Regionalpolizei

Vorerst bleibt es bei Ermahnungen: «Wir führen keine schwarzen Listen von Maskenmuffeln»

Die Rheinfelder Marktgasse ist – wie auf dem Bild im Frühjahr – auch aktuell wenig belebt.

Die Rheinfelder Marktgasse ist – wie auf dem Bild im Frühjahr – auch aktuell wenig belebt.

Verstösse gegen die verschärften Coronaregeln im Freien kann auch die Regionalpolizei im unteren Fricktal nicht büssen.

Halloween und verschärfte Maskenpflicht im Freien und beides an einem Wochenende – kein Wunder, dass die Regionalpolizei unteres Fricktal alle Hände voll zu tun hatte. «Wir waren am Samstag, an Halloween, gleich mit drei Patrouillen unterwegs», berichtet Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei unteres Fricktal. «Und haben dabei festgestellt, dass viel Unfug betrieben worden ist.»

Verboten sei es zwar nicht gewesen, schaurig verkleidet für Süsses um die Häuser zu ziehen. Loosli: «Aber es wurde im Vorfeld appelliert, es nicht zu tun.» Sofern die Schutzauflagen eingehalten wurden, gab es für Looslis Leute keinen Grund einzuschreiten. Zudem gelte ja die Maskenpflicht nicht für Kinder unter 12 Jahren. Der «Unfug», den er meinte, bezog sich auf Delikte, die mit Corona nichts zu tun hatten, auf Sachbeschädigungen und Ruhestörungen. In «belebten Fussgängerbereichen von urbanen Zentren und Dorfkernen» gilt die Maskenpflicht für Personen über zwölf Jahren neuerdings auch im Freien. «Solche belebte Bereiche haben wir im unteren Fricktal nicht, im Moment auch nicht in der Rheinfelder Marktgasse», sagt der Repol-Chef. So gilt für die Repol unteres Fricktal: einschreiten, wenn mehr als 15 Personen zu eng zusammenstehen und sie zum Aufziehen von Masken auffordern.

Keine schwarzen Listen von Maskenmuffeln

Das Fazit des Rheinfelder Repol-Chefs: «Der grosse Anteil der Passanten hat Kenntnis von der erweiterten Maskenpflicht und hält sich auch weitgehend daran.» So brauche es für jene urbanen Zentren und Dorfkerne auch keine Plakate, welche auf die neue Situation hinweisen. Allenfalls das falsche Tragen der Maske – nur über dem Mund und nicht auch über der Nase – sei da und dort zu beobachten, lautet die Bilanz der Ordnungshüter.

«Nein, wir führen keine schwarzen Listen von Maskenmuffeln», sagt Loosli. Ohnehin werden diese nur ermahnt. Eine Identitätsaufnahme finde in der Regel nicht statt. Zudem hat die Repol keine Möglichkeit, Masken-Verweigerer zu büssen.

Nur noch Verzeigungen bei der Staatsanwaltschaft

War eine lokale Busse über 100 Franken in der Zeit des Lockdowns im Frühjahr möglich, hat der Bundesrat jetzt darauf verzichtet. Aktuell sind Verzeigungen bei der Staatsanwaltschaft die schärfste Waffe. Loosli: «Das wird aber nur im Extremfall gemacht, sicher nicht bei einzelnen Maskenverweigerern.»

Man bleibe in den Rheinfelder «Hotspots» wie den öffentlichen Parkanlagen und dem Rheinufer präsent, auch um auf Jugendliche und junge Erwachsene ein Auge zu haben. Mit denen pflege die Repol unteres Fricktal ein «gutes Einvernehmen», wie es der Polizeichef formuliert. Die Polizisten seien während ihrer regulären Patrouillen wachsam. «Eigens wegen der Coronapandemie ausgeweiteten Maskenpflicht wird die Repol unteres Fricktal ihre Präsenz nicht verstärken», sagt Loosli.

Ähnlich tönt es bei der Aargauer Kantonspolizei. Mediensprecherin Corina Winkler: «Wir werden Präsenz zeigen und auf die neuen Coronavorschriften hinweisen.»

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