Bildung

Vorlesungen auch in Coronazeiten? – Bei der Kinderuni Hochrhein herrscht Optimismus

Die Kinderuni Hochrhein lebt vom Live-Erlebnis.

Die Kinderuni Hochrhein lebt vom Live-Erlebnis.

Die Coronapandemie wirkt sich auch auf die Kinderuni Hochrhein aus. Die Entscheidung, ob es ein Herbstsemester geben wird, fällt erst im September. Der Leiter der Vorlesungsreihe will einen Ausfall durch Corona verhindern.

Die Kinderuni Hochrhein ist seit sieben Jahren fester Bestandteil in Bad Säckingen und Stein. Sie lockt seither rund 200 Kinder nicht nur aus Bad Säckingen und der Schweiz, sondern aus dem gesamten Landkreis Waldshut und auch darüber hinaus in jede Vorlesung. Dort werden Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren, in vier Vorlesungen pro Semester, altersgerecht mit der Welt der Wissenschaft vertraut gemacht.

Doch das aktuell spannend­ste Thema der Kinderuni Hochrhein dürfte sein: Finden auch im Coronajahr 2020 wieder Vorlesungen statt? «Diese Entscheidung fällen wir nach den Sommerferien», erklärt der Leiter der Kinderuni, Professor Helmar Burkhart. Auch wenn die Anmeldefrist bis zum Start im Oktober sehr knapp sei. Um auf alles vorbereitet zu sein, arbeiten die Rädchen bereits im Hintergrund. «Wir haben momentan natürlich mehrere Baustellen zu bearbeiten», sagt er.

Zunächst stellt sich die Frage, wie der Stand bei der Coronapandemie nach Ende der deutschen Sommerferien sein wird und ob auch in den Schulen der Regelbetrieb wieder läuft. Auch ob die für das kommende Semester eingeplanten Dozenten alle kommen, sei noch nicht sicher. Die Hörsäle im Bad Säckinger Gloria-Theater und im Saalbau in Stein müssten vorbereitet werden. «Die Kinder können nicht mehr einfach die Säle stürmen», erklärt Burkhart.

Vorlesungen fänden ohne Eltern statt

Auch die Eltern dürften nicht mehr mit dabei sein. «Sollte die Kinderuni stattfinden, müssen wir bereits bei der Anmeldung der Kinder eine feste Sitzordnung festlegen und die Plätze am Veranstaltungstag jedem Kind zuweisen», sagt der Leiter der Kinderuni. Im Gloria-Theater stehen 600 Plätze zur Verfügung, von denen 250 für jede Vorlesung belegt werden könnten. «Auch die Lüftungsanlage im Gloria-Theater liesse die Veranstaltung zu», sagt Burkhart.

«Ich bin optimistisch, dass die Kinderuni 2020 stattfinden kann. Ich arbeite daran», sagt Burkhart. «Denn die Kinder waren in diesem Jahr die grossen Verlierer und mussten auf einiges verzichten.» Was für ihn nicht in Frage kommt, ist eine Fern-­Uni, bei der die Dozenten online zugeschaltet werden. «Die Kinderuni Hochrhein lebt von den Live-Erlebnissen», sagt der Leiter. «Das kann ein Bildschirm gar nicht leisten.»

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