Rheinfelden
Wenn die Stimmberechtigten mehr Geld ausgeben wollen als der Stadtrat

Der Stadtrat Rheinfelden beantragte die Dreifachturnhalle noch ohne Einstellhalle – jetzt liegt das Baugesuch auf.

Thomas Wehrli
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Hell und luftig: So soll die neue Dreifachturnhalle im Engerfeld aussehen.

Hell und luftig: So soll die neue Dreifachturnhalle im Engerfeld aussehen.

Zur Verfügung gestellt

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass die Stimmberechtigten mehr Geld ausgeben wollen, als dies die Behörden beantragen – meist ist es umgekehrt und es wird an den Gemeindeversammlungen darüber gestritten, wo im Budget oder bei einem Projekt noch Sparpotenzial geortet werden kann.

Nicht so in Rheinfelden vor einem Jahr. Da beantragte der Stadtrat für eine neue Dreifachturnhalle bei der Schulanlage Engerfeld knapp 14,7 Millionen Franken. Auf die im Siegerprojekt als Option vorgesehene Tiefgarage wollte der Stadtrat vorläufig verzichten – auch, um den Parkplatzbedarf in diesem Rayon vertieft abzuklären. Stattdessen wollte er die Parkplätze bis auf weiteres oberirdisch anordnen.

Stimmberechtigter stellte Antrag, Tiefgarage schon jetzt zu bauen

Das sah ein Stimmberechtigter anders. Er wies in seinem Votum daraufhin, dass die unterirdische Verbindung zwischen der alten und der neuen Turnhalle ein wichtiger Teil des Siegerprojekts sei. Zudem komme es günstiger, die Tiefgarage gleich mitzubauen. Das sahen die Stimmberechtigten gleich – und erhöhten den vom Stadtrat beantragten Kredit um 1,7 Millionen Franken.

Nun liegt das Baugesuch für die Dreifachturnhalle auf. Am Projekt habe sich gegenüber der Vorlage ausser der Einstellhalle mit 63 Parkplätzen nichts geändert, sagt Stadtschreiber Roger Erdin. Für den damaligen Antrag hat er Verständnis, da bei einer gleichzeitigen Realisierung von Turn- und Einstellhalle «zu vergleichsweise günstigen Konditionen Parkplätze in einer Einstellhalle gebaut werden können».

Nötig wurde die neue Dreifachturnhalle, da die Zahl der Oberstufenschüler, welche die Schulanlage im Engerfeld besuchen, in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. «So wurde der Oberstufenstandort Magden nach Rheinfelden verlegt und zuletzt wurde die Kreisschule Unteres Fricktal um die Gemeinden Wallbach, Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Stein erweitert», sagt Erdin. Im Zuge dieser Entwicklung müssten zusätzliche Turnhallenkapazitäten bereitgestellt werden.

Aktuell werden die Turnhallen im Engerfeld von der Kreisschule Unteres Fricktal, vom Berufsbildungszentrum Fricktal, von der Kantonalen Schule für Berufsbildung sowie von der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales genutzt. «Am Abend stehen die Hallen zudem Vereinen zur Verfügung», erklärt Erdin.

Rheinfelden verfügt aktuell über fünf Turnhallen

Neben der bestehenden Dreifachhalle im Engerfeld verfügt Rheinfelden aktuell über je einfache Sporthallen bei den Schulanlagen Schützenmatt, Altstadt, Augarten und Robersten.

Der Baubeginn ist für Ende April 2021 vorgesehen. Fertiggestellt sein soll die neue Dreifachturnhalle bis Ende 2022, die Umgebungsarbeiten sollen Mitte 2023 abgeschlossen sein. «Es wird mit Sicherheit eine Eröffnungsfeier geben», sagt Erdin. «Über Einzelheiten haben wir uns aber zum heutigen Zeitpunkt noch keine Gedanken gemacht.» Es bleibt auch noch etwas Zeit – und vor allem die Hoffnung, dass die Coronapandemie bis dahin Geschichte sein wird.

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