Fricktal
Viel Applaus für die «Petite Messe solennelle»: Herausforderung mit Bravour gemeistert

Der Projektchor Rheinfelden präsentierte in Laufenburg und Rheinfelden das Werk von Rossini.

Ingrid Arndt
Drucken
Der Projektchor Rheinfelden führte in der Stadtkirche Rheinfelden Rossinis «Petite Messe solennelle» auf. ari

Der Projektchor Rheinfelden führte in der Stadtkirche Rheinfelden Rossinis «Petite Messe solennelle» auf. ari

Ingrid Arndt

Mit einer glanzvollen Aufführung der «Petite Messe solennelle» von Gioacchino Rossini begeisterten in der Stadtkirche Rheinfelden der Projektchor Rheinfelden unter Leitung von Angelika Hirsch, die international bekannten Solistinnen und Solisten Aline Du Pasquier (Sopran), Roswitha Müller (Alt), Nino Aurelio Gmünder (Tenor), Matthias Helm (Bass), der weltweit konzertierende Pianist Carl Wolf sowie der Organist Thilo Muster am Druckwindharmonium. Die Zuhörer dankten mit stehenden Ovationen.

Der Italiener Rossini, Meister des Belcanto und bekannt für seinen Humor, bezeichnete dieses Werk selbst als eine kleine Sünde des Alters. Denn er fand, das Kirchenmusik keineswegs ernst und schwer sein müsse, sondern durchaus auch fröhlich. Die «Petite Messe solennelle» ist eines seiner bekanntesten Werke, entstanden wenige Jahre vor seinem Tod. Er schrieb sie als Auftragsstück für den Compte Alexis Pillet-Wil. Die Uraufführung war 1864 anlässlich der Einweihung der Privatkapelle des gräflichen Paares. Die etwas ungewöhnliche Besetzung mit Singstimmen, Klavier und Harmonium resultiert zum einen wohl aus dem Ort der Uraufführung, stand jedoch auch für die neapolitanische Cembalo-Tradition des 18. Jahrhunderts. Drei Jahre später komponierte Rossini dazu noch eine Orchesterfassung.

Rossini fügte zum üblichen Aufbau einer Messe – Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei – noch ein Preludio religioso, ein Klaviersolo hinzu und das «O salutaris hostia», eine Modette für Sopran zur Wandlung. Das Werk verzaubert mit seiner unvergleichlichen Harmonie, mit wunderbaren Melodien, intensiver Ausdruckskraft, seinem variantenreichen Wechsel fast gehauchter Noten sowie der ganzen wunderbaren Wucht der Musik. Hoffnung, Freude oder Zweifel, alle Gefühle des Glaubens spiegeln sich hier wider.

Beeindruckende Soli

Eine riesige Herausforderung natürlich für das gesamte Ensemble, die jedoch mit Bravour gemeisterten wurde. Schon bei der Kyrie verzauberten sie durch vehementes Klavierspiel und dem variantenreichen Wohlklang der 65 Sängerinnen und Sänger, mit brillanten Höhen, samtigen Tiefe. Sie waren heiter, ausdrucksstark, jubilierend, anmutig beseelt. Unverwechselbar das Timbre, üppig farbenfroh der Gesang, teils lyrisch, dann wieder sprudelnd, heiter und temperamentvoll. Zum Schwelgen die warmen, seidenweich schmelzenden Arien der beiden Solistinnen, strahlkräftig enthusiastisch dargeboten mit Ausdruckswärme und Wohlklang. In emotional packender Vehemenz, tief und wohlig warm die Brillanz der beiden Solisten.

Es war eine prachtvolle Aufführung wie aus einem Guss gemeisselt, ein musikalischer Hochgenuss unter freundlich straffer Führung der Dirigentin Angelika Hirsch. Ganz besonders wurde dann noch einmal die Atmosphäre in der Kirche mit Einbruch der Dunkelheit draussen.

Aktuelle Nachrichten