Terrassenöffnung
Erste Bilanz: «Man spürt die Euphorie der Gäste» – aber auch den Mehraufwand und Kostendruck

Der Aussenbereich des Cafés Graf war in den ersten Tagen nach der Öffnung gut frequentiert. Für Mehrarbeit sorgen die Hygienemassnahmen. Das Wetter macht die Kalkulation des Einkaufs schwierig. Nicht überall gestaltet sich der Betrieb der Aussengastronomie rentabel.

Dennis Kalt
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Richard Graf, Inhaber und Geschäftsführer des gleichnamigen Cafés, freut sich, die Gäste wieder auf der Terrasse am Rheinufer in Rheinfelden begrüssen zu dürfen.

Richard Graf, Inhaber und Geschäftsführer des gleichnamigen Cafés, freut sich, die Gäste wieder auf der Terrasse am Rheinufer in Rheinfelden begrüssen zu dürfen.

Bild: Dennis Kalt

Die Frühlingssonne, gepaart mit dem Blick auf dem Rhein samt einem Kaffee – lange musste Inhaber und Geschäftsführer Richard Graf nicht warten, bis die ersten Gäste auf der Terrasse des gleichnamigen Cafés am Eingang zur Altstadt Rheinfeldens Platz nahmen.

Eigentlich wollte Graf die Terrasse erst um 10.30 öffnen. Doch bereits um 9 Uhr habe es so viele Personen vor der Terrasse gehabt, dass er sich entschloss, diese eine Stunde früher zu öffnen. «Und in einem Wisch war die Terrasse dann auch schon voll», sagt Graf.

Wie so mancher Gastronom hat sich auch Graf darüber gefreut, dass er seit dieser Woche wieder Gäste im Aussenbereich begrüssen darf. Seine Bilanz der ersten Tage fällt positiv aus. Er sagt:

«Am Mittwoch, dem ersten Öffnungstag, war die Terrasse, durchweg voll.»

Und auch an den folgenden Tagen sorgte das überwiegend sonnige Wetter für viele Besucher, die am Morgen Kaffee und Gipfeli, über den Mittag ein Sandwich oder Salat und am Nachmittag ein Stück Kuchen auf der Terrasse mit rund 100 Sitzplätzen genossen. Graf sagt:

«Man spürt die Euphorie von Seiten der Gäste.»

So mancher sei froh, seinen Kaffee wieder auf einem Stuhl aus einer schönen Tasse zu trinken und nicht mehr aus einem Pappbecher auf einer Mauer sitzend.

So froh Graf darüber ist, die Gäste auf der Terrasse wieder kulinarisch verwöhnen zu dürfen, geht es für ihn darum, den Betrieb der Aussenterrasse rentabel zu gestalten. «Weil der Innenbereich geschlossen ist, arbeiten wird derzeit mit ein bis zwei Angestellten weniger.» Gleichzeitig sei der Aufwand der Hygienemassnahmen wegen gestiegen. Die Gäste müssen etwa am Eingangsbereich abgeholt, die Tische desinfiziert werden. Für das Contact-Tracing werden Zettel ausgehändigt und Kugelschreiber verteilt, die im Anschluss wieder desinfiziert werden müssen. Graf sagt:

«Gerade wenn es streng ist, helfe ich draussen viel mit.»

Eine Herausforderung sei es, nicht zu viel einzukaufen: «Lieber mal ein Produkt auslaufen lassen», so Graf. Dies auch vor dem Hintergrund, dass sich das Wetter dieser Tage wechselhaft und garstig zeigen könne.

Nach drinnen dürfen die Gäste auch bei Regen nicht

Seit Dienstag geöffnet hat Wirt Kurt Treier die Terrasse mit 40 Plätzen der «Blume» in Magden. Das Angebot werde über Mittag gut angenommen. Auch am Nachmittag habe er einige Gäste, die etwa einen Wurstsalat essen. Aber:

«So richtig rentabel ist das alles nicht.»

So fänden die grösseren Konsumationen am Abend statt, wo die Gäste länger sitzen blieben und etwa eine Flasche Wein zum Essen bestellten. «Am Abend ist es aber noch zu frisch für die Aussengastronomie», sagt er.

Ein weiteres Problem sei, dass er grössere Anfragen, wie etwa für eine Taufe oder eine Muttertagsgesellschaft, schlecht annehmen können. «Ich weiss ja gar nicht, wie das Wetter wird. Was soll ich dann mit den Gästen machen? Rein dürfen sie ja nicht», sagt Treier.

Zuweilen fehle den Gästen manchmal auch etwas das Verständnis. Etwa wegen der Begrenzung der Gästeanzahl auf vier Personen pro Tisch, wie Treier erzählt. So habe sich eine Wandergruppe zusammen an einen Tisch auf der Terrasse setzen wollen. «Weil dies nicht ging, sind sie wieder gegangen.»

Zufrieden mit der Öffnung seiner Terrasse mit 30 Plätzen ist Peter Jegge, Wirt des Gasthauses Zum weissen Rössli in Eiken. 25 Mittagessen habe er am Donnerstag verkauft, auch am Freitag sei die Terrasse voll gewesen und für Sonntag ist das Reservierungsbuch gut gefüllt.

Geöffnet hat Jegge aufgrund der frischen Abende die Terrasse vorläufig bis 17 Uhr. Er sagt:

«Ich habe aber auch schon eine Anfrage für 20 Uhr erhalten. Vier Personen wollten Chateaubriand essen.»

So hofft denn Jegge, dass die sommerlichen Temperaturen nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

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