Fricktal
Wenn Kühe weggeworfene Aludosen fressen: Kampagne gegen Littering startet

Mit der Startveranstaltung auf dem Rastplatz Möhliner Höhe hat der Aktionsmonat «Sauberes Fricktal» begonnen. Dieses Jahr geht es um Littering in der Landwirtschaft.

Walter Christen
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Start der Littering-Kampagne "Sauberes Fricktal"
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Katrin Hasler, Daniel Schreiber und Roland Jegge beteiligen sich an der Aktion Sauberes Fricktal
Helene Bigler Brogli vom U-Büro in Zuzgen an der Auftaktveranstaltung Sauberes Fricktal
Muldenweise weggeschmissenen Müll eingesammelt
Die eingesammelte Menge Abfall gibt zu denken
Butter und noch ungeöffnete Salami im eingesammelten Abfallberg
Am Strassenrand zusammengelesene Petflaschen
Alle diese Getränkedosen mussten in mühsamer Arbeit an Strassenrändern eingesammelt werden
Strassenmeister Roland Jegge mit weggeworfenen und von seinem Team eingesammelten Petflaschen und Getränkedosen
Plakat mahnt, nichts wegzuwerfen
Plakat für Aktion saubere Felder
Plakat, das aufrüttelt

Start der Littering-Kampagne "Sauberes Fricktal"

Walter Christen

Was da landauf und landab, entlang von Strassen, Wiesen und Waldrändern alles weggeworfen wird, geht auf keine Kuhhaut. Abfall geht sogar viel weiter, zum Teil direkt in die Kuhmägen: Fälle von Tieren, die elendiglich zugrunde gingen, weil sie mit gehäckselten Aludosen durchsetztes Futter gefressen haben, sind bekannt geworden.

«Jede Aludose im Gras ist eine Dose zu viel», führte Landwirt Andy Steinacher, Gemeinderat in Schupfart, gestern Freitag auf dem Rastplatz Möhliner Höhe an der Startveranstaltung zum Aktionsmonat «Sauberes Fricktal» aus. «Fünf Bauernfamilien in Schupfart hatten diesen Frühling 40 Stunden aufgewendet, um Land von Abfällen zu säubern», hielt er fest.

Daniel Schreiber aus Wegenstetten, Vorstandsmitglied des kantonalen Bauernverbandes, erläuterte die Strategie des Verbandes zum Thema Littering im Landwirtschaftsgebiet: «Aufklärung und das Aufzeigen der Folgen ist sehr wichtig, das Auflesen der Abfälle, um das die Bauernfamilien nicht herumkommen und schliesslich die Ahndung von Litteringsündern. «Letzteres ist nicht ganz einfach, denn selten werden Verursacher auf frischer Tat ertappt.

Deshalb muss in der Öffentlichkeit über das Thema gesprochen werden. Diesbezüglich setzen die Mitglieder der Landwirtschaftlichen Bezirksvereine Rheinfelden und Laufenburg ein starkes Zeichen, sie wollen Wirkung nach aussen erreichen. Denn während des Aktionsmonats ‹Sauberes Fricktal› stehen bei den Ortstafeln in den 35 Planungsverbands-Gemeinden die Schilder ‹Abfall macht Tiere krank›», führte der Wegenstetter Bauer aus.

Ein Teil des im April in der Region entlang von Kantonsstrassen eingesammelten Abfalls wurde an der Startveranstaltung gezeigt. «Monat für Monat sammeln wir 1000 bis 1500 Kilo Abfälle ein. Im Durchschnitt werden pro Jahr 1900 Arbeitsstunden für das Einsammeln geleistet. Dieser Aufwand hat sich innert der letzten zehn Jahre verdoppelt», so Strassenmeister Roland Jegge. Während sich dafür die Kosten im Jahr 1999 auf 81'000 Franken beliefen, waren es im Jahr 2012 bereits 187'000 Franken.

Helene Bigler Brogli vom U-Büro in Zuzgen, die das Projekt «Sauberes Fricktal» fachlich begleitet, wies auf die Wichtigkeit der Aktionen hin, wie sie in diesen Tagen und Wochen in 17 Fricktaler Gemeinden durchgeführt werden. Den in die Kampagne einbezogenen Gruppierungen wie Schulen und Jugendgruppen sollen nachhaltige Eindrücke geboten werden.

Bereits die dritte Auflage erlebt der Aktionsmonat in diesem Jahr, wie die Projektleiterin der Arbeitsgruppe, Gemeinderätin Katrin Hasler aus Gipf-Oberfrick, sagte. Sie ist im Vorstand des Planungsverbandes Fricktal Regio und im Gemeindeverband Abfallbeseitigung Oberes Fricktal (GAOF). «Wir setzen mit diesem längerfristig angelegten Projekt im Fricktal jedes Jahr einen neuen Littering-Schwerpunkt. Es ist wichtig, die Öffentlichkeit auf die Littering-Problematik in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.»

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