Strassenverkehr
Wer leuchtet, ist sicherer unterwegs: Polizei mahnt am Fussgängerstreifen zur Vorsicht

Im Herbst und mit schlechter werdenden Sichtverhältnissen wird auch der Gang über den Fussgängerstreifen riskanter. Die Regionalpolizeien haben bei Kontrollen ein Auge auf die Übergänge und verteilen Lenkern Bussen bei Nichtgewährung des Vortritts. Im Oberen Fricktal waren es im letzten Jahr deren 22.

Dennis Kalt
Drucken
Teilen
Bei diesiger Witterung ist besondere Vorsicht am Fussgängerstreifen – hier in Frick – gefordert.

Bei diesiger Witterung ist besondere Vorsicht am Fussgängerstreifen – hier in Frick – gefordert.

Bild: mfi (November 2017)

Mit dem angebrochenen Herbst wird das Wetter nun bald diesiger, die Tage kürzer. Bei schlechter Sicht steigt dann auch wieder das Risiko von Unfällen im Strassenverkehr. «Gerade bei Dunkelheit und nasser Witterung ist besondere Vorsicht angezeigt», sagt Werner Bertschi, Chef der Regionalpolizei Oberes Fricktal.

An Fussgängerstreifen können Fahrzeuglenker bei schlechten Sichtverhältnissen schnell mal übersehen werden. Damit es nicht dazu kommt, können die Fussgänger einen wesentlichen Beitrag zu Verbesserung ihrer Sicherheit leisten – indem sie etwa möglichst helle oder mit reflektierenden Elementen versehene Kleidung tragen, so Bertschi. Er schiebt nach: «Am Schalter der Polizei Oberes Fricktal in Frick können gratis reflektierende Artikel bezogen werden.»

Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal.

Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal.

Thomas Wehrli (11. April 2017)

140 Franken Busse bei Nichtgewähren des Vortritts

Die Polizei Oberes Fricktal hat 2020 total 22 Bussen wegen Nichtgewähren des Vortritts auf dem Fussgängerstreifen ausgestellt. Die Bussenhöhe hierfür beträgt 140 Franken.

«Wir überprüfen diesen Punkt wie andere Bereiche des Strassenverkehrs auf unseren täglichen Patrouillen und führen gerade während der Aktion Schulbeginn auch Schwerpunktaktionen durch», sagt Bertschi. Dies ist auch im Unteren Fricktal der Fall, wie Hansueli Loosli, Chef der Regionalpolizei Unteres Fricktal, sagt: «In der übrigen Zeit finden sporadische Kontrollen statt.»

Aus der Sicht der Regionalpolizei Oberes Fricktal sind besonders diejenigen Fussgängerstreifen heikel, die über eine stark befahrene Strasse führen und über keine Mittelinseln verfügen. «Eine Mittelinsel erlaubt es Fussgängern, die Strassen in zwei Etappen zu überqueren», sagt Bertschi. Im dicht besiedelten Gebiet bestehe oft auch die Gefahr, dass Fahrzeuglenker durch irgendetwas abgelenkt würden. Bertschi sagt:

«Unfälle passieren in aller Regel durch Fehlverhalten von uns Menschen.»
Hansueli Loosli, Chef der Polizei Unteres Fricktal.

Hansueli Loosli, Chef der Polizei Unteres Fricktal.

Nadine Böni (18. Juni 2019)

Gemäss Loosli wurden die Fussgängerstreifen an Kantonsstrassen im Zuge der Sanierungen an die geltenden Vorschriften – Kriterien sind etwa Standort, Sichtzone, Beleuchtung und Signalisation – angepasst. In Möhlin seien die Fussgängerstreifen bezüglich der geltenden Normen vor einigen Jahren überprüft und angepasst worden. In Rheinfelden sei die Überprüfung vor zwei Jahren erfolgt. Loosli sagt: «Von den 70 Fussgängerstreifen auf gemeindeeigenen Strassen wurde bei 25 Streifen die Signalisation ergänzt.»

Bei 24 weiteren Streifen wurde die Beleuchtung verbessert und bei einigen die Warteräume baulich optimiert. Weiter werden acht Streifen entfernt, weil der Bedarf nicht begründet werden kann und eine normgerechte Ausgestaltung nicht oder nur mit grossem Aufwand erreichbar ist. Loosli sagt:

«Ein Fussgängerstreifen bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit, sondern kann auch falsche Sicherheit vorgaukeln.»

Grundsätzlich wiesen die Fussgängerstreifen als Bauwerk «heute kaum noch Mängel auf». Die Problematik liege bei den Verkehrsteilnehmenden, so Loosli.

Aktuelle Nachrichten