Wegenstetten

Seit drei Jahren steht der Skilift still – doch die Betreiber sind weiterhin motiviert

In diesem Winter wartete der STV Wegenstetten bisher vergeblich auf ausreichend Schnee, um den Lift zu starten.

In diesem Winter wartete der STV Wegenstetten bisher vergeblich auf ausreichend Schnee, um den Lift zu starten.

Dem STV Wegenstetten droht der dritte Saisonausfall in Folge. Nun überlegt sich der Verein, wie man Fixkosten senken kann.

Ein leichter Flaum – das war alles, was der Winter den Wegenstetter Hängen beim Skilift Föhrlimatt an Schnee bislang bescherte. «Zum Skifahren reichte dies bei weitem nicht aus», sagt Christoph Schreiber, Präsident des Spiel- und Turnvereins Wegenstetten.

Für den Verein, der den Skilift betreibt, droht es bereits die dritte Saison hintereinander zu werden, in der die Schleppteller stillstehen. Ein wenig enttäuscht darüber ist man schon, so Schreiber. «Viele aus dem Dorf vermissen die Fahrten auf der heimischen Piste. Sie ist bei Jung und Alt beliebt», sagt er.

Ganz jedoch hat Schreiber die Wegenstetter Skisaison noch nicht abgehakt. «Es gab auch schon Jahre, in denen der Lift noch Mitte März lief», sagt er und verweist auf die Wetterprognosen für Mittwoch und Donnerstag, in der im Wegenstettertal leichter Schneefall vorhergesagt wird. «Selbst, wenn es nur für einen Tag reichen sollte, an dem gefahren werden kann, werden wir die Piste präparieren.» So sei man auch der Wegenstetter Skilift-Tradition verpflichtet, die vor über 50 Jahren mit einem Pferdegespann begann.

Neues Pistenfahrzeug wartet auf ersten Einsatz

Des Weiteren, so Schreiber, wolle man das neue Pistenfahrzeug, das man vor der Saison 2017/18 auf einem Autoanhänger aus dem Appenzell nach Wegenstetten transportiert habe, endlich auf Herz und Nieren testen. «Mit diesem können wir die rund 600 Meter lange Piste in einer besseren Qualität präparieren», so Schreiber.

Das rund 1,5 Tonnen schwere Pistenfahrzeug, das immer noch auf seinen ersten Einsatz am Föhrlimatt wartet, ersetzt den etwa zwei Tonnen schwereren Traktor, unter dessen Last die Schneeschicht bei der Pistenpräparierung zuweilen zusammengebrochen ist. «Liegt genügend Schnee, machen wir die Piste in drei bis vier Stunden fahrbereit», so Schreiber.

Finanziell bedeutet der Ausfall der Einnahmen aus der Skisaison – an einem guten Wochenende nimmt der Verein rund 2000 Franken ein – keinen Aderlass. Zwar werden durch die Einnahmen der Skihütten-Kasse mitunter neue Trainingsanzüge und Vereinsausflüge ans Eidgenössische Turnerfest finanziert, der STV sei aber aufgrund der Durchführung diverser Veranstaltungen wie etwa der Turnerabende oder dem Sommernachtsfest finanziell gut aufgestellt, so Schreiber.

In Anbetracht des (vermutlich) dritten Totalausfalls in Reihe, ginge es jedoch auch darum, die Fixkosten für den Skilift zu senken. «Wir werden uns daher überlegen, ob wir nicht das Internet-Abonnement, das für die Übertragung der Bilder der Kameras an der Piste nötig ist, kündigen wollen.»

Klimaerwärmung tut Motivation keinen Abbruch

Schreiber ist klar, dass in Zeiten der Klimaerwärmung, in der die Schneefallgrenze immer weiter nach oben rückt, die Wahrscheinlichkeit, dass die Hänge am Föhrlimatt grün bleiben, steigt. Dennoch tue dies der Motivation, Jahr für Jahr den Lift zu ölen, die Fangnetze aufzubauen, die Teller zu montieren und die Einsatzpläne zu schreiben, keinen Abbruch – zumal es auch nur etwa einen halben Tag dauert, bis die Infrastruktur für den Betrieb aufgebaut und hergerichtet ist. «Die Motivation liegt für uns darin, den Menschen einen Ort für ihr Hobby in der Nähe anzubieten», sagt Schreiber.

Zudem biete die übersichtliche Piste den Familien eine optimale Gelegenheit, ihrem Nachwuchs das Skifahren beizubringen. Dafür nehme man denn auch einige Stunden Arbeit gerne in Kauf – auch im Bewusstsein, dass die Arbeit umsonst gewesen sein könnte, sagt Schreiber.

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Autor

Dennis Kalt

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