Sisslerfeld
Fricktaler Holzhackschnitzel machen der Pharmabranche Dampf - Abnehmer sind auch Novartis und Syngenta

Das Holzheizkraftwerk auf dem Sisslerfeld entspricht den Erwartungen. Dieses Fazit ziehen die Verantwortlichen zwei Jahre nach der vollständigen Inbetriebnahme. Die Anlage sei ein «Leuchtturm-Projekt in Nachhaltigkeit». Und das Fricktal hat auch etwas davon, stammt doch ein Teil des Brennstoffs aus der Region.

Hans Christof Wagner
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Das Holzheizkraftwerk auf dem Sisslerfeld ist seit Mitte 2019 vollends in Betrieb.

Das Holzheizkraftwerk auf dem Sisslerfeld ist seit Mitte 2019 vollends in Betrieb.

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60 Millionen Franken kostete der Bau seinerzeit – nun ist das Holzheizkraftwerk auf dem Sisslerfeld seit genau zwei Jahren in Betrieb. Ihre Pläne hatten die beteiligten Firmen bereits 2014 vorgestellt.

Engie betreibt mit DSM und dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich den Millionenbau. Der Neubau ersetzte die gasbefeuerte Kesselanlage, die DSM in Sisseln zuvor mit Dampf versorgte. Diese war veraltet und sollte ersetzt werden. Das Ziel war klar: Biomasse statt fossiler Brennstoffe.

Forstbetriebe aus dem Frick- und Aaretal wollten en gros liefern

Schon von Beginn an beschäftigten die Fricktaler im Zusammenhang mit dem Holzheizkraftwerk zwei Fragen: Woher stammt der Brennstoff? Und mit wie vielen Lastwagen müsse die Sisslerfeld-Anrainergemeinde durch den Betrieb rechnen? Gleich schon versuchten Forstbetriebe aus dem Frick- und Aaretal einen Fuss in die Tür zu bekommen.

Zehn davon machten dem Kraftwerksbetreiber ein Angebot. Sie wollten jährlich 52'000 Schüttraummeter Holzhackschnitzel liefern. Doch sie gingen bei der Vergabe leer aus.

Über Holzvermarkter nun doch noch mit im Boot

Indirekt, über Zwischenhändler, gelangt nun aber doch auch Fricktaler Holz ins Sisslerfeld, um dort in Dampf und Strom verwandelt zu werden. Beispielsweise haben die Forstbetriebe Thiersteinberg und Laufenburg-Gansingen Lieferverträge mit dem in Muttenz sitzenden Holzvermarkter Raurica Wald abgeschlossen, der wiederum das Kraftwerk beliefert. Philipp Küng, Leiter des Forstbetriebs Thiersteinberg, sagt:

«Aus unserem Forst sind das 3000 Schüttraummeter pro Jahr.»

Küng räumt ein: «Das ist eine eher bescheidende Menge bezogen auf die auf dem Sisslerfeld verbrannte Gesamtmenge an Holzhackschnitzeln.» 2020 seien das 85'000 Tonnen gewesen, informiert Engie – je zur Hälfte aus dem Elsass stammend und von schweizerischen Lieferanten geliefert. Erlaubt sind Bezugsquellen, die in einem 100-Kilometer-Radius ums Kraftwerk liegen.

Transporte praktisch nur über die Autobahn

Dass die Lieferanten auch von weiter weg stammten, hat laut der Gesellschaft auch Vorteile: «Biomasse aus weiter entfernten Bezirken und aus dem grenznahen Ausland wird praktisch nur über die Autobahn angeliefert», heisst es auf Nachfrage. Fricktaler Dörfer seien so nicht belastet. 20 bis 25 Lastwagen seien es pro Werktag.

Mit jährlich mehr als 200 Gigawattstunden macht der Dampf im Holzheizkraftwerk das Gros der darin erzeugten Energie aus. Abnehmer sind die auf dem Sisslerfeld ansässigen Unternehmen der Pharma- und Life-Science-Branche: Ob Novartis, DSM oder Syngenta – das Holzheizkraftwerk auf dem Sisslerfeld macht allen Dampf.

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