Tourismus
Sommerferien: Warum Reisefreudige besser gleich buchen sollten und Last-Minute keine so gute Idee ist

Die Feriensaison steht vor der Tür. Und mit dem Ende von Corona ist die Reiselust der Schweizerinnen und Schweizer wieder auf Vor-Pandemie-Niveau. Am Traumstrand angekommen, könnte der Service vor Ort aber eingeschränkt sein – Personalmangel in Folge der langen Flaute. Und auch der Ukraine-Krieg treibt die Preise.

Hans Christof Wagner
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Kleine Badebuchten am Mittelmeer, wie hier auf Sizilien, stehen bei den Reisenden immer hoch im Kurs.

Kleine Badebuchten am Mittelmeer, wie hier auf Sizilien, stehen bei den Reisenden immer hoch im Kurs.

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Der erste Sommertag im Fricktal: Sonne und mehr als 25 Grad machen Lust zu verreisen und seine wohlverdienten Ferien zu geniessen. Das spüren auch regionale Reisebüros. Und nicht erst seit diesen Tagen. «Die Buchungen ziehen schon länger wieder an. Vor allem der April war extrem», sagt Dominik Schröger, Geschäftsführer des Tui Reise Centers Bad Säckingen, in dem auch Kundinnen und Kunden aus dem Fricktal buchen. Schröger schiebt nach:

«Wir liegen schon wieder weit über dem Vor-Corona-Niveau.»

Auch Knecht Reisen, mit Filialen in Frick und Rheinfelden im Fricktal ein Ferienanbieter, freut sich über erneut rege Buchungen. Matthias Reimann, Unternehmenssprecher, sagt: «Die Reiselust von Herr und Frau Schweizer ist eindeutig wiedererwacht. Ferienreisen werden wieder mit Zuversicht gebucht.»

Bei den Destinationen liegen klassischerweise die Mittelmeer-Länder vorne, aber bei Knecht wird auch der Norden Europas gebucht. Auf der Langstrecke sei die indonesische Insel Bali mittlerweile ein Schnäppchen, erzählt Schröger. Bali habe als eine der ersten Ferienregionen Asiens die Öffnung eingeleitet und schon vor der Pandemie im Trend gelegen.

Uneinheitliches Bild bei den Corona-Auflagen weltweit

Bezüglich Corona sei die Lage uneinheitlich, sagt Reimann. Manche Länder hätten alle Restriktionen aufgehoben, in anderen bestünden sie teils noch immer. «Da wurde inzwischen einiges erleichtert. Die Auflagen werden immer weniger», ist Schrögers Erfahrung. Oft sei es mittlerweile auch Ungeimpften wieder möglich ins Ausland zu reisen.

Daniela Meier-Michel und Angelina Gajic (von links) buchen für Kundinnen und Kunden Reisen in der Knecht Reisen Filiale in Frick.

Daniela Meier-Michel und Angelina Gajic (von links) buchen für Kundinnen und Kunden Reisen in der Knecht Reisen Filiale in Frick.

Dennis Kalt 4. Februar 2022)

Corona spielt bei den Sommerferien dieses Jahr also eine kleinere Rolle, aber wirkt sich noch immer aus. Als Folge der Pandemie herrscht aktuell etwa Personalmangel in Hotels, Restaurants und Bars, wie Schröger weiss. Fehlendes Kurzarbeitergeld habe bewirkt, dass sich viele Mitarbeitende umorientiert hätten und dem Tourismus jetzt fehlten. Der Mangel an Mietwagen ist laut Reimann ebenso ein Problem.

Kontingente bei Flügen und Hotels noch immer begrenzt

Und noch immer seien die Kontingente bei Flügen und Hotels coronabedingt geringer und schneller ausgebucht. Noch gebe es Kapazitäten, aber Schröger sagt: «Man kann förmlich zusehen, wie es täglich runtergeht.» So rät auch Reimann:

«Durch kurzfristiges Buchen auf vermeintliche Urlaubs-Schnäppchen zu hoffen, ist nicht empfehlenswert.»

Wer zu lange zuwarte, könnte wegen der teilweise knappen Verfügbarkeiten enttäuscht werden. Ohnehin hätten schon jetzt angesichts der explodierten Preise für Öl und Gas die Fluggesellschaften mit höheren Kerosinpreisen zu kämpfen, weiss Schröger. Diese reichten sie an die Flugbuchenden weiter. Airlines müssten den Jettreibstoff laufend einkaufen. So schlage die Teuerung voll durch.

Reimann und Schröger raten zwar von Last-Minute-Ferien ab. Aber der Trend dazu sei seit Corona eindeutig, sagt Schröger. Dass Kundinnen und Kunden von Reisebüros wie früher den Sommerurlaub fix im Januar buchten, werde immer weniger. Auch Reimann sagt: «Tatsächlich wird zur Zeit viel spontan und kurzfristig gebucht.»