Fricktal
Vom Bankschalter zum Automaten – der Wandel macht vor keiner Branche Halt

Wie sich die Banken den wandelnden Kundenbedürfnissen anpassen und die bedienten Schalter immer mehr von der Bildfläche verschwinden.

Rael Probst
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Beratung und Geldbezug am bedienten Schalter sind heutzutage nicht mehr üblich. E-Banking und Multimaten sind immer öfter für das Finanzielle zuständig.

Beratung und Geldbezug am bedienten Schalter sind heutzutage nicht mehr üblich. E-Banking und Multimaten sind immer öfter für das Finanzielle zuständig.

Sandra Ardizzone

Dank Internet wird heute vieles mit dem Handy und dem Computer erledigt. Dazu gehören auch Geldangelegenheiten. Über E-Banking werden Zahlungen erledigt, Daueraufträge erfasst, der Kontostand wird abgefragt und auch Finanzinformationen werden gegeben. Geldbeträge sind oft nur noch Zahlen auf dem Display und dementsprechend wandelt sich auch das Angebot der Banken.

Bediente Schalter werden durch Beratungsstellen ersetzt, an denen Bankangestellte Auskunft geben, wenn es um Anlagen oder Vorsorge geht. Bargeld kann an solchen Beratungsschaltern keines mehr bezogen werden; dafür gibt es die zahlreichen Bancomaten.

Die Bank Coop bietet im Fricktal ausschliesslich Bancomaten und keine bedienten Bankschalter: «Die Digitalisierung schreitet auch im Bankenbereich voran. Wir haben eine Einweg-Kreditkarte eingeführt. Sie dient vor allem älteren Menschen, die keine Kreditkarte besitzen. Die Karte kann in Beratungsräumen bezogen werden, wo sie zuvor autorisiert wurde und den gewünschten Betrag enthält, der vom jeweiligen Konto abgezogen wird», sagt die Leiterin in Kommunikation Natalie Waltmann. «Raiffeisen stellt seit mehreren Jahren einen Rückgang von Zahlungen am Bankschalter fest», sagt Mediensprecher Dominik Chiavi. Da Bankomaten immer mehr an die Stelle der bedienten Bankschalter rücken, sind die Bancomaten von UBS, Raiffeisen und der Neuen Aargauer Bank (NAB) mit Sprachfunktionen für Sehbehinderte ausgerüstet.

Bargeldlose Schalter

Die NAB hat in Stein vor über einem Jahr ein Beratungszimmer ohne Geld-Schalter eingeführt. In Rheinfelden, Möhlin, Frick und Laufenburg ist es weiterhin möglich, am Schalter Geld zu beziehen und einzuzahlen. «Wir bauen die Online-Dienstleistungen laufend aus, damit wir nah bei den Kunden sind», sagt Mediensprecher Roland Teuscher. Die Beratungsgespräche in Stein finden auf Anmeldung statt. Die Aargauische Kantonalbank (AKB) bietet Bargeldbezug in allen fünf Geschäftsstellen im Fricktal.

Die Migros Bank hat ihren Standort in Frick. Dieser wurde 2005 ohne bediente Schalter eröffnet, Kunden können am Bancomaten Ein- und Auszahlungen erledigen. Finanzielle Fragen können in der Beratungszone geklärt werden. Das ist ohne Anmeldung und kostenlos möglich. Es ist aber weiterhin möglich, Bargeld in allen Migros-Läden und bei Migros-Partnern zu beziehen. «Unsere Kundschaft kommt gut ohne Bankschalter zurecht. Transaktionen am Bankschalter werden für unsere Kunden immer unwichtiger.

Alltägliche Bankgeschäfte werden einfacher und zeitlich flexibler an Automaten, via E-Banking oder per Telefon erledigt», sagt Mediensprecher Urs Aeberli. Dabei sei aber die Nachfrage nach persönlicher Beratung enorm gestiegen. Deshalb verzichte die Migros Bank auch weiterhin bei Neueröffnungen oder Umbauten auf bediente Schalter und konzentriere sich auf persönliche Beratung. Beim Bedienen der Bancomaten werden die Kunden bei Bedarf unterstützt, Personen mit starker Sehbehinderung können im Ausnahmefall in der Beratungszone Geld beziehen. «Erfahrungsgemäss stimmt das Vorurteil der überforderten Senioren nicht: Gerade ältere Menschen sind bestrebt, die Bancomaten möglichst schnell allein bedienen zu können», sagt Aeberli.

Die UBS hat im Fricktal drei Multimaten. Diese erweiterten Bancomaten bieten vieles: Einzahlungsscheine einscannen, Zahlungen erledigen, Kontoüberträge ausführen. Kunden brauchen so keinen Computer, um die E-Banking- Variante zu erlernen und zu nutzen.

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