Frick

Vier Veranstalter, eine Mission: Kultur

Temperamentvoll: Pascal Geiser (links, mit Hut) und seine Band am letzten Blues-Festival in Fricks Monti. Archiv/psc

Temperamentvoll: Pascal Geiser (links, mit Hut) und seine Band am letzten Blues-Festival in Fricks Monti. Archiv/psc

Vier Institutionen sorgen für Kultur pur. Eine davon, Fricks Monti, feiert dieses Jahr mit ihrem Fricktaler Blues-Festival das 25-jährige Bestehen. Das Jubiläum findet im Oktober statt.

Die Region Frick ist gut aufgestellt. Sie ist als Wohnregion beliebt – in den letzten Monaten entstanden allein in der Zentrumsgemeinde Frick gut 100 Wohnungen, mehrere hundert weitere sind im Bau oder geplant –, der Wirtschaftsmotor brummt und auch die Kultur blüht. Gleich vier Kulturanbieter buhlen in Frick und Gipf-Oberfrick neben Vereinen und Musikformationen um die Gunst der zahlenden Kunden. Von einem solchen Luxus von Kultur pur auf engstem ländlich-urbanen Raum können andere Regionen nur träumen.

Da ist in Frick das Meck mit seinem alternativ-jung(geblieben)en Kulturangebot, das weit über die Region hinaus bekannt ist. Da ist die Kulturkommission, die immer wieder bekannte Namen und musikalische Leckerbissen nach Frick holt.

Da ist Kul’Tour in Gipf-Oberfrick, das mit seinem speziellen Konzept – die Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen finden jeweils in einem Gewerbebetrieb statt – aufwartet. Und da ist Fricks Monti, das neben dem Kinobetrieb auch Musik, Comedy und Theater auf seine Bühne bringt.

Blues-Festival als Institution

Im letzten Jahr feierten Philipp Weiss und Martina Welti mit ihrem Fricks Monti ihr 25-Jahr-Jubiläum – und das Festen geht in diesem Jahr weiter: Das 25. Fricktaler Blues-Festival steht auf dem Programm. Kaum jemand hätte damals, 1994, darauf gewettet, dass es möglich ist, in einer doch eher ländlichen-konservativen Region wie dem Fricktal ein reines Blues-Festival auf die Beine zu stellen – und dieses dann zu einer Institution zu zimmern, die bis heute besteht und längst nicht mehr aus dem Kulturkalender wegzudenken ist.

Philipp Weiss, selber bekennender «Bluesianer», gelang dieses Kunststück dank grossem Effort und dem nötigen Durchhaltevermögen. «Heute ist das Blues-Festival ein ‹Brand›, der weitherum zieht», freut sich Weiss. «Die Leute kommen nicht nur wegen der einzelnen Acts, sondern wegen des Festivals.»

Das ist deshalb speziell, da die Fricktaler sonst – typisch ländlich – nicht allzu entdeckungsfreudig unterwegs sind. «Es funktionieren zwei Sachen», sagt Weiss. «Bekannte Namen und regionale Künstler.» Wenn ein Act nicht eine dieser Prämissen erfüllt, wird es «brutal schwierig». So holte Philipp Weiss vor ein paar Jahren William White, einen begnadeten Musiker mit barbadischen Wurzeln, auf die Bühne. White, dessen zweites Album Open Country bis auf Platz 2 der Album-Charts stieg, legte eine ungeheure Performance an den Tag – leider vor halb leeren Rängen.

Kleinere Formationen im Trend

Für Weiss ist das Jubiläums-BluesFestival das grosse Highlight 2018. Für einmal wird er nicht, wie bei den anderen 24 Festivals, vorab Formationen nach Frick holen, die noch nie am Festival aufgetreten sind, sondern eine Art «Best of»-Programm zimmern. Er hofft, dass er auch den einen oder anderen Musiker, der nicht mehr besonders aktiv ist, dazu bringen kann, sein Instrument (oder seine Stimme) für das Jubiläum nochmals hervorzuholen. Wer im Oktober alles dabei ist, will Weiss noch nicht verraten. Nur so viel: «Es wird ein Wiedersehen mit alten und auch hoffentlich bald neuen Freunden. Sicher mit dabei ist eine der dienstältesten Bluesbands der Schweiz.»

Fix sind dafür bereites zahlreiche andere Acts. Im März rockt Adrian Stern – ein Stammgast im Monti – die Bühne, im April schaut Ex-«Tagesschau»-Moderator Heinrich Müller vorbei und ebenfalls im April stoppt der Blues Caravan in Frick.

Es sind also vorab kleinere Formationen, die in Frick aufspielen. «Grosse Formationen haben oft technische Ansprüche, die wir mit unserem doch eher kleinen Saal nicht erfüllen können», sagt Weiss. Klein ist dabei relativ; das Monti bietet mit seinen 170 Plätzen den grössten Kultursaal – Turnhallen ausgenommen – in und um Frick.

Auch in Sachen Comedians lässt sich das diesjährige Programm sehen: Mit Simon Enzler, Mike «Bestatter» Müller und Michel Gammenthaler unterhalten drei grosse Namen das Fricker Publikum.

Seit Jahren Stammgast auf der Monti-Bühne ist zudem der Theaterverein Staffeleggtal. Weiss stellt dem Verein die Bühne gerne zur Verfügung, denn hohe Frequenzen sind da stets programmiert. «Die Aufführungen sind seit Jahren die am meisten besuchte Veranstaltung», freut sich Weiss. In diesem Jahr finden die sechs Aufführungen im Mai statt.

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