Vandalismus
Zuzgen sucht Vandalen, die den Kindergarten verschmierten – Wegenstetten einen Graffitikünstler

Zum wiederholten Mal haben Vandalen bei der Schulanlage in Zuzgen zugeschlagen: Diesmal wurde der Kindergarten verschmiert. Die Gemeinde bittet um Hinweise zur Täterschaft. In Wegenstetten, wo ebenfalls ein Gebäude versprayt wurde, geht man einen anderen Weg.

Nadine Böni
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In Wegenstetten hat ein Vandale eine Betonmauer beim neuen Anbau an die Mehrzweckhalle versprayt. Jetzt soll auf der Wand ein Graffitikunstwerk entstehen.

In Wegenstetten hat ein Vandale eine Betonmauer beim neuen Anbau an die Mehrzweckhalle versprayt. Jetzt soll auf der Wand ein Graffitikunstwerk entstehen.

Bild: Nadine Böni/Aargauer Zeitung

Wieder einmal musste das Hauswartteam in Zuzgen ausrücken, um unschöne Hinterlassenschaften bei der Schulanlage zu entfernen. Diesmal waren es Schmierereien und Kritzeleien an der Fassade des Kindergartens und des zugehörigen Schopfs. Wieder einmal, denn: In den vergangenen Monaten kam es in Zuzgen gleich mehrmals zu solchen Vandalenakten. So wurden im Frühjahr etwa Trottinett-Halterungen beschädigt und Veloständer auf das Dach geworfen.

Die Vandalenakte bedeuten nicht nur einen grösseren Aufwand für das Hauswartteam, sie belasten auch die Gemeindekasse. Alle Vorfälle in den letzten Monaten und Jahren zusammengerechnet sei bisher wohl eine Schadenssumme in vierstelliger Höhe entstanden, so Sabrina Strübin. Die Gemeinde bittet die Bevölkerung nun um Hinweise zur Täterschaft – wobei Strübin sagt:

«Bei ähnlichen Aufrufen in der Vergangenheit gingen jeweils leider keine Hinweise ein.»

Weitere Massnahmen – etwa eine Videoüberwachung – seien bisher kein Thema, sagt Strübin. Sie schliesst aber nicht aus, dass das künftig im Gemeinderat zumindest diskutiert werden könnte.

Gemeinde sucht Graffiti-Künstler

Eine spezielle Massnahme ergreift derweil Wegenstetten. Die Gemeinde hat einen Aufruf veröffentlicht, wonach ein Graffitikünstler gesucht wird. Hintergrund ist ebenfalls ein Vandalenakt. «Bei der Mehrzweckhalle wurde im Bereich des neuen Anbaus eine Betonmauer versprayt», sagt Gemeindeschreiberin Brigitte Schmid Schüpbach.

Doch statt den Schriftzug wegzuputzen, soll er vom Graffitikünstler im Auftrag der Gemeinde übermalt werden. «Wir versuchen eine Alterna­tive zum Anbringen eines Spezialanstrichs, der die Haftbarkeit von Spray­ereien erschwert», sagt Schmid und verweist auf Kaiseraugst, wo 2019 eine Bahnunterführung mit Sujets aus den «Asterix und Obelix»-Comics gestaltet wurde.

Eine Bahnunterführung in Kaiseraugst wurde mit legalen Graffitis gestaltet.

Eine Bahnunterführung in Kaiseraugst wurde mit legalen Graffitis gestaltet.

Bild: Nadine Böni (11. September 2020)

Dort ist man zufrieden: «Die Erfahrungen bis anhin waren äusserst positiv. Einerseits gefallen die Sujets, andererseits wirkt die Unterführung viel freundlicher», sagt die Kaiseraugster Gemeindepräsidentin Françoise Moser. Und:

«Es scheint tatsächlich so, dass die Graffitikunst respektiert wird. Die Schmierereien haben sich reduziert.»

Auf diesen Effekt hoffen auch die Wegenstetter. Fünf Graffitikünstler hätten sich nach dem Aufruf gemeldet, so Schmid. Der Gemeinderat befasse sich derzeit mit deren Offerten. Schon in den kommenden Wochen soll die Wand verziert werden. Der Künstler wird dabei gestalterische Freiheiten erhalten. Einzige Vorgabe seitens der Gemeinde ist, dass das Sujet etwas mit der Nutzung der Mehrzweckhalle zu tun hat – mit Sport oder Musik etwa.

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