Sisseln
Steuerfussabtausch mit dem Kanton bleibt aus – er bleibt bei 80 Prozent

An der Gmeind in Sisseln genehmigten die Anwesenden alle Traktanden und verabschiedeten am Ende den langjährigen Vizeammann Urs Schmid.

Horatio Gollin
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In Sisseln kommt es zu keinem Steuerfussabtausch mit dem Kanton. Im Bild: Das Gemeindehaus von Sisseln. (Archivbild)

In Sisseln kommt es zu keinem Steuerfussabtausch mit dem Kanton. Im Bild: Das Gemeindehaus von Sisseln. (Archivbild)

Nadine Böni

In Sisseln kommt es zu keinem Steuerfussabtausch mit dem Kanton. Für den erkrankten Gemeindeammann Rainer Schaub sprang der abtretende Vizeammann Urs Schmid ein. Schmid erklärte, dass der Steuerfuss bei 80 Prozent belassen werden müsste, sonst könnte sich die Gemeinde «anstehende Investitionen nicht leisten». Rechnerisch bedeutet das eine Mehrbelastung von drei Prozent für die Sissler Steuerzahler.

Finanzverwalterin Silvia Knecht führte aus, dass die vom Kanton errechnete dreiprozentige Entlastung durch die Aufgabenumverteilung in Sisseln nicht einsetzt, während die Abgabe in den Finanzausgleich von 72 000 Franken im 2015 auf 441 250 Franken im 2020 steigt. «Das entspricht einer Zunahme der Abgabe von 369 250 Franken in fünf Jahren», rechnete Knecht vor.

Positive Jahresrechnung

Sie erläuterte ausserdem, dass das Budget für 2017 mit einem Verlust von 34 800 Franken kalkuliert worden war und für 2018 bei einem Steuerfuss von 80 Prozent ein positives Ergebnis von 10 100 Franken erwartet werde.

Ein Bürger erkundigte sich, ob mit weiteren Steuererhöhungen zu rechnen sei. Knecht sagte, dass die Verwaltung davon ausginge, dass der Wert aufgrund von Zuzügen stabil bleibe. «Weitere Erhöhungen sind derzeit nicht geplant», so Knecht. Die Stimmbürger votierten in der Folge dafür, den Steuerfuss bei 80 Prozent zu belassen.

Im Sommer 2016 war das kantonale Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung in Kraft gesetzt worden, das von den Gemeinden bis zum Schuljahresbeginn 2018/19 umgesetzt werden muss. Der Gemeinderat schlug vor diesem Hintergrund vor, Familien mit einem massgeblichen Einkommen bis 25 000 Franken mit 75 Prozent an den Betreuungskosten zu unterstützen.

Ja zur Kinderbetreuung

Der Gemeindebetrag reduziert sich jeweils um ein Prozent pro 1000 Franken weiteren Jahreseinkommens, sodass Einkommen ab 100 000 Franken keine Unterstützung mehr erfahren. Damit möchte die Gemeinde den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sichern.

Mehrheitlich stimmten die Stimmbürger dem Reglement und den Richtlinien über die familienergänzende Kinderbetreuung mit Inkraftsetzung zum 1. August 2018 zu.

Bei den Gesamterneuerungswahlen für die Amtsperiode 2018 bis 2021 wurden als Stimmenzähler Andrea Rohrer-Schmid, René Meier, Beatrix Schlatter-Brunner wieder und Bettina Brogle-Brauss neu gewählt. Bei der Wahl für die drei Schulpfleger traten vier Kandidaten an. Markus Rüegsegger und Sonia Schmid-Gersbach wurden erneut gewählt und als neuer Schulpfleger wurde Florian Garo mit vier Stimmen Vorsprung vor Daniel Frey gewählt.

Vizeammann verabschiedet

Als Mitglieder der Finanzkommission bestimmten die Stimmbürger René Ursprung, Alexander Käser und neu Ralf Dümpelmann und für die Steuerkommission Patrick Jegge, Thomas Raimann und neu Marion Schmidt-Käser sowie als Steuerkommission-Ersatzmitglied wieder Ernst Ledermann.

Zu seiner Verabschiedung durfte sich Schmid dann in einen bequemen Sessel niederlassen, den Verwaltungsmitarbeiter flink aufstellten. Dem scheidenden Vizeammann wurde ein Drink serviert. Gemeinderat Kurt Bächtold verabschiedete den seit 16 Jahren in verschiedenen Ämtern der Gemeinde dienenden Schmid.

Bächtold sagte, er habe Schmid als gut vernetzten und immer kompromissbereiten Kollegen kennen gelernt, dem insbesondere die Feuerwehr am Herzen gelegen habe. Schmid seinerseits dankte den Sissler Bürgern dafür, dass sie ihm 16 Jahre lang ihr Vertrauen geschenkt hatten, jetzt wolle er sich aber ein bisschen zurückziehen und Zeit mit der Familie verbringen.

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