Soziale Medien
Achtung, Achtung ‒ hier postet die Polizei: Auch online gehen die Ordnungshüter auf Streife

Die Regionalpolizei Oberes Fricktal nutzt Facebook und Instagram, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Verbreitet werden in den sozialen Medien Zeugenaufrufe oder Warnhinweise, aber auch Informationen zu Strassensperrungen. Manchmal geht es aber auch einfach darum, einen «Guten Morgen» zu wünschen.

Hans Christof Wagner
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Herzig: Die Polizei Oberes Fricktal hat eine eigene Facebook-Seite.

Herzig: Die Polizei Oberes Fricktal hat eine eigene Facebook-Seite.

Screenshot Facebook

Die Regionalpolizei Oberes Fricktal hat aktuell 1086 Freunde – zumindest, wenn es nach der Facebook-Seite der Blaulichtorganisation geht. Diese wurde im Herbst 2018 aufgeschaltet. Polizeichef Werner Bertschi begründet die Eröffnung eines Facebook-Kontos und zusätzlich fast zeitgleich eines bei Instagram so:

«Über Social Media können wir in eine Interaktion mit den Bürgerinnen und Bürgern treten, weit mehr als nur über die eigene Website.»

Das eher fotolastige Instagram erreiche mehr Jüngere, heisst es. Dass sich die Fricktaler Ordnungshüter dafür entschieden haben, hatte pragmatische Gründe. Bertschi: «Facebook und Instagram können über dieselbe App bewirtschaftet werden, das macht es uns einfacher.»

Ohnehin ist es ein Ressourcenproblem. «Wir machen das stets nebenbei», so Bertschi. Auch eine Social-Media-Manager-Ausbildung hat von den Polizisten keiner absolviert. Aber, das unterstreicht der Chef: «Bei der Polizei Oberes Fricktal kümmern sich ausschliesslich Kadermitarbeiter um Social Media.»

Auch die in der Tierkadaversammelstelle in Hornussen lebend entsorgten Hähne beschäftigte die Polizei Oberes Fricktal auf Facebook.

Auch die in der Tierkadaversammelstelle in Hornussen lebend entsorgten Hähne beschäftigte die Polizei Oberes Fricktal auf Facebook.

Screenshot Facebook

Die Polizei nutzt die sozialen Medien für Aufrufe. «Vandalen wüteten an einer Bushaltestelle in Densbüren. Wer kann Hinweise zur Täterschaft machen?», heisst es etwa in einem Beitrag. Aber die Posts haben nicht immer einen ganz offiziellen Touch. Manchmal geht es einfach auch nur darum, der Community einen «Guten Morgen» zu wünschen.

Viel los während der Tage des «Flockdowns»

Beim «Flockdown» im Januar, den Tagen mit massiven Schneefällen, konnte die Facebook-Seite der Polizei Oberes Fricktal ihre Trümpfe ausspielen: Welche Strassen sind gesperrt, wo haben sich Unfälle ereignet – das waren die Inhalte. Und die bewegten, wie die Likes und Kommentare sowie die Bereitschaft zeigen, die Inhalte durch Teilen weiterzuverbreiten. Bertschi sagt:

«Wir wollen uns in den sozialen Medien als eine moderne und offene Polizei präsentieren, nahe dran an den Menschen.»

Aber gibt es nicht auch mal Leute, die via Facebook ihrem Frust über die Ordnungshüter Luft machen? Bertschi räumt ein: «Ja und damit muss man rechnen und leben.» Aber nur etwa ein bis zwei Mal hätten die Administratoren der Seite Kommentare löschen müssen. Debatten zu beenden, sei noch nie notwendig gewesen. «Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass wir hauptsächlich informative Themen bringen», führt Bertschi an. Er sagt:

«Wir wägen immer ab, was wir bringen können und was nicht. Wir wollen und dürfen mit unseren Beiträgen niemanden blossstellen.»

Auf die Frage, ob Facebook-Posts auch schon zu Fahndungserfolgen geführt haben, sagt Bertschi: «Darüber führen wir keine Auswertung.» Aber wenn sie zur Prävention beitragen, sei ja auch schon viel gewonnen, so der Polizei-Chef.

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