dass dieser Zeitplan eng und ehrgeizig ist. «Reicht es nicht bis im Herbst, verschiebt sich der Baubeginn um ein Jahr, denn die Aussenplätze können wir nur ausserhalb der Freiluftsaison bauen.» Fini kann auch mit einem Baubeginn im Herbst 2020 «leben».

Finanzierung auf Kurs

Bereits weitgehend im Trockenen ist die Finanzierung. Neben Hypotheken, Eigenmitteln und Beiträgen aus dem Swisslos-Fonds sind die Darlehen von Klubmitgliedern eine wichtige Säule der Finanzierung. Über 300'000 Franken sind so bereits zusammengekommen, was Fini «bombastisch» findet. Das zeige den engen Bezug der Mitglieder zum Club. Die meisten Darlehen wurden dabei langfristig, also auf zehn Jahre, gezeichnet. Das komme dem Club sehr entgegen, freut sich Fini. Er ist überzeugt: «Es ist eine Win-win-Situation für beide Seiten.» Der Club bekomme Darlehen, deren Rückzahlung erst in zehn Jahren fällig ist, und die Mitglieder kämen in den Genuss von Zinsen zwischen 1,5 (bei 5 Jahren) und 2,0 Prozent (bei 10 Jahren). «Das ist bei den heutigen Zinsniveaus eine gute Anlage.»

Mit dem Ziel, weitere Mitgliederkreise aktiv einzubinden und um weitere Eigenmittel zu beschaffen, plant der TCF zudem einen Sponsorenlauf oder ähnliche Aktivitäten im Verlauf des Jahres. Als Rückfallebene hat der TCF zudem eine Stiftung an der Hand, die bereit wäre, einen namhaften Betrag zur Verfügung zu stellen. Da die Rückzahl-Perspektiven hier kurzfristiger sind als bei den Mitglieder-Darlehen und der Hypothek, «greifen wir auf das Angebot nur dann zurück, wenn eine Finanzierungslücke bestehen bleibt».

Auf sein erstes Match in der neuen Halle freut er sich bereits jetzt. Sein Tipp: ein glatter Zwei-Satz-Sieg. On verra.