Am diesjährigen Weihnachtsmarkt «Weihnachten in Frick» konnte es zwar kalte Füsse geben. Aber probate Gegenmittel gab es an fast jeder Ecke, allen voran natürlich der obligatorische Glühwein, selbstverständlich auch «Heisse Birne» und, weil kalte Luft hungrig macht, ein immenses Angebot an Kulinarischem.

Je nach Geschmack hatten die Marktbesucher die Wahl zwischen Bodenständigem wie Fondue im Brotbängel (kein Witz, am Stand von Kiwanis wurde der flüssige Käse in ein Loch im Brot gefüllt, ähnlich dem Hotdog, nur eben fleischlos) oder Exotischem an der mobilen Küche beim Treffpunkt Asyl. Natürlich standen auch Bratwürste und Raclette hoch im Kurs, ebenso die Spiesse vom Jodlerklub Frick, der lautstark auf sich aufmerksam machte: «Feini Jodlerspiess, sehr fein!»

Es herrschte Übersicht

Kauende Menschen waren fast überall und rund um die Uhr anzutreffen, was mitunter zu interessanten Situationen führte. Am Markt aufgeschnappt: Ein Mann sprach fragend zwei Mädchen an, vielleicht die Töchter, die sich schweigend ein gefülltes türkisches Fladenbrot einverleibten: «Aber ihr habt doch vorhin schon etwas gegessen?» Die jungen Damen antworteten nur mit einem Schulterzucken und kauten schweigend weiter. Recht hatten sie, denn es ist nur einmal im Jahr Weihnachtsmarkt in Frick, und wieso soll man nur einmal etwas essen? Wo es doch von überall her so lecker duftet.

Mit über 100 Ständen war der Markt bestens bestückt. Die Organisatoren hatten vorbildliche Arbeit geleistet, es herrschte Ordnung und Übersicht. Aufgeschnappt: Sprach eine ältere Dame zu ihrer Begleiterin: «Schön, wenns so viel Schtänd het.» Antwort: «Jo, das isch viel schöner wie bi öis.» Unausgesprochen blieb, wo «bi öis» ist, aber offenbar ist ringsherum im Fricktal klar: Einen schöneren Weihnachtsmarkt als in Frick muss man erst einmal finden.

Der sozialen Idee verschrieben

Das Gros der Stände hatte der Jahreszeit entsprechend Dekoratives wie Weihnachtskrippen, Kugeln, Kerzen, Lichter und vieles mehr in der Auslage. Das war ein Hingucken und Staunen, besonders beim Selbstgemachten, das von Grappa-Steinen bis hin zum Kauz aus Stroh reichte.

Dazwischen war Heiris Flaschengeist anzutreffen, vollmundiger Jurapark-Käse, demonstrierte ein mit Nikolausmütze ausgestatteter Händler das richtige Gemüseschälen, offerierten eifrige Verkäufer kleine Kostproben aus ihrer Salamitheke und gab es Schokoladenherzen für einen Franken und für einen guten Zweck zu erstehen. Überhaupt gab es etliche Vereine und Organisationen, die sich der sozialen Idee verschrieben hatten und dafür warben.

Auch das Musikalische kam nicht zu kurz. Auf der grossen Bühne beim «Rebstock» gab es bis in die Nacht hinein viele Beiträge zu hören, angefangen bei 5 Brass über Laetitia Schwitter, Kim Schenk, Svenja Gfeller, Melina Zwahlen und dem Jugendchor Surbtal, von Vocal Taste aus Herznach und dem gemischten Chor Sisseln bis hin zu Dani Kalt.