Open-Air Kino

«Schweren Herzens»: Die Leinwand bleibt dunkel in Rheinfelden

4300 Zuschauer strömten im letzten Jahr an den fünf Filmabenden auf den Schalanderplatz.

4300 Zuschauer strömten im letzten Jahr an den fünf Filmabenden auf den Schalanderplatz.

Das Openairkino in Rheinfelden vom 11. bis 15. August ist wegen der Coronakrise abgesagt. Ende Mai will der Bundesrat festlegen, wann Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen wieder stattfinden können. Zu heikel, finden die Veranstalter des Freiluftkinos.

Den Entscheid machten sie sich nicht leicht: Dreieinhalb Stunden diskutierte der fünfköpfige Vorstand des Vereins Openair­kino Rheinfelden, prüfte diese ­Variante, wägte jene Option ab – und kam schlussendlich doch zum Schluss: Das diesjährige Openairkino vom 11. bis 15. August findet nicht statt.

«Schweren Herzens» sei der Entscheid gefallen, wie der Vorstand in einer Medienmitteilung schreibt. Doch zu unsicher war dem Vorstand, was Mitte August wegen der Coronakrise überhaupt schon möglich ist; der Bundesrat will Ende Mai festlegen, ob und in welcher Form Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen wieder möglich sind. Was darüber ist, hat er bis Ende August bereits verboten.

Das Openairkino in Rheinfelden schrammt jeweils knapp die 1000er-Marke pro Filmabend. Im letzten Jahr strömten insgesamt 4300 Besucher an die fünf Kinoabende. Auch wenn vielleicht im August Anlässe mit 400 oder 500 Besuchern wieder möglich sind – «es wäre nicht dasselbe», sagt Co-Präsident Manuel Hauri. «Das Kinodorf auf dem Schalanderplatz lebt vom Ambiente, lebt von den Leuten.»

Ob dieses spezielle Ambiente mit den Corona-Schutzvorkehrungen, die im August sicher noch gelten werden, erreicht werden könnte, ist fraglich. Auch, «ob die Gesellschaft überhaupt schon wieder bereit dafür ist, an einem grösseren Event teil- und ein entsprechend grösseres Ansteckungsrisiko in Kauf zu nehmen», schreibt der Verein in der Mitteilung. Deshalb habe man sich entschieden: «Ganz oder gar nicht», wie Hauri sagt. Und da ganz nicht geht, heisst es nun eben gar nicht.

Keine Gesundheitsrisiken eingehen

Man habe mit dem Entscheid gerungen, sagt der Co-Präsident. Er sei aber sicher vernünftig – auch mit Blick auf die Gesundheitssituation. Man trage eine Verantwortung gegenüber dem Publikum, den Sponsoren und auch den rund 30 Helfern, so Hauri. «Die potenziellen gesundheitlichen Risiken sind einfach zu gross.»

Das gilt auch für die finanziellen Risiken für den Verein und seine Sponsoren. Diese will der Verein gerade «in dieser Zeit der Entbehrungen» nicht eingehen, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Vorarbeiten für das diesjährige Openairkino waren bereits recht weit fortgeschritten. Man habe aber bewusst seit Februar, als sich die Coronakrise abzeichnete, Tempo rausgenommen, so Hauri.

Demnächst wäre die Filmauswahl angestanden. Dazu kommt es nun nicht mehr. Das Openairkino 2020 ist Geschichte, «bevor überhaupt mit dem Schreiben derselben begonnen werden konnte», heisst es in der Mitteilung weiter.

Nächstes Jahr, so hofft Hauri, kann dafür eine bombastische Geschichte geschrieben werden. Denn im nächsten Jahr feiert das Openairkino Rheinfelden sein 20-Jahr-Jubiläum. «Da werden wir etwas Besonderes machen», verspricht Hauri.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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