Frick
Spiel, Satz, Tennishalle? Tennis- und Squashclub wollen neue Plätze und Court

Tennisclub will eine Halle mit drei Plätzen bauen, Squashclub einen dritten Court – und neu gibt es Racketlon.

Thomas Wehrli
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Das Projektteam: Peter Schlappritzi (v.l.), Dominik Vögeli, Massimo Fini, Daniel John, Andrew Marshall (Christoph Frey fehlt).

Das Projektteam: Peter Schlappritzi (v.l.), Dominik Vögeli, Massimo Fini, Daniel John, Andrew Marshall (Christoph Frey fehlt).

zvg

Es ist ein grosses Projekt, zu dem der Tennisclub Frick (TCF) aufschlagen will: Auf der Anlage am Juraweg, die heute vier Sandplätze bietet, will der Club eine Tennishalle mit drei Plätzen bauen. Die Halle kommt dort zu stehen, wo derzeit die Plätze 1 und 2 sind. Um diese zu ersetzen, wird die Anlage westwärts um zwei Plätze erweitert. Gleichzeitig ist geplant, die beiden verbleibenden Sandplätze, die inzwischen rund 40 Jahre alt sind, neu auszurichten. So werde auch die zur Verfügung stehende Landfläche optimal genutzt, sagt Massimo Fini, Präsident des TCF.

Mit an Bord ist der Squash Club Fricktal, der im gemeinsamen Clubhaus zwei Courts unterhält: In einem Anbau soll ein dritter Platz entstehen. «Die Partnerschaft ist seit Jahren ein Gewinn für beide Seiten», so Fini. «Es ist schön, dass diese Synergie mitwächst.»

Vor dem Wachsen braucht es allerdings noch zweierlei: Zum einen die Zustimmung der ausserordentlichen Generalversammlung, die am 5. April stattfindet. Zum anderen braucht es noch reichlich Dünger – sprich: Geld. Das Gesamtprojekt kostet 3,5 Millionen Franken, woran der Squashclub 400'000 Franken für den dritten Court beisteuert. Den Rest der Kosten will der TCF mit Eigenmitteln, Clubaktionen, Firmenbeiträgen und Hypotheken stemmen. Zugesichert sind bereits auch Beiträge aus dem Swisslos-Fonds.

Einen Beitrag in sechsstelliger Höhe erhofft sich der Club zudem von einer Darlehensaktion. Wer ein Darlehen zeichnet, bekommt bei einer Laufzeit von fünf Jahren 1,5 und bei einer Laufzeit von zehn Jahren 2,0 Prozent Zins pro Jahr. «Beim heutigen Zinsniveau ist das ein attraktives Angebot», ist Fini überzeugt.

Die Frage ist allerdings: Braucht die Region überhaupt eine weitere Tennishalle? Bereits heute gibt es in Stein, Bad Säckingen und Möhlin eine Halle, in der auch Nicht-Clubmitglieder spielen können. «Wenn wir als Club wachsen und auch qualitativ einen Schritt nach vorne machen wollen, geht das nicht ohne eigene Halle», ist Fini überzeugt. Vor allem bei der Jugendförderung stehe man heute an. «Wir haben rund 90 Junioren und die Jugendförderung funktioniert nur, wenn das Training das ganze Jahr über jede Woche stattfinden kann.» Heute weicht der TCF im Winter mit seinen Junioren nach Stein und Bad Säckingen aus. «Das ist für die Eltern suboptimal», sagt Fini. Probleme gibt es aber auch im Sommer – bei schlechtem Wetter. Dann heisst es: Entweder das Training absagen oder kurzfristig auswärts in eine Halle verlegen, so sie denn frei ist.

Eine verstärkte Jugendförderung war denn auch «die Initialzündung für die Halle», erzählt Fini. Diese Zündung gezündet hat im letzten Jahr eine Gruppe um Architekt und TCF-Mitglied Daniel John. «Die Gruppe kam auf uns zu und wir begannen, das Projekt ‹Halle› zu prüfen.»

Ein Projektteam wurde eingesetzt, das erste Machbarkeits- und Finanzierungsfragen klärte. Das Team und der Vorstand kamen zum Schluss: Das kann funktionieren. Gerade auch, weil die Bevölkerung in und um Frick wächst. «Wir rechnen damit, dass die Zahl der Mitglieder aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in den nächsten Jahren eher zunehmen wird.» Derzeit zählt der Club rund 250 Mitglieder.

Die Halle soll dem Tennisclub auch bei der clubeigenen Tennisschule einen Schritt nach vorne bringen. Heute beschäftigt der Club einen Tennislehrer; künftig sollen zwei Lehrer je rund 40 Stunden pro Woche unterrichten.

Racketlon als neues Angebot

Mit der Halle wird der TCF zudem sein Angebot erweitern. Künftig kann in Frick auch Racketlon gespielt werden. Bei dieser noch wenig bekannten Sportart werden die vier Sportarten Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis zu einer Disziplin vereint. Um Racketlon anbieten zu können, wird der TCF zwei Profi-Tischtennis-Tische sowie Badminton-Netze und ein Badmintonfeld auf einem ausrollbaren Belag anschaffen. Auf das neue Angebot freut sich Fini. «Wir werden im Fricktal die Einzigen sein, die Racketlon anbieten können.»

Badminton könne man in Frick aber nur als Teil von Rackelton spielen, schiebt Fini nach – auch mit Blick auf das Sport- und Freizeitcenter Bustelbach in Stein, wo Badminton zum Standardangebot gehört. «Wir wollen das Bustelbach in diesem Bereich nicht konkurrenzieren.» Beim Tennis allerdings stellt die geplante Halle klar eine Konkurrenz für Stein dar, zumal etliche TCF-Spieler heute im Winter in Stein trainieren. «Ich bin aber überzeugt, dass es für beide Anbieter Platz hat», sagt Fini.

Noch ist die Halle erst eine Idee. Umgesetzt wird sie nur, wenn die ausserordentliche Generalversammlung am 5. April dem Projekt zustimmt. Fini ist zuversichtlich – auch, weil der Tenor an der ordentlichen GV vom letzten Freitag «überwiegend positiv» war. Vor allem jüngere Mitglieder hätten sich klar hinter das Projekt gestellt. Beim einen oder anderen älteren Mitglied überwogen die Bedenken, ob der Club dies auch tragen könne. Denn, klar ist: «Wenn wir eine Halle haben, muss sie möglichst ausgelastet sein.» Das heisst: Sie muss professionell gemanagt werden.

Wie die Halle aussehen wird, ist derzeit noch völlig offen – auch, aus welchem Material sie gebaut wird. «Das hängt nicht zuletzt von den Offerten ab», so Fini. Schon klar ist, dass es eine feste Halle ist und keine Ballonhalle wie jene in Laufenburg. Fini selber könnte sich aus ökologischen Gründen eine Holzhalle «gut vorstellen».

Die Detailplanung wird es zeigen. Läuft alles rund, könnte bereits im Herbst mit dem Bau der Halle und der neuen Plätze begonnen werden. «Das ist allerdings ein überaus sportlicher Fahrplan», räumt Fini ein. Falls bis im Herbst noch nicht alles bereit ist, heisst es: Ein Jahr warten. «Denn wir können nur im Herbst, nach der Freiluft-Saison, mit dem Bau starten.» Bis im Frühling, also innert sechs Monaten, müssen dann die Aussenplätze bereit sein, für die Halle bleibt etwas mehr Zeit. Damit es wieder heisst: Spiel, Satz, Sieg.

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