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Weiss hofft auf «Wolkenbruch» ohne Wolkenbruch – mit dabei: Regisseur Michael Steiner

Kino unter freiem Himmel: Gut drei Wochen lang zeigt Fricks Monti im Juli die Filme open air.

Kino unter freiem Himmel: Gut drei Wochen lang zeigt Fricks Monti im Juli die Filme open air.

«Film ab», heisst es am 3. Juli gut drei Wochen lang auf dem Parkplatz von Fricks Monti.

Die ersten Prognosen sind ganz nach seinem Geschmack: Sonnig bis leicht bewölkt und über 20 Grad sagen die Wetterapps für die Abende Mitte nächster Woche voraus. «Das ideale Wetter für das Open-Air-Kino», sagt Philipp Weiss, der zusammen mit Martina Welti seit 28 Jahren Fricks Monti führt – und, eben, ab kommendem Mittwoch zum Kinoerlebnis unter freiem Himmel lädt.

Auch das Open-Air-Kino findet bereits zum 28. Mal statt. Weiss erinnert sich noch gut an die ersten Vorführungen auf dem Monti-Parkplatz. «Damals liessen wir noch 16-mm-Filme laufen», erzählt er. Heute ist die Anlage, die er sowohl für den Saal als auch für das Open-Air-Kino nutzt, digital und die Filmtechnik hat seit 1991 «riesige Fortschritte» gemacht. 3D hat in die Kinosäle Einzug gehalten und längst pröbeln Filmstudios an noch realistischeren Filmeeffekten herum.

Beim Open-Air-Kino ist derweil vieles beim Alten geblieben – gerade, was den Besuch des Freiluftvergnügens angeht. «Das Wetter entscheidet stark mit, ob man sich einen Film ansieht oder es bleiben lässt», sagt Weiss. Regnet es, ist es kühl oder sind auch schon nur abendliche Gewitter angesagt, so hält das viele vom Besuch ab.

Die zweite entscheidende Komponente sind die Filme – und da sieht es in diesem Jahr «wirklich gut» aus, findet Weiss. Drei grosse Filme starten im Sommer und alle drei zeigt Weiss zwischen dem 3. und dem 27. Juli in seinem Open-Air-Kino. «Pets 2», «ein Feelgood-Movie für die ganze Familie» (Weiss), den neuen Spider-Man-Film und «Yesterday». Alle drei «haben grosses Potenzial», ist Weiss überzeugt und hat sie deshalb je dreimal ins Open-Air-Programm aufgenommen.

Auf Letzteren, «Yesterday», freut sich Weiss besonders – vor allem auch, weil der Film eine originelle Geschichte hat. Jack hat als Strassenmusiker, formulieren wir es positiv: bescheidenen Erfolg. Erst als er alte Beatles-Songs spielt, hören ihm die Leute zu. Niemand hat je von den Beatles gehört, nur Jack – und so wird er über Nacht weltberühmt.

Auch sonst haben in diesem Jahr, filmtechnisch, Musikfilme die Nase vorne. In «Bohemian Rhapsody», «Rocketman», «A Star is born» und eigentlich auch in «Green Book» spielt Musik eine zentrale Rolle. «Der Queen-Film hat einen Hype ausgelöst», sagt Weiss. Und wenn etwas einmal funktioniere, «dann springen andere sofort auf den fahrenden Zug auf».

Einen ganz anderen Film zeigt Weiss am 24. Juli: «Wolkenbruch», den neuen Film von Regisseur Michael Steiner. Er lief im letzten Spätherbst in den Schweizer Kinosälen «und war ein riesiger Erfolg», sagt Weiss. Für ihn selber war der Film «eines der grossen Highlights im 2018». «Wolkenbruch», eine Filmkomödie um den Liebes- und Lebensweg des jungen, orthodox aufgewachsenen Juden Motti, wird auch die allererste Schweizer Produktion sein, die auf Netflix zu sehen sein wird.

Michael Steiner ist mit dabei

Auf den Film «Wolkenbruch» – hoffentlich ohne Wolkenbruch – freut sich Weiss nicht nur, weil es «ein wirklich sehenswerter Film» ist, sondern auch, weil an diesem Abend Regisseur Michael Steiner vor Ort sein wird und Fragen beantworten wird. «Das ist eine Super-Gelegenheit, um mit ihm ins Gespräch zu kommen.» Steiner ist dieses Ins-Gespräch-Kommen, gerade auch mit jüngeren Zuschauern, wichtig und so wohnt er auch Schülervorstellungen bei – nächste Woche auch in Fricks Monti.

Philipp Weiss freut sich auf die gut drei Wochen Open-Air-Kino. Er hofft, dass die gut 400 Plätze möglichst oft ausgebucht sind. An den Filmen liegt es in diesem Jahr «sicher nicht», ist er überzeugt. Und auch nicht daran, dass – wie im letzten Jahr – ein Fussball-Grossereignis die Kino-Leinwand konkurrenziert. «Findet zeitgleich wie das Open-Air-Kino eine EM oder WM statt, bekommen wir das schon zu spüren», sagt Weiss. Einen Strich durch die Rechnung kann ihm in diesem Jahr also höchstens das Wetter machen. Aber das soll ja gut werden. Sagt die Wetterapp.

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Autor

Thomas Wehrli

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