Stein
Die Planungen für die Mittelschule Fricktal laufen – als Erstes wird das Areal eingezont

Das Fricktal bekommt 2029 in Stein seine eigene Mittelschule. Dazu muss nun zuerst das knapp 4 Hektar grosse Areal, das heute in der Landwirtschaftszone liegt, umgezont werden. Das Mitwirkungsverfahren zur Teilrevision der Nutzungsplanung startet am Donnerstag. Zu lösen gibt es auf dem Weg zur Kantonsschule noch einige Knacknüsse – etwa den Verkehr.

Thomas Wehrli
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Das Areal, auf dem die Mittelschule Fricktal errichtet wird, wird heute landwirtschaftlich genutzt.

Das Areal, auf dem die Mittelschule Fricktal errichtet wird, wird heute landwirtschaftlich genutzt.

Zvg / Aargauer Zeitung

Es geht vorwärts mit der Planung der neuen Mittelschule Fricktal, die im Sommer 2029 in Stein eröffnet werden soll: Am Donnerstag beginnt das Mitwirkungsverfahren für die Teilrevision der Nutzungsplanung.

Diese ist nötig, weil das knapp 4 Hektar grosse künftige Schulareal aktuell in der Landwirtschaftszone liegt und deshalb umgezont werden muss. Für das Areal wird die neue «Zone für öffentliche Bauten und Anlagen Mittelschule» geschaffen. Die Fruchtfolgeflächen, die so verloren gehen, werden in anderen Gemeinden durch die Aufwertung minderwertiger Böden kompensiert.

Die überarbeitete Bau- und Nutzungsordnung fixiert auch qualitative Eckpunkte für die Bauten: Sie müssen eine «hohe Architektur- und städtebauliche Qualität» aufweisen, der Aussenraum gut «durchwegt» und durchgrünt sein und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Zudem legt die geänderte Bau- und Nutzungsordnung fest, was passiert, wenn die Schule zehn Jahre nach Rechtskraft der Teiländerung nicht «in wesentlichen Teilen» erstellt ist: Sie wird wieder zur Landwirtschaftszone.

Knackpunkt ist die bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr

Ein Knackpunkt, der noch zu lösen ist, ist die bessere Anbindung der Schule an den öffentlichen Verkehr. Zwar ist Stein die Schnittstelle der beiden S1-Äste von Laufenburg und Frick und in Stein hält auch stündlich ein Interregio von Zürich nach Basel. Der Bahnhof liegt aber rund 1,2 Kilometer oder 15 Gehminuten vom künftigen Schulareal entfernt.

Zudem fehlt eine Bushaltestelle in der näheren Umgebung der Schule. Der Regierungsrat geht in seiner Botschaft an den Grossen Rat davon aus, dass es eine neue Buslinie braucht, die im 30-Minuten-Takt verkehren wird. Er rechnet mit jährlich ungedeckten Kosten von rund 300'000 Franken sowie mit rund 200'000 Franken für die Erstellung einer neuen Haltestelle.

Sorgen macht den Einwohnern in und rund um Stein auch der stets wachsende Individualverkehr. Die Schule ist da allerdings weniger ein Treiber, also die weitere Erschliessung des Sisslerfeldes, wo in den nächsten Jahrzehnten mehrere tausend neue Arbeitsplätze entstehen dürften. Der Planungsbericht zur Einzonung hält dazu fest:

«Die Verkehrsfragen müssen für das Sisslerfeld in der Gesamtsicht sinnvoll gelöst werden.»

Die vier Sisslerfeldgemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein sind bereits daran, einen überkommunalen Gesamtplan Verkehr zu erarbeiten. Dieser wird also vorliegen, wenn die Mittelschule 2029 eröffnet wird.

Provisorium ab 2025 nötig

Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Neben der Schule muss auch eine Übergangslösung geplant werden, denn ab 2025 können Mittelschüler aus dem Fricktal die Gymnasien in den beiden Basler Kantonen aus Kapazitätsgründen nicht mehr besuchen.

Die Mittelschule Fricktal wird 2029 voraussichtlich mit 44 Abteilungen starten. 900 Schülerinnen und Schüler werden dann im dreistöckigen Gebäudekomplex Stein von rund 100 Lehrpersonen unterrichtet.

Gemeinde profitiert von der neuen Schule

Davon profitiert auch die Gemeinde – und dies gleich doppelt. Zum einen werden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen den Umsatz in den lokalen Geschäften ankurbeln. Das generiert Mehreinnahmen – und damit höhere Steuerabgaben.

Zum anderen ist eine eigene Kantonsschule im Dorf auch ein gutes Marketingargument, um neue, einkommensstarke Zuzüger anzuziehen, was sich wiederum im Steuersubstrat der Gemeinde niederschlagen wird.

Stein setzte sich im Rennen um die Standortgunst im November 2021 im Grossen Rat gegen Rheinfelden und Frick durch. Ausschlaggebend waren die Lage mitten im Fricktal und damit die gute Erreichbarkeit aus allen Teilen des Fricktals, die hohe Aufenthaltsqualität auf dem Areal sowie das Entwicklungs- und Synergiepotenzial.

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