Stein

Sie haben schon tausend Pläne: 500'000 Franken für Zollhaus angeboten

Das alte Zollhaus am Steiner Brückenkopf ist in die Jahre gekommen und soll nun verkauft werden.

Das alte Zollhaus am Steiner Brückenkopf ist in die Jahre gekommen und soll nun verkauft werden.

Interessenten wollen im historischen Gebäude einen Gastrobetrieb einrichten – Steiner Souverän stimmt über Verkauf im Dezember ab. Edgar Steinacher und Franziska Zurfluh möchten das Zollhaus zu einem Begriff machen.

Das alte Zollhaus hatte die Gemeinde 2009 für 480'000 Franken erstanden. 2012 wurde ein Projektierungskredit für Zollhaus und Brückenkopf verhandelt, berichtete Gemeinderätin Sabine Datz an einer Informationsveranstaltung im Steiner Saalbau am Dienstagabend. Eine Sanierung und öffentliche Nutzung sollten sich positiv auf das Umfeld auswirken.

Jedoch machte der Souverän den Plänen des Gemeinderates zur Aufwertung des Gebäudes einen Strich durch die Rechnung. Er lehnte zwei Projekte ab. Im Herbst 2019 erteilte er dem Gemeinderat den Auftrag, beide Projekte gegenüberzustellen.

Im Februar hatte sich aber eine neue Situation ergeben, als Edgar Steinacher und Franziska Zurfluh der Gemeinde ein Kaufangebot über 500'000 Franken unterbreiteten, führte Datz aus. Das Angebot und das Konzept der beiden waren für den Gemeinderat stimmig. Die Einrichtung von öffentlichen Toiletten wurde zugesagt und laut Vertrag erhält die Gemeinde auch ein zehnjähriges Rückkaufsrecht.

Ein Bistro ist vorstellbar

Über den Verkauf soll daher der Souverän im Dezember an der «Gmeind» abstimmen. «Es ist uns wichtig, euch abholen zu können», meinte Datz zu den rund 100 Interessierten, die sich im Saalbau eingefunden hatten.

Steinacher und Zurfluh wollen das Zollhaus sanieren und dort einen gastronomischen Betrieb im Erdgeschoss und darüber zwei Wohnungen einrichten. «Wir wollen, dass das ‹Zollhüsli› zu einem Begriff, zu einer Marke wird», sagte Zurfluh. Vorstellbar ist ein Bistro oder eine Beiz mit Barbetrieb mit etwa 30 Plätzen. Zwischen Zollhaus und dem ehemaligen Lindt-Gebäude könnte eine Gartenwirtschaft eingerichtet werden; regelmässige Events sollen stattfinden. Auch eine Vermietung für private Anlässe ist vorgesehen.

Das Schweizerische soll ­hervorgehoben werden

«Wir haben schon 1000 Ideen im Kopf und würden diese am liebsten schon umsetzen», sagte Zurfluh. Die Pläne sind noch nicht ganz ausgereift, aber bei den Produkten soll ein regionaler Schwerpunkt gesetzt werden. Zurfluh meinte, dass das typisch Schweizerische an der Grenzlage hervorgehoben werden soll.

Das Vorhaben zum Verkauf gefiel nicht allen Zuhörern. Es gab Kritik daran, dass das Zollhaus ohne Ausschreibung verkauft werden soll. Datz verwies darauf, dass es keine Verkaufsabsicht gab und deshalb ein Verkauf nicht öffentlich ausgeschrieben wurde.

Es wurde auch kritisiert, dass der 2019 auf der Gemeindeversammlung getroffene Beschluss der Gegenüberstellung der zwei Projekte nicht umgesetzt worden sei. Datz erklärte, dass bis zur Kaufanfrage daran gearbeitet worden sei, aber nach der Anfrage vorerst keine weiteren Kosten entstehen sollten. Gemeindeammann Beat Käser erklärte, dass, wenn an der Gemeindeversammlung der Verkauf abgelehnt werde, die Gegenüberstellung der zwei Projekte vorgenommen werde.

Unter den Besuchern wurde der Wunsch laut, dass an der «Gmeind» eine Gegenüberstellung erfolgen und sowohl über die beiden Projekte als auch den Verkauf abgestimmt werden soll.

9,3 Millionen Franken für die Schulraumerweiterung

Datz informierte auch über die Pläne zur Sanierung und Erweiterung des Schulhauses. Ein Ziel ist die Trennung von Schulverwaltung und allgemeinem Schulbetrieb. Drei Varianten waren geprüft worden. Die vom Gemeinderat favorisierte sieht den Anbau eines Verwaltungstraktes an das Schulhaus A und dessen Unterkellerung vor. Die Kostenschätzung belief sich auf 9,3 Millionen Franken.

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